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Geht´s heute Ethereum und Ripple an den Kragen? Spannung vor US-Entscheidung!

Gastautor: Robby Schwertner
07.05.2018, 08:56  |  26971   |   |   

Heute Montag stehen Ethereum und Ripple in den USA vor einer großen Entscheidung. Und sie können darauf kaum Einfluss nehmen. Sind diese Projekte als illegal ausgegebene Wertpapiere zu betrachten?

Illegal wäre wohl zu viel gesagt, denke ich. Laut www.derbrutkasten.at sieht eine Gruppe von Investoren aus dem Silicon Valley überhaupt keinen Grund zur Panik. Sie lobbyieren massiv, dass die beiden Blockchain-Projekte nicht unter die US-Aktiengesetze fallen.

Ernst wird es trotzdem. Eine Arbeitsgruppe der US-Regulierungsbehörden SEC und CFTC beraten über die Frage, wie Ethereum einzustufen ist. Ist es eine Kryptowährung wie Bitcoin, das von der CFTC bereits als Rohstoff klassifiziert wurde? Ist es ein Wertpapier (“Security”), das wie eine Aktie reguliert werden muss? Oder ist Ethereum etwas komplett Neues, für das es neue Regeln braucht? Die Frage wird am Rande auch Ripple betreffen. Auch bei der Nummer drei am Markt sind diese Fragen offen.

Sollten Ethereum und/oder Ripple als Wertpapiere klassifiziert werden, droht dem Markt eine Korrektur. Die Folgen einer solchen Entscheidung sind schwer abschätzbar. Ich glaube, dass es im Markt kaum auf Begeisterung stoßen würde. Der ehemalige CFTC-Chef Gary Gensler hat die Debatte vor rund einer Woche angestoßen, als er sagte: “Es gibt ein starkes Argument dass ETH und/oder Ripple Wertpapiere darstellen, die gegen die Regeln verstoßen”. Denn wer ein Wertpapier herausgibt, muss das laut dem US-Gesetz bei der SEC anmelden und sich an diverse Transparenzvorgaben gegenüber Investoren halten.

Laut Wall Street Journal glauben einige der Regulatoren, dass Ethereum ein Wertpapier sei, weil es durch einen ICO (=Initial Coin Offering) ins Leben gerufen wurde. Das könnte sogar illegal gewesen sein. Die Ethereum Foundation hatte im July 2016 rund 60 Millionen Ether (so heißt die Kryptowährung von Ethereum) verkauft und dabei rund 18,3 Millionen Dollar in Form von Bitcoin eingenommen. Seither ist Ethereum auch deswegen zur Nummer zwei im Markt aufgestiegen, weil die Blockchain selbst als Basis für ICOs dient. Alleine im vergangenen Jahr wurden via ICO angeblich rund sechs Milliarden Dollar eingenommen.

Ein weiterer entscheidender Punkt, den die Aufseher klären wollen, ist die Frage, ob die Gründer eines Coin besonderen Einfluss auf die Entwicklung des Preises haben, wie Manager und ihre Strategie es bei herkömmlichen Firmen haben. Ich sehe bei dieser Frage weniger Ethereum am Pranger. Ethereum vergibt zum Beispiel Gelder an Programmierer, die Bugs und Probleme im Code von Ethereum beheben, d.h. es folgt dem ursprünglichen Ziel, die Gelder für die Verbesserung des Systems einzusetzen.

Für Ripple ist dies schon eher kritisch, weil deren Coin XRP auch von Großbanken beworben wird, die selbst mit an Board des Projekts sind. Aber auch bei Ethereum ist die Rolle der Stiftung nicht geklärt. 

Die Kryptomärkte ließen sich in der Woche vor dem Treffen nicht beeindrucken und setzen ihr Comeback fort. Vielleicht gehen die Händler davon aus, dass die US-Behörden sich am Montag nicht zu einem Schnellschuss hinreißen lassen. Dem schließe ich mich an, es ist keine übereilte Entscheidung zu erwarte. Und Anleger außerhalb der USA sind von der Entscheidung nicht direkt betroffen.

