THYSSENKRUPP am Abgrund, Schindler schmiert schon ab – ist jetzt alles zu spät?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
26.02.2020, 09:11  |  2378   |   |   

Nach einem kurzfristigen Höhenflug rund um den Jahreswechsel ist der Kurs von thyssenkrupp (WKN: 750000) nun wieder auf dem harten Boden der Tatsachen angekommen. Bei Kursen von unter 10 Euro wird der umsatzstarke Stahlkonzern nur noch mit 5 bis 6 Mrd. Euro bewertet. Der aktuelle Abverkauf an den Börsen ist alles andere als günstig für das gebeutelte Unternehmen.

Jetzt kommt es dicke

Im Juni 2019 kommentierte ich die geplante Abspaltung der Aufzugsparte wie folgt:

„Für mich stellt sich das Ganze wie ein Wettrennen dar: Gelingt es, den Börsengang erfolgreich über die Bühne zu bringen, bevor ein sich eintrübendes Marktumfeld den ganzen Konzern in Schwierigkeiten bringt?“

Nun, acht Monate später, scheint thyssenkrupp das Wettrennen verloren zu haben. Natürlich könnte der Schein trügen, aber klar ist, dass die Börsen am Abstürzen sind und das Management immer noch herumeiert, wie es denn am liebsten die profitable Tochter zu Geld machen will. Eine mögliche Liaison mit dem finnischen Konkurrenten KONE (WKN: A0ET4X) wurde bereits abgeblasen, nun wird mit Investoren verhandelt.

Leider hat sich der ganze Prozess sehr lange hingezogen, zumal ja parallel noch die Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang vorangetrieben wurden. Bisher konnte immer schön auf die mit über 25 Mrd. Schweizer Franken bewertete Schindler Holding (WKN: A0JEHV) verwiesen werden, wenn es darum ging, wie viel für die Sparte verlangt werden könnte. In den letzten Tagen ist die Schindler-Aktie allerdings ganz schön eingebrochen. Von in der Spitze bei 264 Franken ging es auf unter 220 Franken runter zum Stand 25. Februar.

Das macht umgerechnet etwa 4 Mrd. Euro Wertverlust, wodurch auch thyssenkrupp Elevator bestimmt 2,5 Mrd. Euro an Wert verloren haben dürfte, wenn man proportionale Bewertungsmaßstäbe anlegt.

Es kommt auf jede Million an

Da alle anderen Sparten von thyssenkrupp zusammengenommen unter dem Strich Verluste schreiben und hohe Investitionen und Restrukturierungsaufwendungen erforderlich sind, um sie auf Vordermann zu bringen, ist die Höhe des Erlöses aus dem Verkauf von entscheidender Bedeutung. Ob schon 2,5 Mrd. Euro weniger den Konzern in Schwierigkeiten bringen würden, bin ich nicht sicher, aber es könnte noch deutlich mehr werden, während die Entscheidungsprozesse sich hinziehen.

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