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Asset Allocation Ausblick: Aktien trotz politischer Risiken weiter attraktiv

Gastautor: Stefan Keller
09.10.2018, 12:13  |  445   |   |   

Die US-Wirtschaft wächst weiter: Der aktuelle Konjunkturzyklus ist der längste der Geschichte, was für US-Investoren und die amerikanische Bevölkerung nur gut sein kann. Allerdings könnten mit den Zwischenwahlen Anfang November 2018 politische Risiken drohen.

Im Euroraum ist „Widerstandsfähigkeit“ das Schlüsselwort: Die Dynamik ist jetzt positiv, die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) stabilisieren sich - wenn man Italien und Großbritannien außen vor lässt - und seit Juni gab es immer wieder positive Konjunkturüberraschungen. Ein großes Fragezeichen schwebt aber noch immer über dem Automobilsektor. Mögliche neue Einfuhrzölle könnten vielen Ländern schaden, einschließlich Deutschland.

Der jüngste Anstieg der ifo-Exporterwartungen der Industrie und des ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, dass die Unternehmer die Folgen möglicher neuer Zölle überschätzt haben. Die Angst vor einem schwächeren Außenhandel ist jetzt berücksichtigt, zumindest in gewissem Umfang. Hinzu kommen politische Risiken im Euroraum, etwa durch die Haushaltsverhandlungen in Italien und die politischen Aktivitäten im Herbst, wobei vor allem die Brexit-Verhandlungen zu nennen sind.

Verbesserte Fundamentaldaten in Japan
Unternehmensgewinne und Wachstum entwickeln sich erfreulich, und die politischen Risiken schwinden. Die anhaltend expansive Fiskal- und Geldpolitik stärken die Wirtschaft. Einige Investoren haben sich zwar zurückgezogen, doch das Land erweist sich als stabil.

Emerging Markets
Der Handelskrieg dominiert die Schlagzeilen, und die US-Dollar-Entwicklung ist ein wichtiges Risiko: Analysen zeigen aber, dass es gemessen am Verhältnis aus privaten und öffentlichen Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2018 nur wenige wirklich krisenanfällige Länder gab. In China hat der Renminbi gegenüber dem US-Dollar in den letzten Monaten fast zehn Prozent abgewertet und dürfte sich kurzfristig am unteren Ende seiner derzeitigen Handelsspanne bewegen. Die chinesischen Behörden haben auch die Fiskalpolitik gelockert, um dem schwächeren Wirtschaftswachstum etwas entgegenzusetzen. Mit positiven Auswirkungen ist Anfang 2019 zu rechnen. Auch wenn die Folgen der neuen US-Zölle für das chinesische BIP handhabbar bleiben, müssen Investorenstimmung und Mittelabflüsse genau beobachtet werden.

Fazit
Aktien aus den Emerging Markets und Europa haben unter Mittelabflüssen gelitten, da sich die Anlegerstimmung verschlechtert hat – ganz im Gegensatz zu den boomenden USA. Diese werden allerdings irgendwann mit den Folgen ihrer expansiven Geld- und Fiskalpolitik zurechtkommen müssen. Die regional unterschiedliche Konjunkturentwicklung hat zu Performance-Unterschieden geführt, und Investoren können so vom Nachholbedarf mancher Märkte profitieren. Kurzfristige Unbekannte dürften der Attraktivität der stabilen inländischen Fundamentaldaten in Europa und den Emerging Markets nicht schaden. Daher werden wir Aktien zweifellos weiter positiv einschätzen.

Die Wirtschaft wächst, die Konjunktur macht Fortschritte, und die Bewertungen anderer Assetklassen sind attraktiv. In unseren bevorzugten Regionen erwarten wir fast zweistellige Einjahreserträge. Dies gilt insbesondere für die USA, doch ist Candriam zusätzlich eine taktische Übergewichtung im Euroraum und in den Emerging Markets eingegangen. Unterdessen bleiben wir bei Credits zurückhaltend und schätzen andere Anleihen eher negativ ein – mit Ausnahme von inflationsindexierten Papieren und Emerging-Market-Titeln. Die wichtigsten Risikofaktoren sind die US-Außenhandelspolitik, die Folgen von Emerging-Market-Schocks, politische Risiken im Euroraum und die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA.



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