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Marktkommentar: Manraj Sekhon und Chetan Sehgal (Franklin Templeton): Juli Rück- und Ausblick: Grenzmärkte führen die Erholung an
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Marktkommentar Manraj Sekhon und Chetan Sehgal (Franklin Templeton): Juli Rück- und Ausblick: Grenzmärkte führen die Erholung an

Nachrichtenquelle: Asset Standard
27.08.2018, 12:35  |  885   |   |   

Die Grenzmärkte erholten sich im Juli und schnitten besser ab als die Schwellen- und Industrieländer.

Der Juli war der erste Monat des Jahres 2018, in dem die Schwellenländer insgesamt eine positive Wertentwicklung erzielten – allen voran die Grenzmärkte. Manraj Sekhon und Chetan Sehgal, präsentieren ihren Rück- und Ausblick zum Schwellenländeruniversum. Sie heben drei Dinge hervor, die ihnen heute besonders wichtig sind.

Drei Dinge, die uns heute beschäftigten:


Mexiko

Die Linkskoalition unter der Führung von Andrés Manuel López Obrador (AMLO) hat bei den Parlamentswahlen in Mexiko einen erdrutschartigen Sieg errungen. Wir gehen nicht davon aus, dass der Wahlsieg AMLOs eine radikale Veränderung der Haushalts- oder Zentralbankpolitik Mexikos nach sich ziehen wird. Insgesamt halten wir an unserem positiven Ausblick für das Land fest. Ein hohes Verbrauchervertrauen sollte in Kombination mit einer allmählichen Disinflation, einem robusten Arbeitsmarkt und der Verfügbarkeit von Krediten dazu beitragen, in diesem Jahr den privaten Konsum zu stützen. Wenn die neue Regierung ihre Versprechen einlösen und dabei trotzdem die soliden wirtschaftlichen Fundamentaldaten aufrechterhalten kann, könnte Mexiko bis Ende des Jahres 2019 ein robustes Wachstum erzielen.


E-Commerce-Sektor

Durch die jüngsten Marktkorrekturen der Schwellenmärkte hat die Attraktivität der Bewertungen weiter zugenommen, was uns dabei hilft, interessante Chancen im Zusammenhang mit langfristigen technologischen Trends aufzuspüren. Das Wachstum im E-Commerce-Sektor beschleunigt sich beispielsweise weiter, wodurch sich der Online-Handel einen zunehmenden Anteil am Einzelhandel in Ländern wie China und Indien sichern kann. Nach unserer Ansicht hängt das langfristige Wachstum von E-Commerce-Unternehmen von deren Fähigkeit ab, ihre Geschäftstätigkeit auszuweiten und ihre Marktdurchdringung zu steigern. Noch wichtiger ist, dass diese Unternehmen Innovation zu ihrem Vorteil nutzen, um traditionelle Geschäftsmodelle in anderen Branchen wie dem Transport- und Gesundheitswesen radikal zu verändern und neue Erlösquellen zu suchen.


China

Chinas Entschuldungsprozess ist unserer Meinung nach geordneter ausgefallen, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Die Tatsache, dass die Regulierungsbehörden es Banken gestatten, notleidende Kredite zu melden, zeigt ihr Vertrauen in die Fähigkeit des Systems, diese Verluste zu tragen. Was Chinas Wachstumskurs insgesamt angeht, bleiben wir zuversichtlich. Einige Beobachter schätzen, dass der Handelskrieg und andere Probleme das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in China um bis zu 100 Basispunkte schmälern könnte. Angesichts der Tatsache, dass das Wachstum dennoch 6 % übersteigen soll, fällt dies allerdings nicht so stark ins Gewicht[1]. Wir favorisieren weiterhin Unternehmen, die von strukturellen Trends wie dem E-Commerce, dem zunehmenden Wohlstand und der Premiumisierung profitieren dürften.

Ausblick

Zunehmende Handelsspannungen, insbesondere zwischen den USA und China, sind die Ursache für einen vorsichtigen Ausblick der Anleger, der die Schwellenländer auf kurze Sicht betrifft. Wir halten die Korrektur des Marktes jedoch für überzogen und gehen davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte eine weitläufige Erholung einsetzen könnte. Unserer Ansicht nach ist die Stimmung nicht wegen der Handelspolitik an sich, sondern aufgrund der durch die eskalierenden Handelsspannungen ausgelöste Ungewissheit angeschlagen. Wir sind der Ansicht, dass sich die Unternehmen anpassen und langfristige Strategien in Bezug auf die Handelspolitik entwickeln können, sobald mehr Klarheit herrscht.

Aus unserer Sicht sind die Ängste hinsichtlich der Stärke des US-Dollars übertrieben. Einige wenige Länder wie etwa Argentinien und die Türkei haben die Wahrnehmung der Anleger insgesamt verzerrt. Wir halten zahlreiche Schwellenländerwährungen jedoch für attraktiv bewertet, und nach den jüngsten Abwärtstrends dürften sie eine solide Unterstützung genießen. Die kurzfristige weltweite Risikoaversion und eine leichte Aufwärtskorrektur des Zinsanhebungspfads in den USA haben beim US-Dollar zur Stärke der Währung beigetragen. Wir rechnen jedoch nicht damit, dass diese Treiber langfristig Bestand haben werden.

Die Fundamentaldaten von Aktien aus Schwellenländern sind weiterhin stark – ein Faktor, der vom Markt zuletzt weitgehend übersehen wurde. Die Cashflow-Generierung hat sich deutlich beschleunigt. Dies verbessert, einhergehend mit höherer Disziplin beim Kapitaleinsatz, die Renditen der Aktionäre und führt zu einer Entschuldung der Unternehmensbilanzen. Das Gewinnwachstum war ebenfalls widerstandsfähig, da es von technologischen Fortschritten und inländischen Faktoren wie dem Konsum gestützt wird. Zudem werden die Bewertungen trotz dieser positiven Nachrichten allgemein günstiger.

Unsere Anlagephilosophie basiert unverändert auf drei Grundsätzen: Value-Orientierung, Geduld und ein Bottom-up-Ansatz. Wir haben eine ganzheitliche Sichtweise in Bezug auf Value, die auch Nachhaltigkeit, Qualität und Wachstum berücksichtigt.


Schwellenländer: Die wichtigsten Trends und Entwicklungen

Aktien aus Schwellenländern erholten sich im Juli, konnten mit ihren Peers aus den Industrieländern jedoch nicht mithalten. Dank produktiver Handelsgespräche zwischen den USA und der Europäischen Union ging die Angst vor einem globalen Handelskrieg zurück, so dass sich die Stimmung unter den Anlegern aufhellte. Unterstützt durch die Stärke bei Lokalwährungen gegenüber dem US-Dollar verzeichneten Aktien aus Schwellenländern ihren ersten Monatsgewinn seit Januar dieses Jahres. Der MSCI Emerging Markets Index legte im Monatsverlauf um 2,3 % zu, gegenüber einem Zugewinn von 3,1 % des MSCI World Index, jeweils in US-Dollar. [2]

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