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Die Orange des Monats: Agri Terra

Gastautor: Markus Miller
07.10.2018, 21:42  |  593   |   |   

Im vergangenen Jahr habe ich für eine geplante „Sonderausgabe Paraguay und Uruguay“ umfassend recherchiert. Leider bin ich dabei fast immer auf Anbieter gestoßen, die aufgrund fehlender Transparenz, wenig plausibler Geschäftsmodelle oder wegen generell fragwürdiger Rahmenbedingungen schlicht nicht empfehlenswert waren. Aus diesem Grunde habe ich diese Sonderausgabe auf Eis gelegt.

Ein Anbieter von Investment-Möglichkeiten bzw. Anlage-Produkten in Paraguay, der mir dabei im Besonderen negativ aufgefallen ist, war und ist die Agri Terra KG. Das Unternehmen hat seinen aktuellen Geschäftssitz in Deutschland auf dem Gut Möschenfeld in Grasbrunn bei München. Die Geschäftsleitung besteht aus den beiden Brüdern Carsten und Michael Pfau. An dieses Unternehmen geht meine Zitrone des Monats, die in diesem Fall eine Orange ist.

Die BaFin hat das Angebot „Landerwerb in Paraguay mit OrangenRENTE“ untersagt

Meine mittlerweile sehr umfassenden, negativen Recherche- und Analyseergebnisse zur Agri Terra KG wurden am 18.06.2018 mehr als bestätigt. Zu diesem Datum veröffentlichte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine offizielle Verbrauchermitteilung in der Rubrik „Unerlaubte Geschäfte“ auf ihrer Internetseite. Die BaFin untersagt der Agri Terra KG darin das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Landerwerb in Paraguay mit OrangenRENTE“. Nachfolgend ein Screenshot der Internetseite der Agri Terra KG (www.agri-terra.net) vom 07.10.2018.

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Seither ist die Agri Terra KG bemüht – mittels beschönigender Videos und blumiger Pressemitteilungen – diese negativen Entwicklungen und klaren Verbotsmaßnahmen der Behörde zu relativeren. Carsten Pfau, der persönlich haftende Gesellschafter der Agri Terra KG phantasiert beispielsweise von einem „wissentlich herbeigeführten Schritt“ in Bezug auf das Verbot durch die BaFin, bis hin zu einem möglichen Börsengang der Agri Terra in Hong Kong. Das ist schlicht eine irrationale Beschwichtigungspolitik, um die negativen behördlichen Schritte und damit verbundenen öffentlichkeitswirksamen Auswirkungen dieser Entwicklungen – werblich und vertriebstechnisch – zu relativieren und zu verharmlosen.

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Meine Empfehlung: Beschreiten Sie jetzt den Rechtsweg gegen die Agri Terra KG und ihre Vermittler!

Im Gesetz über Vermögensanlagen bzw. dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) gibt es den Paragraphen 21 in Bezug auf die „Haftung bei fehlendem Verkaufsprospekt“. Sollten Sie in das Angebot „Landerwerb in Paraguay mit OrangenRENTE“ der Agri Terra KG investiert haben, rate ich Ihnen jetzt zum unverzüglichen Beschreiten des Rechtsweges, über einen entsprechend versierten bzw. spezialisierten Rechtsbeistand. Als investierter Anleger stehen – aufgrund der Verfügung durch die BaFin – Ihre Chancen sehr gut, dass Sie bei Abschluss eines Kauf- und Dienstleistungsvertrages mit der Agri Terra KG über den Erwerb von Orangenplantagen in Paraguay – und den damit verbundenen Besonderheiten und Risiken – unvollständig oder fehlerhaft aufgeklärt und beraten wurden.

Lassen Sie diesen Sachverhalt als betroffener Investor von einem Rechtsanwalt prüfen. Sie können dabei rechtlich sowohl gegen die Agri Terra KG vorgehen, als auch gegen die Person bzw. das Unternehmen, durch das Ihnen das Investment „Landerwerb in Paraguay mit OrangenRENTE“ vermittelt wurde. Die vorzeitige Rückabwicklung in Kombination mit der Geltendmachung eines Schadensersatzes – bei etwaigen Verlusten – gegen die Initiatoren und Vermittler dieses dubiosen Angebots ist nach meiner Einschätzung jetzt mehr als ratsam, um weiteren Schaden zu verhindern. Entsprechend renommierte Kanzleien und versierte Anwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht aus meinem Experten-Netzwerk gebe ich Ihnen dafür sehr gerne an die Hand. Weiterführende Informationen!

Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. – Beachten Sie bitte unsere PREMIUM PARTNER

 

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Kommentare

Passenderweise wird mir rechts neben diesem Artikel Werbung des Schweizer Bauminvestment-Anbieters Life Forestry Switzerland AG angezeigt.
Obwohl Sitz in der Schweiz ( = Intransparenz) verkauft diese anscheind nur in Euro und ohne BaFin-genehmigten Verkaufsprospekt.
Dies umgeht die Life Forestry, indem vorausgefüllt ein Ankreuzfeld ist (d.h. ich müsste es aktiv wegklicken) im Formular hat, in dem ich bestätige, dass ich nicht meinen Wohnsitz in Deutschland habe. Wie viele Wallstreet-Online.de -Leser haben das? 1 Prozent?!? Ich wette, 99,9x der Anfrager klicken nicht aktiv auf das Ankreuzfeld und lesen den dahinterliegenden Text.

Kein Bafin-genehmigter Verkaufsprospekt bedeutet
- keine testierten Bilanzen
- keine Offenlegung der Rücklagen (was wichtig ist, da viele Baumanbieter in Insolvenz gingen und dann Rücklagen für 15-25 Jahren Bewirtschaftung und Ernte fehlten)
- keine jährliche Offenlegungspflicht der Bilanz des Emittenten.
- keine Offenlegung der Höhe der Verkaufsprovisionen.
Life Forestry behauptet weiter "12% Rendite im Jahr" (und mehr), führt als Beleg den NCREIF-Index an. Dieser umfasst jedoch nur (!) die Wertentwicklung von Waldeigentum von Großgrundbesitzern in den USA, hat also mit Einzelbäumchen in Ecuador nichts zu tun. Eine extern erstellte Leistungsbilanz nach IDW-Standard (wie für Fonds in Deutschland) gibt es jedoch nicht, obwohl doch Life Forestry im 13 Jahr aktiv ist und es mehrere Durchforstungen mit Erlösen geben müsste.
Zudem wäre die Anlage angeblich"ökologisch". Dumm nur, dass fast 90% der Flächen nicht mal FSC-zertiziert sind, d.h. es gibt keine externe Kontrolle zu Pestiziden oder ob die Flächen nicht vorher Regenwald war, der für die Aufforstungen gerodet wurde.
Früher wurde auch mal Werbung von den Bauminvestment-Anbietern "Green Planet AG", "Agrofinanz AG oder "Prime Forestry Switzerland AG". Allesamt mittlerweile Pleite.

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