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99 Luftballons

Gastautor: Bernd Niquet
05.04.2004, 14:00  |  3285   |   |   
Na bitte! sagen die Bullen: Das Gespenst der „jobless recovery“ ist erst einmal verscheucht. Im März wurden in den USA 308.000 neue Stellen geschaffen, eine Zahl, die alle Prognosen weit übertroffen hat. Daher sind nun auch positive Multiplikatoreffekte auf die Wirtschaft zu erwarten: mehr Jobs, mehr Einkommen, mehr Ausgaben, höhere Umsätze, höhere Gewinne.

Bitte nicht! denken hingegen die Bären. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer (ganz besonders, wenn es eine amerikanische ist). Arbeitsmarktzahlen schwanken von Monat zu Monat so stark – und werden überdies so oft revidiert – dass diese schöne März-Zahl nicht unbedingt viel bedeuten muss.

Wahrscheinlich, so denke ich, haben beide Seiten Recht. Die Wirtschaftswelt hat nicht plötzlich angefangen zu leuchten, doch andererseits scheint sich der Glaube an eine große Krise, an ein nochmaliges Einmünden in den Bear-Market, nicht unbedingt als richtig heraus zu stellen.

Von 100 verschiedenen Prognosen, die wir Tag für Tag lesen, sind 99 zwangsweise immer falsch. Denn die Wirklichkeit ist immer eindeutig, sie nimmt immer nur einen der 100 verschiedenen Pfade ein, die ihr von den Prognostikern gewiesen werden. Eine Quote – eine Eintrittswahrscheinlichkeit – von 1:100 sollte also stets zurückhaltend machen gegenüber allen Prognosen. Man sollte sie durchaus anhören, aber man sollte sein Geld nicht einseitig darauf setzen. Weder wenn der Himmel auf Erden verkündet wird noch wenn die Fahrt in die Hölle bevorstehen soll.

berndniquet@t-online.de


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