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Marktkommentar November 2019 US-Verschuldung: In debt we trust

Gastautor: mack-weise
11.12.2019, 10:23  |  1999   |   |   

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die internationalen Notenbanken die Zinsen auf den tiefsten Stand seit 5.000 Jahren abgesenkt, und finanzieren die inzwischen weltweit exponentiell wachsenden Schuldenberge auch noch per Inflationspolitik.

Da die „Währungshüter“ mit dieser historisch beispiellosen Geldpolitik immer größere Risiken für die Stabilität des heutigen Finanzsystems erzeugen, haben wir die Investitionen in unseren Fonds in den letzten Jahren immer stärker auf Edelmetalle und Edelmetallminenaktien fokussiert.

US-Notenbank: Seit dem 17. September, als die Übernacht-Zinsen am US-Geldmarkt plötzlich auf 10 % hochgeschossen waren, muss die Fed an dem so immens wichtigen Kurzfrist-Refinanzierungsmarkt für Banken (tägliches Volumen: ~3.900 Mrd. Dollar) laufend intervenieren, um den Übernacht-Zins wieder in normale Bahnen – innerhalb des Fed-Leitzinsbandes – zu lenken.  Bis dato hat die Fed dafür über 320 Mrd. USD an Liquidität in den Repo-Markt hineingepumpt und darüber hinaus wird Notenbank-Chef Powell den Finanzmärkten mit dem Mitte Oktober gestarteten Anleihekaufprogramm insgesamt 560 Mrd. USD an Liquidität zur Verfügung stellen. Damit denkt Powell nun wieder „alles unter Kontrolle“ zu haben, obwohl doch die Ursachen für die Liquiditätskrise insbesondere mit Blick auf die seit September sogar um 83,6 Mrd. USD auf aktuell 1.389 Mrd. USD gewachsenen Bank-Liquiditätsreserven nach wie vor völlig unklar sind.

US-Verschuldung: In diesem Jahr durchbrach die US-Staatsverschuldung sowohl die 22- als auch 23-Billionen-USD-Schallmauer, nachdem die Trump-Administration in nur elf Monaten 1.209 Mrd. USD an neuen Schulden anhäufte. Selbst Fed-Chef Powell zeigt sich angesichts der exponentiell wachsenden US-Staatsverschuldung nun alarmiert, hat sich doch diese seit Ende 2009 nahezu verdoppelt und war dabei auch noch fast dreimal größer als das Wirtschaftswachstum. Dass sich die Staatsverschuldung bis zum Jahr 2029 laut der letzten CONGRESSIONAL BUDGET OFFICE (CBO)-Prognose noch einmal verdoppeln wird, während die Wirtschaft um – bestenfalls – 50 % wachsen soll, können die Defizite nur inflationär per „Druckerpresse“ finanziert werden.

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Kommentare

Ein guter Artikel! Eine Kleinigkeit haben Sie vergessen: eine expansive Geldpolitik der Zentralbanken hat immer einen ungerechten Verteilungseffekt - das ist die Entwicklung, die wir allmählich zu bemerken beginnen und die sich, ohne Gegensteuer, in französischen Verhältnissen auch in anderen Ländern Luft machen wird.

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