DAX+0,13 % EUR/USD-0,23 % Gold-0,28 % Öl (Brent)-0,17 %

Ist Netflix ein Kauf?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.08.2018, 19:24  |  1342   |   |   

Video-Streaming-Veteran Netflix (WKN: 552484) hat seine Investoren kürzlich auf eine ganz schön wilde Fahrt geschickt. Kurz vor dem Bericht zum zweiten Quartal im Juli war der Aktienkurs in 52 Wochen um unglaubliche 171 % gestiegen. Aber das Unternehmen verfehlte seine eigene Abonnentenprognose und sofort bestraften die Marktteilnehmer die Aktie. Heute (30.07.2018) notiert Netflix mehr als 20 % unter den Höchstständen von vor drei Wochen.

Bedeutet dies nun, dass Investoren mit einem Abschlag von 20 % Netflix kaufen sollten oder ist es an der Zeit, deine immer noch beeindruckenden Gewinne des letzten Jahres mitzunehmen, um anderswo bessere Investments zu finden?

Ein unwiderlegbarer Beweis für den bevorstehenden Crash!

Auf den ersten Blick müssen die Bären Recht haben.

Auf ein Jahr gesehen hat die Aktie nach wie vor eine Rendite von 82 % erwirtschaftet, so dass die Anleger über die Bewertung nachdenken sollten. Heute handelt die Netflix-Aktie zum 140fachen des 2017er Gewinns, zum 77fachen der 2018er Gewinnschätzung und nicht zu verschweigen zum 10,7fachen des letzten Jahresumsatzes sowie zum 32fachen des gesamten Buchwertes. Frage mich nicht nach den Cashflow-Kennzahlen, denn Netflix schreibt hier derzeit rote Zahlen.

Darüber hinaus steigen bullische Netflix-Investoren gerne nach extrem gestiegenen Abonnentenzahlen aus, um die verrückte Bewertung zu berücksichtigen.  Also, was bedeutet es, wenn selbst der letzte Rettungsanker zu kurz greift? Sicherlich sind wir in der Endphase von Netflix´s extremer Bewertung. Das Kartenhaus muss früher oder später wanken und zusammenfallen.

Warum die Verfehlung der Abonnentenziele meine Meinung nicht geändert hat

Der erste Blick erzählt selten die ganze Geschichte. In diesem Fall machen Netflix-Pessimisten aus einem sanften Hang einen Berg.

Ja, Netflix hat im zweiten Quartal seine internen Abonnenten-Wachstumsziele verfehlt. Als Aktionär fühle ich mich dennoch mit diesem Fehlschlag aus drei Gründen wohl:

1) Das Management hatte für das zweite Quartal einen Zuwachs von netto 6,2 Millionen Abonnenten erwartet. Er lag jedoch bei 5,2 Millionen. In der Nebensaison, während man weltweit mit der Fußballweltmeisterschaft um die Aufmerksamkeit der Verbraucher kämpfte, ist das aus meiner Sicht nicht so schlecht.

2) In der Gesamtbetrachtung, konnte Netflix seine weltweite Kundenbasis im letzten Jahr um 25,2 % steigern. Das Erreichen der Zielvorgabe hätte stattdessen zu einem Anstieg um 26,2 % geführt. Dies ist die Differenz zwischen den angestrebten 131,1 Millionen und dem tatsächlichen Ergebnis von 130,1 Millionen Nutzern. Dies zerstört kaum das Szenario, denn das Unternehmenswachstum bleibt auch nach diesem vermeintlichen schlechten Quartal gesund und beeindruckend.

3) Einige Unternehmen setzen ihre Zielvorgaben gern niedrig an, um Investoren mit einer großen Überraschung zu beeindrucken. Netflix behauptet, es anders zu machen, indem es stattdessen seine eigenen internen Zielvorgaben mitteilt. So rechnet das Unternehmen mit gelegentlichen Zielverfehlungen, die entweder über oder unter den Vorgaben liegen. Ich bin damit einverstanden.

Im Rückblick übertraf Netflix vor dem letzten Bericht in jedem der vergangenen vier Quartale seine Zielvorgaben. Die positiven Überraschungen reichten von 0,9 bis 2,03 Millionen, insgesamt also 5,99 Millionen mehr Neukunden als erwartet. Das Management hat sich diesmal mit seiner Prognose ein wenig übernommen, aber die aktuelle Neu-Abonnentenzahl für die letzten vier Quartale, liegt immer noch 4 Millionen über den offiziellen Zielvorgaben.

Was ist mit der verrückten Bewertung?

Was die gewinnorientierten Bewertungskennzahlen (z.B. Kurs-Gewinn-Verhältnis) betrifft, bin ich davon überzeugt, dass sie in den nächsten Jahren wieder auf ein vernünftiges Niveau sinken werden. Netflix treibt sein Ergebnis aufgrund seiner hohen Segment-Gewinnmarge im Inlandsgeschäft von 39 % und durch die Entwicklung der Geschäfte in den wichtigsten Weltmärkten, bereits durch die Decke.

NFLX Normalized Diluted EPS (TTM) Chart

Netflix´s normalisierte Gewinne je Aktie (TTM), Daten von YCHARTS.

Der freie Cashflow wird für ein paar Jahre negativ bleiben, da Netflix Milliarden ausgibt, um ein preisgekröntes Portfolio aus Originalinhalten für praktisch jedes Genre zu erstellen. Das bedeutet am Anfang hohe Investitionskosten, aber auch einige wichtige Vorteile. Netflix wird immer weniger vom Content-Lizenz-Kauf anderer Studios abhängig, die sich selbst gegen plötzliche Preiserhöhungen und andere Manöver absichern.

Die Original-Shows und -Filme bleiben langfristiges Netflix-Eigentum, so dass das Unternehmen von der Markentreue profitieren wird, die sich aus einer erstklassigen Mediathek ergibt – und die Rechnungen dafür sind bereits bezahlt. Die Idee ist, bis Anfang der 2020er Jahre zwischen den Barausgaben und dem Umsatzwachstum eine Balance herzustellen und dann werden die Kurs-zu-Was auch immer-Verhältnisse anfangen, Sinn zu ergeben.

Lange Rede kurzer Sinn: Netflix ist ein Kauf ohne Nachzudenken

Keine Kristallkugel ist perfekt (und wenn du eine davon hast, habe ich einige Geschäftsideen….). An dieser Aktie oder dem zugrunde liegenden Geschäft ist nichts auszusetzen und die rasante Wachstumsgeschichte geht weiter.

Seite 1 von 2

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.
Wertpapier
Netflix


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel