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Volkswagen-Krise VW im Dauerfeuer: Neuer Skandal, Mega-Kundenklage, miese CO2-Studie – Verkaufen?

07.12.2018, 18:30  |  4525   |   |   

Ein neuer Skandal um verkaufte Risiko-Autos, immer mehr Käufer bei der Sammelklage und eine schlechte CO2-Grenzwert-Prognose sind die jüngsten Tiefschläge, die der deutsche Autokonzern wegstecken muss. Was heißt das für den VW-Aktionär?

Vordergründig jagt eine schlechte Nachricht über den Volkswagen-Konzern die andere. Vor allem der "Spiegel" scheint sich zurzeit auf VW eingeschossen zu haben. So berichtet das Nachrichtenmagazin über einen "neuen Skandal". Volkswagen habe nach "Spiegel"-Informationen Fahrzeuge zu Geld gemacht, die eigentlich zu Testzwecken gebaut wurden. Nun wolle VW "die Problemkarren wieder einsammeln", texten die Redakteure.

Im Mai dieses Jahres habe VW ein Rückkaufprogramm beschlossen, so der "Spiegel" weiter. "Mindestens 5555 Autos, die 'nicht vermarktungsfähig' waren, will der Konzern nun von seinen Kunden zurückkaufen. Ein VW-Sprecher sagte, der Konzern habe mit Hochdruck aufgeklärt. Der Rückruf sei eine "vorsorgliche, proaktive Vorgehensweise".

Unterdessen schließen sich immer mehr VW-Kunden einer Musterfeststellungsklage an, die zum Ziel hat, zu klären, ob die Autobauer seine Kunden durch manipulierte Abgaswerte vorsätzlich geschädigt hat. Inzwischen hätten sich mehr als 81.000 Autokäufer der Klage angeschlossen. Nach Angaben des Bundesverbandes verbraucherzentrale (vzbv) rechne man damit, dass die Zahl der Anmeldungen zur Klage noch weiter steige.

Zudem stellt eine Studie der Unternehmensberatung PA Consulting dem Wolfsburger Autokonzern kein gutes Zeugnis beim Wettlauf um niedrigere CO2-Werte aus, so der "Spiegel". PA Consulting untersucht die Fortschritte der Hersteller bei den CO2-Werten regelmäßig seit 2015. Demnach muss VW bis 2021 einen CO2-Ausstoß von 97,7 Gramm einhalten. In der PA Consulting-Prognose liegt Volkswagen mit 101,5 Gramm knapp vier Gramm über dem Grenzwert.

Unterm Strich müsste der Kurs der VW-Aktie nach der vollen Breitseite schlechter Nachrichten aus den letzten Tagen eigentlich in die Knie gehen. Das ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil – heute notierte das Papier leicht im Plus. Es sieht danach aus, dass die Marktteilnehmer die schlechten Nachrichten bereits eingepreist haben.

Schon werden die ersten Stimmen am Markt laut, dass es mit VW jetzt wieder aufwärts gehen könnte. Für VW spräche, dass der Konzern den Umbau hin zu mehr Elektrofahrzeugen deutlicher als andere deutsche Autobauer vorantreibe. Immer wieder werden Parallelen zwischen VW und Tesla gezogen. Zudem spart der Konzern streng und investiert in den Augen einiger Analysten intelligent. Das mögen Börsianer.

So will Volkswagen bis 2023 elf Milliarden Euro in Zukunftstechnologien investieren, davon neun Milliarden Euro in die Elektromobilität, berichtet die "Börsen-Zeitung". Und nach den bereits im Jahr 2016 angekündigten Einsparungen von drei Milliarden Euro - die in 2020 eine operative Rendite von vier bis fünf Prozent einbringen sollen - stellte die Abteilung VW Pkw weitere Kostensenkungen von drei Milliarden Euro in Aussicht. Das bis 2025 angepeilte Margenziel von mindestens sechs Prozent soll drei Jahre früher erreicht werden.

Aktuelle Analystenstimmen beschreiben einen guten Ausblick für die Vorzugsaktien von VW. Heute beließ das Analysehaus Kepler Cheuvreux Volkswagen Vorzüge auf 'Buy' bei einem Kursziel von 210 Euro. Die Margenziele der Marke VW erscheinen sinnvoll und stärkten seine Zuversicht bezüglich seiner Prognosen für 2022, schrieb Kepler Cheuvreux-Analyst Michael Raab. Der Autohersteller komme mit den Kostensenkungen gut voran. Von Credit Suisse hieß es am Nikolaustag: "Outperform" und auch die NordLB blieb bei "kaufen". Nur Morgan Stanley war mit "Neutral" vorsichtiger.

Quellen:

Spiegel

Börsen-Zeitung

Wertpapier
Volkswagen Vz


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