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Börsenkorrekturen: 11 Dinge, die man wissen sollte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
01.12.2018, 13:15  |  393   |   |   

Seit fast 10 Jahren boomt die Börse praktisch unaufhaltsam. Sowohl der 122-jährige Dow Jones Industrial Average als auch der der S&P 500  hatten sich in diesem Jahr gegenüber ihren Tiefstständen vom März 2009 vervierfacht. Unterdessen hatte sich der technologie- und biotech-lastige NasdaqComposite seit der Talsohle vor fast 10 Jahren mehr als verfünffacht. Die Investoren, die durchgehalten haben, wurden reich belohnt.

Die letzten gut sieben Wochen erwiesen sich jedoch als Herausforderung für die Anleger. Seitdem der Dow Jones sein Allzeithoch erreicht hat, nähert er sich mit einem Rückgang von mehr als 9 % einer Korrektur; der S&P 500 hat einen Rückgang von 10,2 % gegenüber seinem Allzeithoch verzeichnet, während der Nasdaq Composite mit Verlusten von 15 % seit Erreichen seines Höchststandes zu kämpfen hat.

Offensichtlich sind die Anleger besorgt. Aber sollten sie es sein? Hier sind 11 Fakten zur Korrektur der Aktienmärkte, die man kennen muss.

1. Marktkorrekturen geschehen häufiger, als du denkst

Zuerst solltest du berücksichtigen, ist, dass Korrekturen – d.h. Abnahmen von 10 % oder mehr nach einem neuen Hoch – weitaus häufiger sind, als du vermutlich weißt. Seit Anfang 1950 hat der S&P 500 ganze 37 Korrekturen von mindestens 10 % erfahren, und er hat nach Angaben des Marktanalyse-Unternehmens Yardeni Research einige weitere Einbrüche im hohen einstelligen Prozentbereich erfahren. Das bedeutet mehr als eine Korrektur alle zwei Jahre. Obwohl sich die Börse nicht genau an die Durchschnittswerte hält, zeigt sie dennoch, wie häufig Rückgänge sind.

2. Wir werden nie vorhersagen können, wann sie auftreten werden

Trotz ihrer Häufigkeit sind Korrekturen nicht vorhersehbar – zumindest auf lange Sicht. Eine Analyse von JPMorgan ergab, dass ein Investor, der zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 31. Dezember 2014 einen S&P 500 Indexfonds gehalten hätte, auf eine kumulative Rendite von 555 % oder 9,9 % pro Jahr gekommen wäre. Wohlgemerkt hätte dazu auch das Durchhalten sowohl während der Dotcom-Blase als auch der großen Rezession gehört. Doch wenn er aus Angst in diesem Zeitraum von 20 Jahren nur die 10 besten Handelstage verpasst hätte, wäre seine Gesamtrendite auf 191 % mehr als halbiert worden.

3. Wir wissen nicht, wie steil der Rückgang sein wird

Korrekturen sind nicht nur nicht vorhersehbar, sondern wir können auch nie sicher sein, wie stark der Rückgang bei einer Korrektur sein wird. In den letzten 31 Jahren haben nur zwei Korrekturen im S&P 500 offiziell den Bärenmarkt erreicht (d. h. einen Rückgang um 20 %), wobei der Rückgang im Jahr 1990 nur ganz knapp mit einem Zehntel Prozent Abstand diese Grenze fast überschritten hätte. Im Durchschnitt erleiden Anleger etwa einmal pro Jahrzehnt eine Baisse, aber das geschah vor den 90er Jahren weitaus häufiger. Der Aufstieg des Internets hat den Zugang der Kleinanleger zu Informationen erleichtert und damit die Volatilität etwas verringert.

4. Wir wissen erst hinterher, was eine Korrektur verursacht

Wir wissen nie im Voraus, warum eine Börsenkorrektur stattfindet. Vor kurzem nannte ich 25 Gründe, warum die Börse zusammenbrechen könnte. Während einer oder mehrere davon sehr wohl für die aktuelle Talfahrt verantwortlich sein könnten, kann ein X-Faktor genauso leicht aus dem Nichts kommen und die Wall Street sowie die Investoren überraschen. Erst nach einer Korrektur wird klar, was die Ursache war.

5. Sie sind in der Regel von kurzer Dauer

Niemand sieht gerne Rot in seinen Anlageportfolios, doch es gibt auch gute Nachrichten über Börsenkorrekturen – zum Beispiel, dass sie in der Regel nur von kurzer Dauer sind. Von den vorangegangenen 36 Korrekturen im S&P 500 dauerten 22 nur 104 Tage oder weniger. Im Vergleich dazu blieben nur sieben länger als ein Jahr bestehen. Nur zweimal seit 1992 hat eine Korrektur länger als 10 Monate gedauert: die Dotcom-Blase und die große Rezession.

6. Sie sind normalerweise emotional gesteuert

Unabhängig vom Grund für eine Korrektur kann man sich fast darauf verlassen, dass emotionale Investoren und kurzfristig agierende Händler die Volatilität antreiben. Es ist ungewöhnlich, große Volatilität zu sehen, wenn die Aktien steigen, aber sie kommt häufig vor, wenn die Dynamik nach unten weist, besonders da Korrekturen historisch gesehen ein kurzfristiges Ereignis sind.

7. Auf Marge zu kaufen ist während einer Korrektur keine gute Idee

Da die Abwärtsbewegungen bei Korrekturen schnell und heftig sein können, ist es im Allgemeinen nie eine gute Idee, auf Marge zu kaufen (d.h. sich Geld von seinem Broker zu leihen und mit diesen Schulden investieren). Obwohl es Fälle gibt, in denen Margen sinnvoll sein können, wie z. B. bei Leerverkäufen, ist die Marge in einem volatilen Umfeld ein besonders gefährliches Instrument. Deine beste Vorgehensweise ist, nur das zu investieren, was du zu verlieren bereit bist, und das bedeutet, die Finger von der Marge zu lassen.

8. In der Regel sind nur kurzfristige Händler betroffen

Ein weiterer wichtiger, aber oft übersehener Aspekt von Börsenkorrekturen ist, dass sie langfristigen Investoren nicht wirklich schaden. Das liegt daran, dass diese durch einen Rückgang von 10 % oder mehr nicht ins Abseits geraten. Die einzige Gruppe von Personen, die wirklich während der Korrekturen zahlen, sind die emotional getriebenen kurzfristigen Trader.

9. Eine Korrektur ist eine gute Zeit, um deine Aktien neu zu bewerten

Um es ganz klar zu sagen: Jeder Zeitpunkt ist ein guter Zeitpunkt, um deine Anlagen neu zu bewerten. Eine Börsenkorrektur bietet jedoch einen netten Tritt in den Hintern, um das zu tun. Bei der Bewertung der Aktien geht es in erster Linie darum, festzustellen, ob die ursprünglichen Gründe für den Kauf noch gegeben sind. Wenn sich die Lage nicht geändert hat, gibt es wahrscheinlich keinen Grund, zu verkaufen.

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