DAX-0,10 % EUR/USD-0,29 % Gold+0,05 % Öl (Brent)+0,96 %

Mensch und Maschine - Exklusivinterview: „Digitalisierung ist unser langfristiger Wachstumstreiber“

Nachrichtenquelle: Nebenwerte Magazin
14.03.2019, 12:42  |  405   |   |   
Michael Nowak, Vorstand Bitcoin Group SE: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Bitcoins Schritt für Schritt Bestandteil unseres Alltags werden.“

In unserem heutigen Interview konnten wir unsere Fragen an Herrn Adi Drotleff, Verwaltungsratsvorsitzender der Mensch und Maschine Software SE (ISIN: DE0006580806), stellen. 

Nach dem Erfolgsjahr 2018 peilt die Mensch und Maschine Software SE (MuM) weitere Rekorde für 2019 an. „Wir beobachten weiterhin ein gesundes organisches Wachstum und bekommen mit der Mehrheitsübernahme der SOFiSTiK AG noch zusätzlichen Schub, so dass wir beim Umsatzwachstum für 2019 eine Bandbreite von 15 bis 20 % erwarten und beim EBIT einen Sprung auf 24 bis 26 Mio. Euro“, sagt MuM-CEO und -Großaktionär Adi Drotleff im Exklusivinterview mit dem Nebenwerte-Magazin. Das langjährige Ziel von 100 Cent Gewinn je Aktie will er im Geschäftsjahr 2020 nicht nur erreichen, sondern „ziemlich deutlich überspringen“. Wie er die EBIT-Marge auf über 14 % steigern will, warum er die Aktiendividende der Bardividende vorzieht und er im gleichen Boot mit den Aktionären sitzt, verrät Drotleff im heutigen Interview.

Nebenwerte-Magazin: Herr Drotleff, Mensch und Maschine weist für das Geschäftsjahr 2018 ein Umsatzplus von 15 % aus; für 2019 peilen Sie ein noch stärkeres Wachstum von 15 bis 20 % an. Was waren und sind dabei die wesentlichen Umsatztreiber?

Adi Drotleff: Wachstumstreiber sind und waren unsere eigene Software rund um das Flaggschiff CAM sowie das Systemhaus-Segment, das nach dem temporären Bremseffekt der Autodesk-Umstellung von Verkauf auf Vermietung in 2016/17 nun wieder kräftig Fahrt aufgenommen hat.

Waren Sie selbst überrascht, wie schnell das Systemhaus-Segment nach dem angesprochenen Bremseffekt nun wieder deutlich zweistellige Wachstumsraten zeigt und wie schnell das Vermietungsmodell von Kundenseite akzeptiert worden ist?

Adi Drotleff: Grundsätzlich haben wir das schon erwartet, weil bei der Vermietung einerseits die Einstiegsschwelle für die Kunden abgesenkt wird, da sie keine Lizenz kaufen müssen, andererseits aber die laufenden Mietraten mehr als doppelt so hoch sind wie die klassischen Wartungsraten nach dem Lizenzverkauf, so dass das Modell für den Software-Anbieter zwar am Anfang eine Delle verursacht, aber danach deutlich attraktiver ist. Die Frage war nur, wie gut die Akzeptanz auf der Kundenseite ausfällt, und hier lag das Umsatzwachstum mit 17,5 % im Systemhaus-Segment schon eher am oberen Rand unserer Erwartungen.

Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte 2018 überproportional um 29 % auf den neuen Rekordwert von 19,7 Mio. Euro. Wie zufrieden sind Sie mit der Ergebnisverbesserung, insbesondere im Systemhaus-Geschäft?

Adi Drotleff: Der operative Konzerngewinn lag in der oberen Hälfte unseres Prognosekorridors – und auch die Verteilung zwischen den Segmenten entsprach ziemlich gut unserer Erwartung, dass das Systemhaus beim Ergebnis aufholt. Auf EBITDA-Ebene war der Ergebnisbeitrag von Software und Systemhaus im Jahr 2017 noch 70 zu 30 gewesen, 2018 waren es schon 65 zu 35. Andererseits haben wir natürlich auch nichts dagegen, dass unser starkes Geschäft mit der eigenen Software ebenfalls sehr ordentlich wächst und so dieses interne Rennen weiterhin spannend bleibt.

Welche Erwartungen haben Sie an das laufende erste Halbjahr 2019? Konnten Sie die Dynamik des Vorjahres mit ins neue Jahr nehmen?

Adi Drotleff: Wir beobachten weiterhin ein gesundes organisches Wachstum und bekommen mit der Mehrheitsübernahme der SOFiSTiK AG noch zusätzlichen Schub, so dass wir beim Umsatzwachstum für 2019 eine Bandbreite von 15 bis 20 % erwarten und beim EBIT einen Sprung auf 24 bis 26 Mio. Euro. Für den Gewinn pro Aktie sehen wir eine Bandbreite von 89 bis 95 Cent, also nur knapp unter unserem langjährigen Ziel von 100 Cent, das wir 2020 nicht nur erreichen, sondern ziemlich deutlich überspringen sollten.

In den letzten Jahren hat Mensch und Maschine ein durchschnittliches Wachstum von 10 % pro Jahr gezeigt. Wird es mit steigender Unternehmensgröße nicht zunehmend schwieriger, dieses Wachstumstempo aufrechtzuerhalten?

Adi Drotleff: Da letztlich das Thema Digitalisierung unser langfristiger externer Wachstumstreiber ist, teile ich diese Sorge nicht. Wir stoßen auch nirgends an Marktgrenzen, sondern haben sowohl in unseren bestehenden Märkten genug Potenziale als auch – bei Bedarf – Expansionsmöglichkeiten in angrenzende Märkte, und zwar sowohl thematisch als auch geografisch.

Mittelfristig peilen Sie eine Steigerung der EBIT-Marge von 10,6 % in 2018 auf über 14 % an. Welche Maßnahmen planen Sie konkret zur Margensteigerung?

Adi Drotleff: Wir haben in den letzten fünf Jahren den Rohertrag um 36,4 Mio. Euro gesteigert und das EBITDA um 18,9 Mio. Euro, was einer Ausbeute von 52 % entspricht. Das haben wir einfach dadurch geschafft, dass die Kosten nur etwa halb so stark gestiegen sind wie die Wertschöpfung. Genauso machen wir das auch in Zukunft. Dass wir das sehr effizient können, haben wir 2017 bewiesen: Da hatten wir zum Jahresbeginn 7 bis 8 % Rohertrags-Steigerung kommuniziert, sind durch den Autodesk-Bremseffekt dann bei nur +3,7 % gelandet und konnten trotzdem das EBITDA um 14,5 % steigern und lagen damit sogar in der oberen Hälfte der vorher kommunizierten Bandbreite von +11 bis +17 %.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel