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Aktiengeschenk an die Mitarbeiter Eigentliche Helden gehen bei Deliveroo leer aus - alles nur PR-Stunt?

17.05.2018, 13:02  |  2049   |   |   

Deliveroo plant Aktien im Wert von rund 10 Millionen Pfund an 2.000 Mitarbeiter zu verteilen. Jedoch nicht alle kommen in den Genuss, denn tausende Kurierfahrer, die das Essen ausliefern, werden vermutlich leer ausgehen.

Alle festangestellten Mitarbeiter bei Deliveroo erhalten Aktien, aber die Kuriere nicht, weil Deliveroo sie als selbstständige Unternehmer und nicht als Angestellte einordnet. Will Shu, der Geschäftsführer und Gründer von Deliveroo, sagte, die Entscheidung sei "seine Art, den Mitarbeitern des Unternehmens zu danken und zu zeigen, dass dies wirklich in jeder Hinsicht unser Unternehmen ist."

Shu, ein ehemaliger Investmentbanker, hatte Deliveroo in seiner Londoner Wohnung im Jahr 2013 gegründet. Die Ausgabe der Aktien kommt in dem Augenblick, als sich Deliveroo mit rechtlichen Schritten wegen der Behandlung seiner Mitarbeiter konfrontiert sieht. Etwa 20 Kuriere, die von der Anwaltskanzlei Leigh Day unterstützt werden, beantragen eine Entschädigung für den Verzicht auf Urlaubsgeld, da sie sagen, sie seien Angestellte und nicht, wie das Unternehmen argumentiert, selbständige Unternehmer. Auch in Deutschland gab es zahlreiche Protestaktionen von Deliveroo-Kurieren wegen schlechter Arbeitsbedingungen. 

Die Independent Workers Union of Great Britain (IWGB), die versucht, 50.000 Pfund aufzubringen, um ihren separaten Rechtsstreit über die Behandlung der Arbeiter bei Deliveroo fortzusetzen, sagte, die Aktienausgabe sei ein "Stunt". "Diese Ankündigung ist nur ein weiteres Beispiel für Deliveroo's selbstsüchtige Publicity-Stunts. Sie geben vor, ein anständiger Arbeitgeber zu sein, während sie Tausende von Fahrern dazu zwingen, ohne jegliche Rechte zu arbeiten und versuchen, ihre Gewerkschaft mit der Androhung von Gerichtskosten einzuschüchtern," sagte Jason Moyer-Lee, der Generalsekretär des IWGB.

Die Aktienausgabe an die Mitarbeiter wird als erster Schritt zu einem möglichen Börsengang des Unternehmens gesehen, der nach einer Fundraising-Runde im vergangenen Jahr auf mehr als 2 Milliarden Dollar geschätzt wird. 

Quelle:

The Guardian

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