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Euro Spielball der Geldpolitik

Gastautor: Dr. Ulrich Kater
12.04.2019, 09:45  |  561   |   |   

Die Europäische Zentralbank hat den Euro Anfang März unter Druck gebracht. Mit dem EZB-Zinsentscheid am 7. März ist der Euro gegenüber dem US-Dollar von 1,13 auf 1,11 gefallen. Die Verschiebung der Leitzinswende auf 2020, die Ankündigung von neuen gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften und eine Eintrübung des Konjunktur- und Inflationsausblicks hatte dem Euro zugesetzt. Darüber hinaus betonte EZB-Präsident Draghi auf der Pressekonferenz, dass die EZB für den Fall einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Perspektiven bereit stehe, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

 

Als im Laufe des Monats unerwartet schwache europäische Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden, hat sich der Euro allerdings überraschend robust gezeigt und ist nicht unter die Marke von 1,11 EUR-USD gefallen.

 

Die Unterstützung für den Euro kam von der US-Geldpolitik. Die Fed-Mitglieder haben ihre Einschätzung des zukünftigen Zinspfades nennenswert nach unten angepasst. Der Median der "Dots" zeigt keinen Zinsschritt mehr in diesem Jahr und nur noch einen im kommenden Jahr an.

Im Dezember 2018 lagen die Einschätzungen noch bei zwei Schritten für dieses Jahr. Die Fed wird ab Mai damit beginnen, die Abschmelzung der Bilanz bei Treasuries von derzeit 30 Mrd. USD auf 15. Mrd. USD zu reduzieren und ab Oktober 2019 komplett einzustellen. Die Fed hat auch ihre makroökonomischen Erwartungen nach unten angepasst. Beim Wachstum sind diese Anpassungen nach unten etwas stärker als bei der Inflation ausgefallen.

 

Zinssenkungen sind derzeit keine Thema bei der US-Notenbank. Sollten diese aber auf die Tagesordnung kommen, würde dies dem Euro gegenüber dem US-Dollar spürbar helfen.

 

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Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt, DekaBank

Der promovierte Volkswirt war von 1995 bis 1999 im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Seit 1999 hat er maßgeblich zum Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank beigetragen, ist seit 2004 Chefvolkswirt der DekaBank und übernahm 2006 den Vorsitz der Kommission Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken, den er bis heute innehat.

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