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Warum steigen DAX & Co. trotz deutscher Industrie-Rezession?

Gastautor: Sven Weisenhaus
10.04.2019, 09:44  |  1539   |   |   

Die Industrieproduktion in Deutschland ist im Februar um 0,2 % geschrumpft. Damit war sie den zweiten Monat in Folge rückläufig. Und diese Tendenz dürfte noch anhalten. Denn im Februar gab es mit -4,2 % gegenüber dem Vormonat (-8,4 % zum Vorjahresmonat) den stärksten Rückgang bei den Auftragseingängen in der Industrie seit mehr als zwei Jahren.

Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands
(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie - BMWi)

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Bereits im Januar waren die Bestellungen um 2,1 % zum Vormonat gesunken (-3,6 % zum Vorjahresmonat). Und je weniger Aufträge eingehen, desto weniger wird gewöhnlich zukünftig produziert.

Harte Wirtschaftsdaten passen zu den weichen Stimmungsindikatoren

Damit passen die „harten“ Wirtschaftsdaten zu den „weichen“ Stimmungsindikatoren wie dem Einkaufsmanagerindex. Am 22. März beichtete ich, dass der Einkaufsmanagerindex für die hiesige Industrie laut der Schnellschätzung von IHS Markit mit 44,7 Punkten im März auf ein 79-Monats- bzw. 6,5-Jahres-Tief gesunken war. Und das Industrie-Neugeschäft wies laut den Erhebungen von IHS Markit im März das höchste Minus seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise im April 2009 aus. Es ist also damit zu rechnen, dass die „harten“ Fakten auch im März einen Rückgang bei der Industrieproduktion zeigen und sich die Industrie damit tatsächlich tief in einer Rezession befindet.

Warum steigen die Aktienkurse trotz Industrie-Rezession?

Warum konnten sich aber die Aktienkurse weiter nach oben entwickeln, obwohl die Einkaufsmanagerdaten schwach ausfielen und es am 22. März bereits nach dem Beginn eines „stärkeren Rücksetzers oder einer längeren Konsolidierung“ ausgesehen hatte. Und am 27. März wies ich darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft im 1. Quartal 2019 sogar schon wieder geschrumpft sein könnte. Angesichts dieser düsteren Aussichten erscheint der Anstieg des DAX auf inzwischen rund 12.000 Punkte manchen sicherlich überraschend.

Deutschland besteht nicht nur aus Industrie

Doch Analysen sind natürlich immer nur eine Zeitpunktbetrachtung. Sie beruhen auf den zu einem bestimmten Zeitpunkt vorliegenden Zahlen, Daten und Fakten. Und Ende März hieß es noch, dass die deutsche Wirtschaft im Januar insgesamt 0,8 % weniger produziert hat. Dieser Wert wurde aber inzwischen von offizieller Seite auf 0,0 % deutlich nach oben revidiert, womit die Produktion nach diesen aktualisierten Zahlen im Januar lediglich stagnierte.

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