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Warum die Aktien von RWE und Uniper viel interessanter sind, als manch einer denkt!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
11.03.2018, 08:13  |  771   |   |   

RWE (WKN:703712), Uniper (WKN:UNSE01) und Fortum (WKN:916660) sind Stromproduzenten, die hauptsächlich in Europa aktiv sind. Dabei vereint sie eine Tatsache: Alle drei verdienen ihr Geld unter anderem mit Strom aus fossilen Energieträgern wie Braunkohle, Erdgas oder Erdöl.

In einer Zeit, in der immer mehr Solaranlagen und Windkraftwerke entstehen, denken viele Anleger, dass die Aktien solcher Unternehmen nicht mehr als Depotleichen sind. Bald erzeugen wir unseren Strom doch sowieso nur noch aus grüner Energie, da brauchen wir diese Unternehmen nicht mehr, so deren Argument.

Der bekannte deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn hat hier eine völlig andere Meinung. Warum wir in seinen Augen auch zukünftig auf Strom aus fossilen Energieträgern angewiesen sind und was das für die Aktien von RWE, Uniper und Fortum bedeutet, erfährst du hier!

Wer ist eigentlich Hans-Werner Sinn?

Hans-Werner Sinn war 17 Jahre lang Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. In den letzten Jahren beschäftigte er sich hauptsächlich mit Europas Problemen, wie Griechenland und dem Euro, der Demographie, der Migration und regenerativen Energien.

Meiner Meinung nach verfügt er damit über eine Menge Erfahrung und Wissen in wirtschaftlichen Themen, speziell eben auch in der Energiebranche. Da alle folgenden Zahlen, Werte und Aussagen aus seinem Vortrag „Wie viel Zappelstrom verträgt das Netz? Bemerkungen zur deutschen Energiewende“ stammen und ich diese schlichtweg nicht prüfen kann, ist es wichtig, auf seine Kompetenz zu vertrauen.

Aufgrund seiner beschriebenen vergangenen Tätigkeiten und seines hervorragenden Rufes habe ich jedenfalls vollstes Vertrauen in seine Ausführungen.

Darum hat Strom aus fossilen Energieträgern eine Zukunft!

Der Kern von Sinns Aussage ist, dass es mit den aktuellen technischen Vorraussetzungen nicht möglich ist, den Strom in Deutschland zu 100 % aus erneuerbaren Energien zu erzeugen und im Zuge dessen alle Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke abreißen zu können. Der Grund liegt eigentlich auf der Hand: Die Sonne scheint nicht immer und der Wind weht auch nicht ununterbrochen!

So logisch das auch klingen mag: Mir war nicht bewusst, wie weit wir noch davon entfernt sind, die Lücken des grünen Stroms durch Energiespeicher zu schließen. Hier hat mir Hans-Werner Sinns Vortrag die Augen geöffnet. Warum? Das zeigen die folgenden Rechenbeispiele aus Sinns Vortrag.

Eine effiziente Möglichkeit, den ungenutzten Strom zu speichern, sind Pumpspeicherkraftwerke. Dabei wird die überschüssige, nicht benötigte elektrische Energie dazu genutzt, Wasser an einen höheren Punkt, beispielsweise einen Stausee, zu pumpen. Wenn dann keine Sonne scheint und kein Wind weht, lässt man das Wasser wieder nach unten fließen. Dabei passiert es mit hoher Geschwindigkeit einen Generator und erzeugt Strom.

Um in Deutschland komplett auf grünen Strom umzustellen, würde man zur Speicherung der Energie für wind- und sonnenarme Zeiten 6.395 Pumpspeicherkraftwerke benötigen. Aktueller Stand der Dinge: In Deutschland gibt es 35. Ein paar mehr wären möglich, aber sicher keine 6.395. Auch auf europäischer Ebene würde man dieses Problem nicht lösen können.

Die 6.395 Pumpspeicherkraftwerke entsprechen einer benötigten Speicherleistung von ungefähr 7,0 TWh – wohlgemerkt nur für Deutschland. Würde man alle in Europa möglichen Speicherkraftwerke bauen, käme man auf circa 2,6 TWh. Würde ganz Europa zusammen helfen, würde man mit dieser Speicherleistung nicht einmal die Hälfte des deutschen Bedarfs decken können.

Pumpspeicherkraftwerke sind also definitiv keine Lösung für unser Speicherproblem! Auch elektrische Speicher, wie beispielsweise die Batterie eines BMW i3, könnte man laut Sinn zur Stromspeicherung nutzen. Aber auch hier folgt schnell Ernüchterung. Denn dafür wären 524 Millionen BMW i3 notwendig. Und ab September dürfte man dann nicht mehr mit dem Wagen fahren, weil der Strom ab dann aufgrund von Sonnen- und Windmangel für die Waschmaschine benötigt wird.

Weiterhin betrachtete Sinn auch die Umwandlung von elektrischer in chemische Energie, weil hier die Speicherung einfacher ist. Dabei fallen allerdings hohe Umwandlungsverluste an, was diese Möglichkeit zwar technisch möglich macht, aus wirtschaftlicher Sicht ist das Ganze aber überhaupt nicht sinnvoll.

Das Fazit aus all seinen Betrachtungen und Berechnungen fällt eindeutig aus: Unseren Strom zu 100 % aus regenerativen Energien zu erzeugen ist mit den derzeitigen technischen Speichermöglichkeiten ausgeschlossen. Nur die aktuell genutzte Doppelstruktur erlaubt einen hohen Anteil an regenerativen Energien am Strommix.

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