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Marktkommentar: Moritz Rehmann (DJE): Im Banking steckt viel Dynamik
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Marktkommentar Moritz Rehmann (DJE): Im Banking steckt viel Dynamik

Nachrichtenquelle: Asset Standard
06.12.2018, 11:35  |  573   |   |   

Viel spricht weiter für eine robuste Verfassung des US-Marktes gegenüber Europa –ein nachhaltiger Profiteur bleibt der US-Bankensektor.

Auch wenn sich das Zinsumfeld in Europa marginal verbessert, die Handelsvolatilität höher und das Kreditwachstum moderat positiv ist, muss man stets auch die zum Teil deutlichen Korrekturen der Bewertungen an den Aktienmärkten in den Blick nehmen, um gerade im strukturell schwierigen Bankensektor die richtigen langfristigen Entscheidungen zu treffen

Pullach im Isartal, 29. November 2018 – Obgleich die Midterm-Wahlen in den USA jüngst grundsätzlich zu Gunsten der Demokraten ausgingen, zeigte sich im direkten Anschluss vor allem einer als Gewinner: der Republikaner und US-Präsident Donald Trump. Kurzum: Mit Blick auf die Wirtschaft wird der Wind vorerst auch noch nicht drehen. Viel spricht weiter für eine robuste Verfassung des US-Marktes gegenüber Europa – und ein nachhaltiger Profiteur bleibt der US-Bankensektor.  

Nachdem Experten aus dem Hause DJE Kapital AG (DJE) jüngst unter anderem interessante Banken und Finanzdienstleister in den USA besuchten, bestätigt und festigt sich unser Bild von der wachsenden Dominanz der US-Wettbewerber gegenüber den Europäern. Nachdem schon in den vergangenen Jahren der US-Bankensektor eine deutliche Erholung im Zuge der Finanzkrise verzeichnete, auf die man insbesondere bei den großen deutschen Banken noch immer vergeblich wartet, setzen sich die vorauslaufenden USA weiter ab – der Abstand wächst zusehends.  

Die Gründe hierfür sind vielfältig: angefangen von der im Gegensatz zu hiesigen Banken im Expresstempo durchgezogenen Bilanzbereinigung nach der Finanzkrise inklusive beschleunigter Rückkehr zum Tagesgeschäft über das deutlich organischere Wachstum bis hin zu mehr Investitionen in die Zukunft. Zusammengenommen alles Themen, die hierzulande aus Gründen der Aufarbeitung und anhaltenden Umstrukturierung nicht den gleichen Stellenwert haben können. Zentralen Einfluss in den USA, auch auf die kontinuierlichere wirtschaftliche Erholung, hatte ein sich schneller stabilisierender Finanzsektor. Dieser wurde mit Wahl der Republikaner zudem von einer wieder liberaleren Regulierung unterstützt.

Ende Oktober nun zeigte sich die Bestätigung dieser Tendenz in einem Vorschlag der US-Notenbank FED, der gerade auch mittlere und kleinere Finanzinstitute – gemessen an der Bilanzsumme – von regulatorischen Anforderungen und auf die Liquiditätspuffer ausgerichteten Parametern entlastet. Diese auch wieder liberalere Regulierung führt zu einer vergleichsweise deutlich stärker auf die Aktionäre ausgerichteten Kapitalpolitik, mit entsprechend positiver Rückkopplung auf mehreren Ebenen. Schauen wir genauer hin:  

Höhere Freiheitsgrade mit mehr Ertragsmöglichkeiten

Die geschäftspolitischen Freiheitsgrade sind mit der höheren Bewertung der Banken größer. Sie erlauben, insbesondere im kapitalintensiven Investmentbanking, Geschäfte mit einem größeren Risiko-Rendite-Profil. Was, bei Erfolg, mit höheren Erträgen und Rentabilität wiederum eine positivere Bewertung der Unternehmen erlaubt. Das begünstigt auch die Bindung hochqualifizierter Mitarbeiter, die primär über die Entwicklung des Aktienkurses incentiviert sind. Denn an diesem Punkt hapert es im Vergleich zu deutschen Instituten, wo es letztlich nach Jahren der Krisen-Aufarbeitung, Strafzahlungen, Klagen und Zweifel an der Stabilität des europäischen Wirtschaftsraumes nur wenig Rückenwind für eine positive Entwicklung der Aktienkurse gab; ganz zu schweigen von den noch nicht erwähnten und zum Teil hausgemachten weiteren Problemen der Institute, etwa bei der noch unzulänglichen IT-Infrastruktur. Letztlich führt dies dann zur Abwanderung begehrter Fachkräfte zur profitableren Konkurrenz – und damit zu einer sich verstärkenden Spreizung der Geschäftsentwicklung, die von einem zyklischen zu einem strukturellen Problem wird.  

Digitalisierung als Chance begriffen

Die wachsenden Unterschiede zwischen internationalen Banken und Deutschlands großen Instituten zeigen sich auch in der Veränderung und im Umbau der Geschäftsmodelle: Zum einen machen sich bereits Digitalisierungserfolge in Form sinkender Kosten bei nordeuropäischen Wettbewerbern oder auch auf globalen Handel spezialisierten Instituten aus Großbritannien bemerkbar – und sollten auch noch strukturell anhalten. Zum anderen zeigt sich auch bei nordamerikanischen Instituten ein deutlich verstärkter Fokus auf die Relevanz der Bank für den Alltag der Kunden. Beispiele

hierfür sind die signifikant ausgebauten Aktivitäten um die Gewinnung der Premiumklientel im Kreditkartensegment. Bei zunehmend digitalen Verbraucherfinanzen, in denen mehr und mehr die klassische Überweisung oder im Falle der USA der Scheckverkehr ersetzt werden, ist es für das langfristige Potential der Banken unerlässlich, sich beim Kunden besser zu positionieren: Dazu zählen neue, komfortable Zahlungstechnologien wie e-Wallets und Produkte mit signifikantem Mehrwert, wie Premiumkreditkarten inklusive ihrer zahlreichen Vergünstigungen. Hier gilt es auch schnell und innovativ zu sein, um das Feld nicht den neuen Wettbewerbern, den großen Technologiekonzernen, zu überlassen.  

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