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Bekenntnisse Deutsche Manager stehen hinter Europa: Für Haftungsrisiken sowie Euro-Rettungspolitik

14.01.2019, 16:37  |  1310   |   |   

Spannende Umfrageergebnisse: Die recht deutlichen pro-europäischen Umfrageergebnisse unter deutschen Führungskräften überraschen vor dem Hintergrund wachsender Renationalisierungstendenzen in der Politik. Zudem geht mit 60 Prozent die Mehrheit davon aus, dass Europa künftig wirtschaftlich mit den USA und China mithalten könnte. Aber zwei von drei Unternehmen meinen, dass sich die Wachstumschancen in der EU im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht verbessern, sondern auf gleichem Niveau bleiben werden.

Ein Großteil der deutschen Unternehmen bekennt sich zur Europäischen Union. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter deutschen Unternehmen, die das Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) durchgeführt hat. Es wurden im Dezember 2018 und Januar 2019 Führungskräfte von 400 privaten deutschen Unternehmen, je nach Größe auf der Ebene Vorstand, Inhaber, Geschäftsführung oder Abteilungsleiter befragt.

Eine knappe Mehrheit (51 Prozent) der Manager kann sich sogar vorstellen, dass bei Finanz- und Haushaltsfragen mehr Kompetenzen an die EU abgegeben werden. Mehr Engagement von EU-Politikern wird bei den Themen Arbeitsmarktpolitik, Fachkräftemangel, Bürokratieabbau sowie Umwelt- und Klimaschutz erwartet. Außerdem wollen die Unternehmen (62 Prozent), dass die EU bald die Zinswende mit einer Anhebung der Leitzinsen einleitet.

Keine Alleingänge

Unterm Strich erteilten die Manager nationalen Alleingängen eine Absage. Eine Mehrheit (56 Prozent) der Unternehmen weist es ab, dass die Bundesregierung in Zukunft in der EU die wirtschaftspolitischen Interessen Deutschlands mehr betont und gegen EU-Partner durchsetzt. Eine große Mehrheit von 83 Prozent steht sogar hinter den von Deutschland übernommenen Haftungsrisiken und der Euro-Rettungspolitik in den letzten Jahren.

Dem Brexit scheinen die Führungskräfte recht gelassen entgegenzusehen. Nur 30 Prozent erwarten Nachteile für ihre Geschäfte. Nur 13 Prozent geben eine intensive Geschäftsbeziehung mit Großbritannien an. Die Mehrheit von 57 Prozent kommt ohne Geschäfte auf der Insel aus. Sogar 92 Prozent ist für die aktuelle Politik der EU in den Brexit-Verhandlungen. Für 15 Prozent der Befragten hätte "die Verhandlungslinie sogar noch härter sein können", geht aus der gemeinsamen Pressemitteilung von EY, DGAP und DIW hervor.

Furcht vor Schuldenkrise

Bei den Befürchtungen steht eine mögliche Finanzkrise durch die Schuldenkrise in Italien mit 68 Prozent oben auf der Risiko-Liste der Unternehmen. Für 57 Prozent ist die zunehmende Präsenz Chinas eine Bedrohung für den europäischen Wirtschaftsraum. Dagegen denken 60 Prozent, dass Europa mit den anderen Wirtschaftsmächten mithalten werden kann.

„Die Antwort der deutschen Wirtschaft auf die Brexit-Debatte lautet: Mehr Integration, keine nationalen Alleingänge, ein stärkeres, geeintes Europa. Deutschland steht für politische Stabilität und wirtschaftliche Dynamik, sollte nun aber mehr Verantwortung für Europa übernehmen“, kommentierte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Quelle:

EY



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