Bisher haben die meisten ICOs - aus Angst vor den US-Behörden - Anleger aus Amerika von ihren Token-Sales ausgeschlossen. In jedem Fall befinden wir uns hier auf echtem juristischen Neuland. Jay Clayton, der Chef der SEC, hat bereits mehrmals gesagt, dass er davon ausgeht, dass tatsächlich alle Coins, die durch ICOs in die Welt gekommen sind, als Wertpapier klassifiziert werden sollten. Die SEC hat Dutzende Menschen aus der Industrie vorgeladen, um mehr über die konkrete Funktionsweise von Blockchain-Assets zu erfahren.

Investoren aus dem Silicon Valley lobbyieren in Washington. Ethereum und der Kryptosektor haben in Washington einflussreiche Fürsprecher. Eine Gruppe an Tech-Investoren aus dem Silicon Valley hat sich unter der Führung von Andreessen Horowitz zusammen getan um in der Hauptstadt Lobbying zu betreiben, um allzu tiefe regulatorische Einschnitte zu verhindern. Die Gruppe nennt sich die “Venture Capital Working Group” und hat bereits mehrere Termine bei den Behörden. Ihr gehören die größten Venture Capital Firmen der Krypto-Industrie an, darunter Andreessen Horowitz und Union Square Ventures.

Die Investoren argumentieren, dass Ethereum inzwischen so dezentral aufgebaut ist, dass man nicht mehr von einem Wertpapier sprechen könne. Krypto-Token könnten zwar anfänglich wie Wertpapiere wirken, heißt es. In späteren Ausbaustufen hätte der Erfinder aber oft keine Kontrolle mehr über das System und könne keine unilateralen Änderungen mehr vornehmen. Dann sei “volle Dezentralisierung” erreicht, so die Gruppe.

Eine weitere Bedingung dafür sei erreicht, wenn die Token tatsächlich als Rohstoff in einem Computernetzwerk eingesetzt werden und nicht zu bloßen Spekulation. Man schlägt deshalb die Einrichtung eines “safe harbor” (“sicherer Hafen”) für Coins vor, die als “utility token” (entspricht einem Gutschein) für ein später vollkommen dezentral organisiertes Netzwerk dienen – nicht aber als Wertpapiere.

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Kommentare

Heute wurde bekannt gegeben das diese Ankündigung um Ethereum eine Fake Nachricht war und diese SEC nur allgemeine Gespräche führen würde und keine zum Thema Ethereum, sollten wahrscheinlich den Kurs nur runter treiben.
Kann man bei Crypto Panic nachlesen.
Bei Ripple wird es genauso sein einfach zwei unbedeutende Nachrichten haben ihren Zweck die Kurse nach unten zu treiben erfüllt. Seltsamerweise kam direkt nach dieser Meldung die Nachricht Indien will Kryptos verbieten man hat in diesem Artikel allerdings vergessen zu erwähnen das Indien eine eigene Währung generieren will. Kryptonews Lügen, Halbwahrheiten aber damit muß man sich auch auseinander setzen. Warum kommen immer schlechte News nach Kurssenkungen und ebenso gute News nach Steigenkursen?
Vor allem diese Wichtigtuer bei Youtube nur Showmaster, Teens, Übertreiber, Schwätzer am besten sind die Typen die gleich sagen das sie wieder ein tolles Video gemacht haben, soll doch der Zuseher entscheiden.
Es würde mich auch nicht wundern wenn sie sich gegen Ethereum und Ripple entscheiden. Goldman Sachs hält ja Bitcoin Futures. Da beide die Plätze 2 und 3 Belegen also Konkurenten von Bitcoin sind, sollten diese fallen Crash nicht ausgeschlossen gewinnt Bitcoin oder besser Goldman Sachs. Bitcoin könnte auch erst mal fallen aber Short-Futures werden logisch stark gewinnen. Anschließend steigt der Bitcoin Long-Futures gewinnen bzw. Goldman Sachs.
Die Bank gewinnt immer.
Warum war G. S. skeptisch gegenüber Krypto? und dann in Futures einsteigen seltsam.
Aber was passiert dann mit ERC20-Token und TRON. Wird mit Sicherheit heute eingemetzel und der Crash im Dezember nur ein Windhauch da die Banken durch die Hintertür Gegner waren auch wenn sie mit Rippel Lab zusammen arbeiten, aber angeblich ist ja Rippel Lab nicht Rippel.

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