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Trump droht mit der Protektionismus-Keule - Zertrümmert der Handelskrieg die Bilanzen der deutschen Exportwerte?

Gastautor: Guido vom Schemm
14.03.2018, 08:21  |  2007   |   |   

Mit dem Slogan „America First“ gewann Donald Trump die Wahl zum US-Präsidenten. Jetzt treibt er den Protektionismus voran und verkündigte Strafzölle. Sein Plan Amerika immer mehr abzuschotten, könnte aufgehen. Deutschland hingegen ist quasi zur Partnerschaft gezwungen, da viele deutsche Unternehmen vom Export in die USA abhängig sind. So stellen sich zahlreiche Anleger die Frage, ob Trump mit seinem Handelskrieg die Aktienkurse der deutschen Exportwerte zertrümmert.

Was anfangs nach einem beleidigten Jungen aussah, dem man im Sandkasten seine Schaufel weggenommen hat, wird es nun zunehmend ernster. Trump verteidigte jüngst seine geplanten Strafzölle auf Stahl und Aluminium. Mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent belegt er zukünftig Stahleinfuhren, Aluminiumimporte mit zehn Prozent. Er begründete diese Maßnahme mit seiner These, dass die USA in den letzten Jahrzehnten von ihren Handelspartner schlecht behandelt worden wären. Diese Maßnahme betrifft vor allem Kanada und Mexiko. Der „Twitterkönig“ legt gleich nach. Sollte die

EU in Form von Zöllen auf Jeans, Whiskey oder Motorräder Vergeltung suchen, dann würden die USA zurückschlagen, und die Importe europäische, insbesondere deutscher Autos mit einem Strafzoll in Höhe von 25 Prozent belegen.

Ein detailliertes, beschlussreifes Konzept hat die Regierung um Trump bisher nicht vorgelegt. So wie es scheint, gibt es intern auch massive Meinungsverschiedenheiten in der Causa „Importzölle“. So trat Trumps Chefökonom, Gary Cohn am 06. Marz überraschend zurück. Er fungierte als Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus und sollte eigentlich zeitnah einen Handelsgipfel organisieren, welcher Trump mit Vertretern aus Industrie und Wirtschaft zusammengebracht hätte, die dringend von pauschalen Importzöllen abraten.

Trump ist überzeugt, einen Handelskrieg gewinnen zu können. Er denkt, dass alles was nicht in die USA importiert wird, zwangsläufig in Amerika von Amerikaner hergestellt wird. Wenn das mal nicht zu kurz gedacht ist.

Doch was heißt dieser Protektionismus für den Rest der Welt, insbesondere für den Exportweltmeister Deutschland? Wer an Deutschland denkt, landet in der Regel sofort an die Autoindustrie. Amerika ist für deutsche Autobauer ein wichtiger Absatzmarkt. Daimler, BMW und VW haben 2017 mehr Autos in die USA ausgeführt als nach China. Sollte Trump seinen Protektionismus auch auf die Autoindustrie ausweiten, hätte dies weitreichende Folgen, da neben den Autobauern auch zahlreiche Zulieferbetriebe betroffen wären. Zusätzlich bekämen die Sektoren Maschinenbau und Agrarproduktion den Schwitzkasten Trumps zu spüren.

Die Reaktionen von China und der EU werden mit Spannung erwartet. Die USA sind nämlich für die Europäische Union der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Der EU-Kommission zufolge macht der Handel zwischen den beiden Seiten rund ein Drittel des gesamten Welthandels aus. 2016 betrugen EU-Warenexporte in die USA rund 362 Milliarden Euro.

Anleger sollten die Entwicklung im Auge behalten, denn wenn sich die Gangart im Handelskrieg verschärft, dürfte dies einen signifikanten Einfluss auf Unternehmensbilanzen sowie Aktienkurse haben. Dann wird es für Investoren Zeit, sich in den Schützengraben zurückzuziehen und die Handelskriegstreiberei abzuwarten.

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