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EURUSD-Analyse Quo vadis Europa?

Gastautor: Jens Chrzanowski
30.05.2018, 13:15  |  736   |   |   

Die italienische Regierungsbildungskrise belastet Europa und die EU. Gespannt beobachten dabei die Märkte, was sich in Italien abspielt. Mögliche Neuwahlen sorgten erst einmal für Entspannung, es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Neuwahlen die Europa-Skeptiker noch stärker werden lassen. Für die Märkte und die Währungsunion wäre dies katastrophal und die Folgen noch nicht absehbar.



Nun aber zu unserer Technischen Analyse:

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Rückblick (16.05.2018 - 22.05.2018)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1762 und damit gut 80 Pips unter dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Der EUR markierte bereits am Mittwochmorgen das Hoch im Betrachtungszeitraum. Der EUR setzte am Mittwoch weiter zurück. Er fiel bis 1,1675 bevor es zu einer leichten Erholung kam. Diese ging aber am Donnerstag nur bis an die 1,1750. Von hier aus setzte am Freitag dann erneute Schwäche ein. Der EUR fiel unter die 1,1700 und formatierte auch einen Wochenschluss unter diesem Level. Es kam zu Wochenbeginn, im Rahmen des Frühhandels am Montagmorgen, zu einer kleineren Erholungsbewegung, die bis 1,1720 ging. Diese Bewegung wurde aber bereits am Montagvormittag ab verkauft. Der EUR fiel bis an die 1,1600, konnte sich hier zunächst stabilisieren, gab am Dienstag dann aber erneut deutlich nach und erreichte im Tief fast die 1,1500.

Das Hoch als auch das Tief im Betrachtungszeitraum lagen deutlich unter dem Level der Vorperiode. Auch der Wochenschluss lag erneut unter dem Level der Vorperiode. Der EUR notiert damit so tief wie seit 12 Monaten nicht mehr. Die Range lag deutlich über dem Niveau des letzten Betrachtungszeitraums.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1750 weiter bis an die 1,1774/76 laufen könnte. Dieses minimale Anlaufziel auf der Oberseite hat der EUR nicht erreichen können. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1630/28 deutlich unter unser maximales Anlaufziel auf der Unterseite bei 1,1619/17. Damit hat das Setup nicht gepasst.

  • Wochenhoch*: 1,1768 Vorwoche 1,1853
  • Wochentief*: 1,1510 Vorwoche 1,1716
  • Wochenschluss: 1,1647 Vorwoche 1,1770
  • Wochen-Range*: 258 Pips Vorwoche 137 Pips



Wie könnte es weitergehen?

  • EUR/USD-WS: 1,1631/98....1,1819/84.....1,1947....1,2014/86.....1,2138/86
  • EUR/USD-US: 1,1535.....1,1488.....1,1331.....1,1241.....1,1163.....1,1088

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden

Die wichtigen Marken auf Basis unseres Setups

  • Box-Bereich: 1,3039 bis 1,0504
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,2149 und 1,1535
  • Intraday-Marken: 1,1819 und 1,1612
  • Die Range: 1,3479 bis 0,9631



Ausblick für die kommenden fünf Handelstage:

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Chartcheck:

Der EUR hat seine Abwärtsbewegung in den letzten Handelswochen weiter fortgesetzt. Damit bleibt das Chart nach wie vor bärisch. Das Währungspaar konnte sich in den letzten Handelstagen nicht mehr über die EMA20 (im 4h Chart) schieben. Er hat in den letzten Handelstagen weitere Tiefs formatiert und mittlerweile auch dass Level bei 1,1500 erreicht. Auch im Daily ist er an einer kritischen Schaltstelle angekommen. Denkbar ist, dass der EUR in den nächsten Handelstagen im Bereich der 1,1500/1,1600 zunächst länger konsolidieren könnte, um dann eine kleinere Erholung abzubilden, die übergeordnet bis 1,1670, bzw. bis 1,1720/30 gehen könnte. Bereits an diesen Marken könnte die Erholung schon wieder beendet sein. Schafft der EUR es zwei volle Kerzen (im 4h Chart) über der 1,1750 ausbilden, könnte sich die Erholung bis in den Bereich der 1,2000 fortsetzen. Prallt er wieder an der EMA20 oder an der EMA50 ab, so könnte es dann auch vergleichsweise dynamisch an die 1,1350/30 und dann übergeordnet auch an die 1,11000 gehen. Charttechnisch spricht aktuell wenig dafür, dass es der EUR kurzfristig wieder an die 1,1800/1,2000 schaffen könnte. Rutscht er aber unter die 1,1500 und formatiert er einen Tagesschluss unter diesem Level, der am Folgetag bestätigt wird, könnte sich die Schwäche weiter fortsetzten.

Fazit: Erholungen könnten bis in den Bereich der 1,1670 bzw. bis an die 1,1720/30 gehen. Schafft es der EUR nicht zwei volle grüne Kerzen über der EMA20 (im 4h Chart - aktuell bei 1,1620) auszubilden, könnten sich weitere Rücksetzer einstellen.



Rahmenbedingungen:

Zwar hat sich in Italien keine europakritische Regierung konstituiert, dennoch bleibt die Unsicherheit. Jetzt soll die 65. Übergangsregierung (seit 1945) gebildet werden, um dann in ca. 6 Monaten eine neue Wahl abzuhalten. Ob diese jetzt wesentlich andere Machtverhältnisse mit sich bringt, bleibt abzuwarten. Italien drücken aktuell 2.300 Mrd. EUR Schulden, die vor allem in den 80/90er Jahren gemacht wurden. Zwar hat Italien durchaus strukturelle Probleme, die Wirtschaft brummt im Augenblick sogar stärker als in Deutschland, die politische Unsicherheit ist aber der Hemmschuh. Der EUR hat unter dieser Entwicklung deutlich gelitten. Er hat die Kursgewinne der letzten 12 Monate praktisch wieder abgeben. Der nachgebende EUR wirkt für im Euro Raum stabilisieren, bzw. auch stimulierend.

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Wertpapier
EUR/USD


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