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First Quantum Minerals, Barrick Gold und die Probleme in Afrika

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.04.2018, 09:00  |  347   |   |   

Der jüngste eintägige Rückgang der Aktien von First Quantum Minerals (WKN:904604) um 12 % am 20. März nach der Ankündigung eines ernsten Streits mit den sambischen Steuerbehörden ähnelt stark der Situation des Tochterunternehmens von Barrick Gold (WKN:870450), der Acacia Mining in Tansania im vergangenen Jahr und daher können die Investoren  daraus etwas lernen.

First Quantum wurde im März dieses Jahres von der Zambia Revenue Authority (ZRA) mit einem Steuerbescheid in Höhe von 8 Milliarden US-Dollar belegt, nachdem die afrikanische Steuerbehörde behauptet hatte, dass der Kupferbergbauriese keine ausreichenden Einfuhrzölle für Bergbauverbrauchsmaterialien und Ersatzteile bezahlt habe. Das Unternehmen „widerlegt“ eindeutig die Behauptung, „die keine erkennbare Kalkulationsgrundlage zu haben scheint“, und sagte in einer Pressemitteilung, dass es „wie üblich“ mit der ZRA weiterarbeiten werde, um das Problem zu lösen.

Der Betreiber der größten Kupfermine Afrikas soll einige Bergbauverbrauchsmaterialien und Ersatzteile als zollfreie Bergbauausrüstung falsch gekennzeichnet haben. Der auffälligste Punkt im Fall First Quantum vs. ZRA ist, dass die Steuerbehörde angeblich eine sechsjährige Prüfung aller anderen Bergbauunternehmen durchführen soll, um alle unbezahlten Steuern „im Namen des sambischen Volkes“ einzuziehen, und den Zeitraum der Prüfung verlängern kann, wenn sie ein Muster der vorsätzlichen Steuerhinterziehung findet.

Dieser Fall hat einige Parallelen zu den Herausforderungen von Acacia Mining in Tansania im letzten Jahr, wo das Gold- und Kupferminenunternehmen mit einer Steuerrechnung von 190 Milliarden US-Dollar für angeblich deutlich zu gering angegebene Mineralisierungen von Gold- und Kupferkonzentraten belegt wurde. Eine Vielzahl neuer Bergbaugesetze wurde erlassen und Barrick Gold, der Mehrheitsaktionär, musste lange Verhandlungen mit Tansania führen, um die Situation zu retten.

Bis heute weist Acacia die Behauptungen Tansanias nach wie vor entschieden zurück und bezeichnet sie als unverschämt, doch die Investoren, darunter auch Barrick Gold, haben erhebliche Kapitalverluste erlitten, die seit dem im März letzten Jahres verhängten Exportverbot für Gold- und Kupferkonzentrat einen Rückgang um 64 % darstellen.

Während Barrick Gold als Zeichen des guten Willens eine Zahlung von 300 Millionen US-Dollar an Tansania aushandelte, ist die Angelegenheit dennoch nicht vollständig geklärt und Acacia verlor gleichzeitig im Dezember seinen CFO und CEO, was dem Unternehmen Aussichten auf eine weitere Verschlechterung der Corporate Governance und der Umsetzung des Sanierungsplans einbrachte.

Werden die Regierungen zu aggressiv und irrational?

Afrikanische Regierungen nehmen die Aktivitäten von ausländischen Unternehmen zunehmend genauer unter die Lupe. Sie fordern eine größere Rechenschaftspflicht und eine stärkere Beteiligung an wirtschaftlichen Bemühungen, bei denen es um die Gewinnung natürlicher Ressourcen geht, während sie gleichzeitig die Steuer- und Bergbauvorschriften energisch und aggressiv umsetzen.

In den beiden oben genannten Fällen ist die Frage faszinierend, ob die afrikanischen Behörden mutwillig irrational werden und unverschämte Forderungen an ausländische Unternehmen stellen oder die Justizbehörden  dazu missbrauchen?

Unterm Strich

Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen afrikanischen Behörden und ausländisch kontrollierten Bergbauunternehmen können eine direkte Folge des ernsten Misstrauens zwischen den Regierungen der Gastländer und den multinationalen Einrichtungen sein und die Ergebnisse schaden den Investoren erheblich.

Ich gratuliere First Quantum zu dem Versprechen, mit den sambischen Steuerbehörden transparent umzugehen, damit die aktuellen Steuerfragen einvernehmlich gelöst werden können, anders als im Fall Acacia, wo eine gewisse Arroganz die Situation verschlimmert hat. Ich freue mich  auf eine positive Lösung des Streits von Acacia Mining mit Tansania, aber eines wird deutlich: die Investoren sollten die Qualität der Corporate-Governance- und Compliance-Profile bei Aktienanlagen ernsthaft bewerten, da diese Fragen die Aktienwerte erheblich zerstören können.

Afrikanische Regierungen werden bei jeglichem Anschein von Steuerhinterziehung hellhörig, setzen Steuer- und Bergbauvorschriften stärker als bisher durch und fordern gleichzeitig mehr ökologische und soziale Verantwortung, wie etwa mit einer kürzlich überarbeiteten Bergbaucharta in Südafrika, mehr Steuerprüfungen in Sambia und Revisionen der Bergbaugesetze in der Demokratischen Republik Kongo und Tansania im Jahr 2017 deutlich wurde, obwohl Simbabwe in letzter Zeit die Gesetze zur Indigenisierung gelockert hat.

Mindestens 19 afrikanische Länder haben seit 2010 ihre Bergbauvorschriften geändert.

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