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Ein Investorenleitfaden für Erdgasaktien

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.12.2018, 11:30  |  433   |   |   

Erdgas ist ein wichtiger Brennstoff und deckt derzeit 23 % des weltweiten Energiebedarfs. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) wird der Gasmarkt bis 2040 voraussichtlich um 40 % wachsen. Einer der vielen Faktoren, die dieses rasante Nachfragewachstum antreiben werden, ist, dass Erdgas weniger Emissionen verursacht als Öl und Kohle, was es zu einer saubereren Wahl in einer Welt macht, die zunehmend vom Klimawandel betroffen ist.

Da Erdgas eine immer wichtigere Energiequelle wird, ist es wichtig, dass die Investoren die Branche verstehen. Auf diese Weise kannst du die besten Chancen erkennen, wie du von diesem schnell wachsenden Sektor profitieren kannst.

Was ist Erdgas?

Erdgas ist ein Kohlenwasserstoff, der hauptsächlich aus Methan besteht. Die häufigste Quelle von Erdgas sind unterirdische Gesteinsformationen, einschließlich großer Risse zwischen den Gesteinsformationen, winziger Poren in einigen Formationen wie Schiefer und Sandstein sowie in Kohlelagerstätten, bekannt als Kohlenflözmethan. Erdgaslagerstätten enthalten oft andere Gase in Verbindung mit Methan, darunter Kohlendioxid, Neon, Sauerstoff und Stickstoff, sowie Flüssigkeiten wie Öl, Wasser sowie Erdgasflüssigkeiten (NGLs) wie Ethan, Propan und Butan.

Nicht nur unterirdische Quellen produzieren Methan, sondern auch Deponien, Farmen und Kläranlagen. Dieses Biomethan, auch bekannt als erneuerbares Erdgas, kann an der Quelle gewonnen, dort aufbereitet und gereinigt werden, sodass es wie das aus unterirdischen Bohrungen gewonnene Gas in das Rohrleitungssystem gelangen kann. Neben dem Heizen von Häusern und der Stromerzeugung wird erneuerbares Erdgas auch als Transportkraftstoff eingesetzt. So verkauft beispielsweise Clean Energy Fuels, eine Firma, die Erdgastankstellen entwickelt, ein Markenerdgas namens Redeem, um Nutzfahrzeuge zu betreiben.

Wie funktionieren Erdgasbohrungen?

Öl- und Gasunternehmen tätigen jedes Jahr Tausende von Bohrungen. Obwohl viele von ihnen auf Öl setzen, kommt bei diesen Bohrungen häufig auch Erdgas zum Vorschein. Wenn eine angemessene Infrastruktur vorhanden ist, strömt dieses Gas durch ein Midstream-Netz, ein integriertes System von Rohrleitungen, Verarbeitungsanlagen und dazugehöriger Infrastruktur, zu den Endverbrauchern. Wenn jedoch die notwendigen Rohrleitungen nicht vorhanden sind, wird das zugehörige Gas entweder abgefackelt (am Bohrlochkopf verbrannt) oder wieder in den Boden eingespritzt, um mehr Öl zu produzieren, da das Gas nicht so wertvoll ist wie Rohöl.

Andere Bohrungen zielen indes speziell auf Erdgas ab. Das liegt in der Regel daran, dass Bohrer es mit hohen Geschwindigkeiten und zu niedrigen Kosten produzieren können, was es wirtschaftlich rentabel macht. Wenn Bohrer auf Gas setzen, werden sie sicherstellen, dass die notwendige Infrastruktur vorhanden ist, um das Gas schon vor Ende der Bohrungen auf den Markt zu bringen, damit sie den Wert des von ihnen produzierten Gases maximieren können.

Eine kurze Geschichte des Frackings

Hydraulisches Fracturing oder Fracking ist eine wichtige Methode, um Öl und Gas, das in engen Schieferformationen eingeschlossen ist, freizusetzen. In den letzten Jahren hat diese Technik aufgrund der Bedeutung für die Entwicklung des Marcellus-Schiefers in Pennsylvania und West Virginia an Bekanntheit gewonnen, aber es gibt sie schon seit den späten 1940er-Jahren, als Halliburton begann, mit dem Prozess zu experimentieren, bei dem Wasser und Sand unter hohem Druck in Ölquellen gepumpt werden, um die Felsen darin aufzubrechen.

Fracking gewann in den 1990er- Jahren an Bedeutung, als Mitchell Energy es zusammen mit Horizontalbohrungen einsetzte – ein Prozess, bei dem eine Ölquellen in einer Tiefe von mehreren Tausend Fuß gebohrt wurde, bevor der Bohrer um 90 Grad gedreht wurde, um die Bohrung weitere tausend Fuß oder mehr horizontal fortzusetzen –, um das Barnett Shale in Texas zu erschließen. Energieunternehmen haben im Laufe der Jahre beide Techniken verfeinert und die Technologie auf andere Schieferregionen übertragen, einschließlich solcher, die sich auf Öl konzentrieren, wie der Bakken-Schiefer in North Dakota.

Die Bedeutung von Pipelines

Da sich natürlich vorkommendes Methan in einem gasförmigen Zustand befindet, kann es nicht so leicht transportiert werden wie flüssige Kraftstoffe oder Öl. Während Flüssigkeiten per Lkw, Tankwagen, Bahn oder Pipeline transportiert werden, kann Erdgas nur durch Ferntransportleitungen zu den Marktzentren fließen, wenn es nicht in eine Flüssigkeit umgewandelt wird, was ein kostspieliger Prozess ist. Aus diesem Grund müssen die Erdgasproduzenten einen angemessenen Zugang zu Pipelines und anderen Midstream-Infrastrukturen haben, um sowohl Gas in die Marktzentren zu transportieren als auch den Wert der Produktion zu maximieren.

Wenn ein Energieunternehmen eine neue Bohrung vornimmt, treten Erdgas und andere Flüssigkeiten aus. Eine spezielle Komponente am Bohrlochkopf trennt dann das Öl und das Wasser von diesem Gemisch ab. Das Öl wird über ein ölorientiertes Midstream-Netzwerk zu den Endverbrauchern geleitet, während das Wasser recycelt oder in eine Entsorgungsbohrung eingespeist wird. Das Erdgas- und NGL-Gemisch nimmt einen anderen Weg und fließt durch ein  Midstream-System.

Aus dem Bohrlochkopf fließen Erdgas und ein gemischter Strom von NGLs in Sammelpipelines, die sie zu einer Erdgasaufbereitungsanlage transportieren, die das Gas von den NGLs trennt. Das Gas fließt dann durch das zwischenstaatliche Pipelinesystem des Landes in ein lokales Vertriebsnetz, wo es zur Nutzung in Heizungen von Wohnungen und Gewerberäumen genutzt wird oder Strom damit erzeugt werden kann. Die NGLs gehen unterdessen in einen Fraktionierungskomplex über, der den Mischstrom in seine verschiedenen Komponenten wie Ethan, Butan und Propan trennt. Von dort aus fließen NGLs durch Rohrleitungen zu Endverbrauchern wie petrochemischen Anlagen, wo sie in Legosteine umgewandelt oder in Gasflaschen für deinen Gartengrill gefüllt werden.

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