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Buchtipp Die Autobiografie von Dirk Roßmann

Gastautor: Rainer Zitelmann
17.03.2019, 17:56  |  1969   |   |   

Dirk Roßmann (mit Olaf Köhnen und Peter Käfferlein), „…dann bin ich auf den Baum geklettert!“ Von Aufstieg, Mut und Wandel, Ariston Verlag, 239 Seiten.

Dirk Roßmann, Gründer der gleichnamigen Drogeriemarktkette, war sein Leben lang ein Rebell. Er verkörpert fast prototypisch den Unternehmertyp, den Joseph Schumpeter beschrieben hat. Er hat sich stets aufgelehnt, und das fing bereits in der Schule an: „Ich habe alles, was mit der Schule zu tun hatte, gehasst. Es war furchtbar. Ich wollte ja lernen, aber mit Zucht und Ordnung war bei mir nichts zu holen. Deswegen frustrierte mich dieser Ort nur.“ (S. 46 f.) Zur Bundeswehr wollte er nicht, weil er sich um die Drogerie seiner Mutter kümmern musste. Er wollte aber auch nicht den Kriegsdienst verweigern. Er rückte unter Protest ein, verweigerte aber konsequent über Monate hinweg jeden Befehl, und zwar so lange, bis man ihn in die Bundeswehr-Psychiatrie einlieferte. Nachdem er da raus war, kletterte er in Uniform auf einen hohen Baum und blieb stundenlang dort sitzen, bis ihn die Feuerwehr herunterholte (S.23). Schließlich erreichte er, was er wollte und wurde aus der Bundeswehr entlassen.

„Der Mensch braucht Geld, um frei zu sein“

Was ihn sein Leben lang antrieb, ist ein ungeheurer Freiheitsdrang. Roßmann ist kein Mann, der Wert auf Luxus und teure Konsumgüter legt. Er ist heute mehrfacher Milliardär, einer der reichsten Deutschen. Aber er fährt ein acht Jahre altes Auto, hat ein altes Handy (kein Smartphone), besitzt weder Jacht noch Jet und gibt nur für Bücher und Reisen gerne viel Geld aus (S. 165 f.). Geld ist für ihn ein Mittel, um frei und unabhängig zu sein: „Der Mensch braucht Geld, um frei zu sein. Eine simple Weisheit. Und ich wollte so viel Geld verdienen, dass ich unabhängig war und in der Lage, entscheiden zu können, was ich tun möchte.“ Das war auch das Motiv, selbstständig zu werden. Er „wollte niemandem Rechenschaft ablegen müssen, niemals Befehlsempfänger sein. Lieber wollte ich einmal einen kleinen Kiosk an der Ecke unserer Straße betreiben, als dass ich eine gut bezahlte Stelle in einem Unternehmen annahm, in dem ein Chef das Sagen hatte.“ (S. 36). Freiheit gehe „immer einher mit einer finanziellen, einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit.“ (S. 36). Dieses Motiv verbindet ihn – wie übrigens viele andere Dinge auch – mit den Reichen, die ich für meine Dissertation „Psychologie der Superreichen“ interviewt habe.

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