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thyssenkrupp-Aktienkurs einstellig: Ist das jetzt nicht etwas übertrieben?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.08.2019, 09:07  |  1753   |   |   

Hätte die Aktie von thyssenkrupp (WKN: 750000) nicht schon längst nach oben drehen müssen? Ein jahrelanger Umbau mit kontinuierlichen Zumutungen für die Mitarbeiter hat bisher nichts genützt. Dabei verzichten die Eigentümer sogar seit Langem großzügig auf spürbare Dividenden, um den Konzern aufpäppeln zu helfen. Innerhalb von zwei Jahren verlor die Aktie trotzdem fast zwei Drittel an Wert.

Am Freitag (09.08.) ging es sogar um weitere 6,5 % nach unten und am Montag darauf tauchte der Kurs unter die Marke von 10 Euro ab. So tragisch die Lage aussieht: Das könnte nun wirklich übertrieben sein.

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Was die Anleger besorgt

Wenn thyssenkrupp bereits in Boomzeiten nicht auf die Beine kommt, was passiert dann erst, wenn eine neue Krise zuschlägt? Das Eigenkapital ist auf klägliche 2,5 Mrd. Euro zusammengeschmolzen und der Weg nach vorne ist nach zahlreichen Strategieschwenks unklarer denn je zuvor.

Zuerst hieß es, dass nur die Aufzugssparte teilweise versilbert werden soll. Nun steht fast alles zur Disposition. Besonders schlecht performende Bereiche sollen abgestoßen und andere möglicherweise in Joint Ventures oder ähnliche Kombinationen eingebracht werden. Dabei wurden bereits über die letzten Jahre jede Menge Geschäftsbereiche ausgegliedert, darunter der Industriedienstleister XERVON, die amerikanischen Stahlstandorte und der Edelstahlbereich Inoxum.

Dabei kann man kaum behaupten, dass das Profil des Konglomerats dadurch klarer geworden wäre, und weder die Eigenkapital- noch die Cashflowsituation ist bisher zufriedenstellend gelöst. Nun droht auch noch ein jähes Ende der weltweiten Konjunktur, sodass auch dieser laue Rückenwind entfallen könnte. Hier muss zweifellos ein Befreiungsschlag her, um sich für einen frostigen Gegenwind zu wappnen.

Warum es Hoffnung gibt

Der „Capital“-Kolumnist Bernd Ziesemer nennt nun drei Szenarien und favorisiert dabei einen zügigen Börsengang der Elevator-Sparte, noch bevor die Konjunkturkeule zuschlägt. Der Versuch einer Fusion mit einem Konkurrenten könnte seiner Einschätzung nach ähnlich kompliziert werden wie der gescheiterte Stahl-Deal. Tiefschwarz sieht er, wenn sich kurzfristig keine Lösung findet und das Umfeld sich deutlich eintrübt.

Ich denke auch, dass es nun entscheidend darauf ankommt, dass die Bilanz über einen klugen Verkauf von Anteilen des Aufzugsgeschäfts aufgebessert wird. Allerdings denke ich, dass der Kreis der potenziellen Interessenten deutlich größer ist. Eine Branchenkonsolidierung ist nicht erforderlich. Vielmehr würde mir ein Zusammengehen mit einem Bahn- oder Gebäudetechnikhersteller gut gefallen, wo die renditestarken Rolltreppen und Lifte und das weltweite Servicegeschäft komplementär dazupassen.

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