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Aktuelle Kursbewegungen nicht überbewerten

Gastautor: Sven Weisenhaus
10.10.2019, 09:29  |  911   |   |   

Beim Lesen der Nachrichten komme ich in diesen Tagen wieder regelmäßig ins Schmunzeln. Egal was die Märkte machen, ob sie ein paar Punkte steigen oder fallen, immer ist der Handelskonflikt schuld daran. Beispiele gefällig? Vorgestern Abend titelte zum Beispiel Reuters „Ungewissheit im Handelsstreit belastet Wall Street“. Gestern am frühen Morgen um 4:51 Uhr hieß es dann: „Handelsstreit und Visabeschränkungen belasten asiatische Börsen“. Und am späteren Morgen um 9:11 Uhr lautete eine Schlagzeile: „Anleger bleiben vor Handelsgesprächen auf der Hut“. So weit, so einheitlich. Doch gestern Mittag wurde nach leicht gestiegenen Aktienkursen um 12:19 Uhr gemeldet: „Anleger halten an Hoffnung im Handelsstreit fest“. Dabei gab es in der Zwischenzeit keine Meldung, die zu dieser Hoffnung berechtigt hätte.

Anleger greifen nach jedem Strohhalm

Im Grunde sind die Agenturmeldungen aber natürlich nicht falsch. Die Börse ist eben die meiste Zeit stimmungsgetrieben. Und da sich positive und negative Meldungen zum Handelsstreit derzeit regelmäßig abwechseln, sind die Anleger hin und her gerissen. Sie greifen nach jedem noch so kleinen Strohhalm, also nach jedem Hinweis im Handelsstreit, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden bzw. möglichst von Anfang an dabei zu sein, wenn neue Tatsachen im Handelskonflikt für größere Kursbewegungen sorgen.

Normales Marktrauschen in engen Konsolidierungen

Ob aber die kurzfristigen Schwankungen nun tatsächlich hauptsächlich nachrichtengetrieben sind, darüber lässt sich streiten. Es kann sich stattdessen auch um ganz normales „Marktrauschen“ handeln, für das es keine marktbewegenden News braucht. Und dabei gilt das Motto „Kurse machen Nachrichten“. In einer solchen Phase kann man sich auch einfach einmal sehr gut an die Seitenlinie stellen, bis sich neue klare Trends abzeichnen. (Daher ist auch in unseren Stockstreet-Börsenbriefen derzeit wenig Aktivität.) Zumal ich ja bereits wiederholt die Erwartung beschrieben habe, dass die Märkte in Seitwärtstendenzen einschwenken. Und in denen ist es völlig normal, dass die Kurse mal aufwärts und mal abwärts tendieren.

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