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So günstig ist die Bayer-Aktie nach dem Kurseinbruch

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
05.10.2018, 09:47  |  886   |   |   

Wer sich im Frühjahr 2015 Bayer (WKN:BAY001)-Aktien gekauft hat, der dürfte in den letzten gut drei Jahren wenig Freude an seinem Investment gehabt haben. In diesem Zeitraum hat sich der Kurs der Bayer-Aktie fast halbiert (Stand: 02.10.2018).

Mitverantwortlich für dieses Debakel: die Monsanto-Übernahme! Ich persönlich sehe diese Übernahme allerdings nicht so negativ wie viele andere Marktteilnehmer.

Ob die in den Keller geprügelte Bayer-Aktie jetzt ein attraktives Investment ist, möchte ich mithilfe der Discounted-Cashflow-Analyse herausfinden.

Meine Prognose für die Bayer-Aktie

Wenn du genau wissen willst, wie man mit der Discounted-Cashflow-Analyse den Marktwert eines Unternehmens bestimmen kann, dann schau dir einfach diesen Artikel an!

Hier und heute möchte ich dir nur meine Annahmen, mit denen ich den Wert der Bayer-Aktie berechnet habe, mit auf den Weg geben. Die detaillierte Beschreibung der DCF-Analyse findest du wie erwähnt im verlinkten Artikel.

Da Bayer und Monsanto jetzt ein Unternehmen sind, habe ich deren operative Gewinne aus dem Geschäftsjahr 2017 addiert. Im Zuge dieser Übernahme muss Bayer einige Geschäftsbereiche abgeben, weshalb ich bei Bayer 10 % des operativen Gewinns abgezogen habe. Dieses gemeinsame operative Ergebnis bildet den Ausgangspunkt für die Discounted-Cashflow-Analyse.

Von diesem Gewinn werden Steuern, Investitionen und die Veränderung des Umlaufvermögens abgezogen. Wie beim EBIT habe ich auch hier die Werte von Bayer und Monsanto addiert. Lediglich bei den Investitionen habe ich ungefähr 20 % abgezogen, weil ich denke, dass man hier einiges zusammenlegen kann – was natürlich die Forschungskosten reduziert.

Addiert man abschließend die Abschreibungen hinzu, erhält man einen Free Cashflow fürs Geschäftsjahr 2017 in Höhe von gut 5,8 Mrd. Euro.

Anschließend habe ich die Free Cashflows für die nächsten zehn Jahre mit folgenden prognostizierten Wachstumsraten berechnet.

prognostizierte jährliche Wachstumsrate
operativer Gewinn (EBIT)                                 3 %
Abschreibungen                                 5 %
Steuersatz (in % vom EBIT)                                20 %
Investitionen                                 3 %
Veränderung Umlaufvermögen                                 3 %

Quelle: Prognosen des Autors

Mir ist völlig bewusst, dass diese Wachstumsprognosen einer ziemlich vorsichtigen Einschätzung unterliegen. Warum ich das so gemacht habe, erfährst du am Ende des Artikels.

So viel ist die Bayer-Aktie basierend auf meinen Prognosen wert

Diskontieren wir die daraus resultierenden Free Cashflows mit einem Diskontierungssatz von 9 % und addieren sie zum Restwert nach dem Betrachtungszeitraum von zehn Jahren, erhält man einen Marktwert gemäß der Discounted-Cashflow-Analyse von knapp 100 Mrd. Euro für Bayer.

Anmerkung: Den Restwert, auch Terminal Value genannt, habe ich mit einem geschätzten Free-Cashflow-Wachstum von 3 % und einem Diskontierungssatz von 10 % berechnet.

Laut onvista.de beträgt der Marktwert von Bayer aktuell rund 69,5 Mrd. Euro (Stand: 02.10.2018). Basierend auf meinen Prognosen ist die Bayer-Aktie derzeit also um rund 30 % unterbewertet.

Wie du dieses Ergebnis interpretieren solltest – und wie nicht!

Deshalb ist Bayer allerdings noch lange keine Kaufgelegenheit! Denn das Entscheidende an dieser Berechnung ist, wie wir sie interpretieren. Das muss jeder Anleger für sich selbst tun – logischerweise kann ich dir das nicht abnehmen.

Aber ich kann meine Interpretation mit dir teilen. Wenn ich eine Value-Aktie kaufe, dann bevorzuge ich Titel, deren Sicherheitsmarge mindestens 50 % beträgt. Bei Bayer sind wir derzeit wie dargestellt bei 30 % – für mich persönlich zu wenig!

Die Sache ist allerdings die: Ich verfüge weder in Sachen Healthcare noch in der Agrarwirtschaft über nennenswerte Kenntnisse – auf genau diesen beiden Säulen steht allerdings das Geschäftsmodell von Bayer. Damit befindet sich der Bayer-Konzern ziemlich weit außerhalb meines Circle of Competence.

Warum ich mich trotzdem mit der Aktie beschäftige? Nun, zum einen glaube ich, dass Healthcare und Agrarwirtschaft zwei Megatrends unserer Zeit sind, von denen Bayer stark profitieren könnte.

Zum anderen scheint das Unternehmen mit CEO Werner Baumann und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Wenning über ein aufrichtiges und fähiges Management zu verfügen.

Kurz gesagt: Ich finde Bayer spannend!

Trotzdem muss ich meinen mangelnden Fachkenntnissen bezüglich des Geschäftsmodells Tribut zollen – und das habe ich mit einer extrem konservativen Schätzung der Wachstumsprognose getan. Außerdem ist ein Diskontierungssatz von 9 % sehr hoch gegriffen für ein gestandenes Unternehmen wie Bayer – ein weiterer persönlicher Sicherheitsaufschlag.

Angenommen, Bayer schafft es, um 5 % jährlich zu wachsen statt nur um 3 %, und der Diskontierungssatz läge bei 7 statt bei 9 %, dann käme man auf einen Unternehmenswert von über 111 Milliarden – was eine Unterbewertung von rund 38 % bedeuten würde.

Wie ich jetzt weiter vorgehe

Ich werde mich weiter intensiv mit Bayer und den Branchen, in denen das Unternehmen tätig ist, beschäftigen. Sollte sich im Zuge meiner Recherche herausstellen, dass meine Annahmen tatsächlich viel zu konservativ waren, dann werde ich meine DCF-Berechnung entsprechend anpassen.

Solange das nicht der Fall ist, werde ich die Bayer-Aktie weiter beobachten, sie mir aber konsequenterweise nicht ins Depot legen.

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