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Liegt die Zukunft von General Electric in der Biologie?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.03.2018, 12:00  |  413   |   |   

Bei General Electric (WKN:851144) ist derzeit viel los, vor allem für den neuen CEO John Flannery. Die Aktie ist seit Juli 2016 um 47 % gesunken, was nicht sehr oft bei 250 Milliarden-US-Dollar-Unternehmen passiert. Mehrere schwierige Entscheidungen mussten getroffen werden, wie z.B. eine massive Einmalbelastung für das alte Versicherungsportfolio.

Daher wäre es wahrscheinlich keine schlechte Idee für den Industriekonzern, den Kopf unten zu halten, sich auf die Kerngeschäfte zu konzentrieren und das Schiff auf Kurs zu bringen. Schließlich ist eine Handvoll großer, mutiger Wetten, die in der Vergangenheit getätigt wurden, zumindest teilweise für die aktuellen Probleme des Unternehmens verantwortlich. Es wäre schwierig, die Aktionäre davon zu überzeugen, dass ähnliche Schritte heute ein Gegenmittel gegen das gegenwärtige Chaos wären.

Aber es gibt eine faszinierende Möglichkeit für die Zukunft von General Electric, jetzt, wo Flannery an der Spitze steht. Der ehemalige Leiter von GE Healthcare hat den Bereich Biowissenschaft verdoppelt und den Industriekonzern in aller Stille zu einer Führungsposition in diesem Bereich geführt. Während das heute nur Biopharmazeutika betrifft, gibt es allein in den USA ein Potenzial von 140 Milliarden US-Dollar pro Jahr in der industriellen Biotechnologie.

Die industrielle Biotechnologie ist nicht das, woran die meisten Leute denken, wenn sie „Industriekonglomerat“ hören, aber es gibt einen Grund, warum die Zukunft von General Electric in der Biologie liegt.

Mehr als Gesundheit

Bislang mussten Startups im Bereich der synthetischen Biologie eine komplette Technologieplattform beherrschen, die von der Gentechnik und dem Design von Organismen, die nützliche Chemikalien produzieren können, bis hin zum Design und der Produktionserhöhung von Großanlagen reicht. Diese erfordern völlig andere Denkweisen und Fähigkeiten, und das ist auch der Grund, warum die meisten industriellen Biotech-Startups scheitern und warum Milliarden an Risikokapital sich in Rauch aufgelöst haben.

Die Liste ist lang und schmerzhaft. Der Mikroalgenspezialist Solazyme (später TerraVia) baute in Moema, Brasilien, eine riesige Anlage, die mehrere hundert Millionen US-Dollar kostete, aber die Anlage nie in Gang bringen konnte. Das Unternehmen ging 2017 in Konkurs und verkaufte sich an eines der wenigen Unternehmen mit einer Erfolgsgeschichte in der Branche. Auch wenn der industrielle Biotech-Pionier Amyris sich über Wasser gehalten hat, hat das Unternehmen niemals Industrieprodukte mit Gewinn hergestellt und dabei hunderte Millionen US-Dollar verloren. Auch dieses Unternehmen verkaufte die Produktionsstätte an ein führendes Unternehmen in diesem Bereich, das in der Lage sein könnte, den Betrieb zu retten.

Obwohl noch andere Faktoren im Spiel sind, wie die Produktauswahl und schlechte Führung, bleibt die Produktionserhöhung ein großes Hindernis – und eine Chance. Und hier kommt General Electric ins Spiel.

Wenn der Industriekonzern den Hut in den Ring der industriellen Biotechechnologie wirft, könnte dies das Spiel komplett verändern. General Electric könnte biochemische Produktionsanlagen entwerfen und betreiben, während sich die Kunden auf das Organismusdesign und regulatorische Angelegenheiten konzentrieren, was im Wesentlichen die derzeitigen Beziehungen des Unternehmens zu den Biopharma-Kunden widerspiegelt. In Anbetracht der enormen Chancen, die sich in der Bioökonomie bieten, ist es eine Idee, die das Konglomerat stark in Betracht ziehen sollte – sogar (und vielleicht vor allem), wenn es auseinander bricht.

Starke Ausgangslage

GE Healthcare war im vierten Quartal 2017 das zweitprofitabelste Segment und erzielte im gesamten Portfolio die beste Performance im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen verkauft Hardware (MRT-Scanner), Dienstleistungen (Software-Tools) und verschiedenes für die Forschung und Entwicklung im Bereich Life Sciences. Das Letztere umfasst die margenstärksten Produkte des Segments und reicht von chemischen Reagenzien über Einweg-Bioreaktoren bis hin zu Prozessanlagen.

General Electric hat mit der FlexFactory, die größtenteils auf Einweg-Produktionsanlagen setzt, leise Fuß gefasst. Anstatt Edelstahl und stationäre Prozessausrüstung zu betreiben, können die Anlagenbesitzer sterilisierte Teile austauschen, ihren Prozess laufen lassen, das Produkt einsammeln, die Ausrüstung wegwerfen und von neu beginnen. Da Sterilisationsgeräte in traditionellen Bioproduktionsanlagen eine beträchtliche Menge an Zeit und Geld verbrauchen – und einer Kontamination unterworfen sind – schafft die FlexFactory einen enormen Mehrwert.

Tatsächlich verkürzt das FlexFactory-Design die Time-to-Market für biologische Produkte um die Hälfte und bietet 48 % niedrigere Investitionskosten, 30% niedrigere Betriebskosten und höhere Produktionsvolumina als herkömmliche Anlagen. Darüber hinaus verfügt es über eine nachgewiesene Erfolgsbilanz in Bezug auf Qualität und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Es ist nicht verwunderlich, dass FlexFactory mit einigen der führenden Biopharmaunternehmen weltweit erfolgreich ist. Das gilt auch für das Design der KUBio-Produktionsanlage von General Electric, die auf vorgefertigte Anlagen setzt und keine Einwegprozesse erfordert. Das gilt auch für das ehrgeizige neue Anlagenkonzept des BioParks, das eigentlich ein ganzer Campus für die Bioproduktion ist, der sich im Besitz der Kunden befindet und vom Industriekonzern verwaltet wird. Der BioPark ist das, was die Investoren am meisten interessieren sollte.

Denn die Erfahrung und das Bioprozess-Know-How von General Electric würden sich gut auf industrielle Biotech-Anwendungen über Biopharmazeutika hinaus übertragen lassen.

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