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Marktkommentar: Steve Land (Franklin Templeton): Ein elektrisierender Ausblick für die Metallnachfrage
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Marktkommentar Steve Land (Franklin Templeton): Ein elektrisierender Ausblick für die Metallnachfrage

Nachrichtenquelle: Asset Standard
09.07.2018, 12:05  |  1100   |   |   

Warum die Entwicklung hin zu Elektrofahrzeugen ein besonderer Trend ist, der das Interesse der Anleger an diesen Ressourcen weckt.

Die Experten von Franklin Templeton gehen wir davon aus, dass sich aus der weltweiten Einführung von Elektrofahrzeugen während des nächsten Jahrzehnts ein günstiges Umfeld für Metalle entwickeln wird.

Was bisher geschah

Lithium und seine Verbindungen werden schon seit Jahrzehnten auf unterschiedlichste Art und Weise eingesetzt, unter anderem in der Herstellung von Pharmazeutika und Chemikalien. Die Beliebtheit, der sich Lithium in den letzten Jahren erfreut hat, ist jedoch in erster Linie auf die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien zurückzuführen, die Elektrofahrzeuge sowie Smartphones, Laptops und andere Produkte mit Strom versorgen.

Auch wenn sie als Lithium-Ionen-Batterien bezeichnet werden, enthalten diese Akkus ebenfalls erhebliche Mengen an Kobalt, Kupfer, Nickel und manchmal auch Mangan oder Aluminium. Batterietechnologie entwickelt sich ständig weiter, da Unternehmen bestrebt sind, ihre Abhängigkeit von schwer zu beschaffenden Materialien zu verringern. Da für Elektrofahrzeuge jedoch sichere Batterien benötigt werden, die in der Lage sind, Höchstleistungen zu liefern, schreitet dieser Prozess nur langsam voran. Angesichts des potenziell schnellen Wachstums von Elektrofahrzeugen machen sich Batterielieferanten Sorgen, dass kritische Elemente in den kommenden Jahren knapp werden könnten.


Die Welt setzt zunehmend auf Elektrofahrzeuge

Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge gab es Ende 2017 weltweit mehr als drei Millionen Elektrofahrzeuge.[1]Wie die nachfolgende Grafik zeigt, weist China mit 1,2 Mio. Fahrzeugen derzeit den höchsten Bestand auf.

China unterhält das am längsten laufende nationale Programm zur Steigerung der Anzahl seiner Elektrofahrzeuge. Unter anderem werden finanzielle Anreize für die Herstellung und den Kauf der Fahrzeuge sowie für den Aufbau der Infrastruktur des Landes an Elektro-Ladestationen geboten. Große Volkswirtschaften wie etwa Frankreich, Indien, Großbritannien und Norwegen haben inzwischen jedoch strikte Zieltermine vorgegeben, bis zu denen ein bestimmter Anteil ihrer Fahrzeuge elektrisch betrieben sein soll.

Auf Grundlage dieser neuen Richtlinien geht die IEA davon aus, dass bis 2030 bis zu 125 Mio. Elektrofahrzeuge weltweit unterwegs sein könnten.[2]Sollte sich das Szenario einstellen, das von einer hohen Akzeptanz ausgeht und bei dem Elektrofahrzeuge bis 2030 30 % des globalen Automobilmarkts ausmachen, könnten bis dahin – den Prognosen der Agentur zufolge -bis zu 220 Mio. Elektrofahrzeuge im Einsatz sein.[3]


Franklin Templeton: China führt den globalen Markt für Elektrofahrzeuge an


Die Nachfrage nach Batterien für Elektrofahrzeuge steigt

Unserer Einschätzung nach dürfte die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien von Technologieunternehmen und Fahrzeugherstellern exponentiell ansteigen. Bereits heute haben Automobilhersteller alle Hände voll zu tun, um ihre Versorgung sicherzustellen, da immer mehr Kunden ihre Benzinschleudern gegen elektrisch betriebene Alternativen mit deutlich geringeren Wartungs- und Betriebskosten eintauschen. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, rechnet Bloomberg damit, dass die Nachfrage nach sowohl Lithium als auch Kobalt aus der Elektrofahrzeugbranche bis 2040 jährlich um durchschnittlich 20 % steigen dürfte.[4]

Aufgrund des zunehmenden Trends hin zu Elektrofahrzeugen sind die Preise für Lithium und Kobalt in den letzten beiden Jahren bereits drastisch gestiegen. Allein im Jahr 2017 wurde bei Lithium und Kobalt ein Preisanstieg um jeweils 29 % bzw. 129 % verzeichnet, und auch die Aktien zahlreicher Hersteller verbuchten starke Kurssprünge.[5]


Franklin Templeton: Der nächste Superzyklus bei Metallen


Die Zukunft der Herstellung von Lithiumbatterien

Lithium ist ein relativ häufig vorkommendes Element. Daher gehen zahlreiche Marktbeobachter davon aus, dass genügend Lithium im Boden sein sollte, um den zukünftigen Bedarf für Elektroautos zu decken. Allerdings haben wir bereits vereinzelte Phasen von Marktturbulenzen erlebt, als Sorgen aufkamen, die erhöhte Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge, Laptops, Drohnen und Smartphones könnte Engpässe nach sich ziehen.

Lithium ist zwar recht häufig vorzufinden, die Verarbeitung von natürlich vorkommendem Lithium bis zur Erreichung von Formen und Reinheitsgraden, die für einen Einsatz in modernen Batterien geeignet sind, kann sich jedoch schwierig gestalten. Als Reaktion auf die erwartete Nachfragesteigerung errichten Produzenten derzeit neue, effizientere Verarbeitungszentren. Es kann jedoch mehrere Jahre dauern, bis ein neues Werk die für eine Nutzung in Batterien für Elektrofahrzeuge erforderlichen Lithium-Spezifikationen erreicht.

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