ROUNDUP/Metro-Machtkampf Kretinsky will Anteil auf mehr als 30 Prozent erhöhen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
14.09.2020, 10:05  |  160   |   |   

DÜSSELDORF/GRÜNWALD (dpa-AFX) - Im Kampf um den Handelskonzern Metro will der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky seine Macht weiter ausbauen. Den Anteilseignern werde ein freiwilliges Übernahmeangebot von wahrscheinlich 8,48 Euro je Stammaktie sowie zirka 8,87 Euro je Vorzugsaktie unterbreitet, teilte die von Kretinsky kontrollierte EP Global Commerce GmbH (EPGC) am Sonntagabend in Grünwald bei München mit. Diese hielt zuletzt knapp unter 30 Prozent der Metro-Anteile und will mit der Offerte den Anteil über diese Marke hieven. "EP Global Commerce geht nicht davon aus, nach dem Vollzug des Übernahmeangebots mehr als 50 Prozent der Stimmrechte zu halten", hieß es.

Wie EPGC weiter mitteilte, soll durch ihr Übernahmeangebot der Anteil ihrer Metro-Beteiligung auf über 30 Prozent erhöht werden, "um zukünftig flexibler agieren zu können, ohne ein Pflichtangebot abgeben zu müssen". Es werde zudem keine Mindestannahmeschwelle geben.

Am Kapitalmarkt sorgten die Nachrichten zunächst für Begeisterung. Die im MDax notierte Metro-Stammaktie lag am Montagmorgen kurz nach Handelsbeginn knapp neun Prozent im Plus und sprang auf den höchsten Stand seit Juli. Mit dem Plus lag das Papier zudem klar an der Spitze des MDax. Im laufenden Jahr haben die Titel im Zuge des Corona-Crashes und der Probleme im Unternehmen aber fast 40 Prozent an Wert verloren und damit so viel wie kaum ein anderer deutscher Standardwert.

Kretinsky hatte seinen Anteil an Metro zuletzt im November 2019 von 17,5 Prozent auf 29,99 Prozent erhöht. Dabei übernahm der tschechische Milliardär den überwiegenden Anteil Haniels, der davor noch bei 15,2 Prozent gelegen hatte. Die Option, auch noch die restlichen Haniel-Anteile zu erwerben, bestehe fort, erklärte EPGC damals. Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tkac hatten den Metro-Aktionären im Sommer 2019 über die EPGC-Holding ein Übernahmeangebot gemacht, die Mindestannahmeschwelle aber verfehlt. Die Offerte lag damals bei 16 Euro pro Stamm- und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie.

Die Metro-Spitze hatte sich gegen das Gebot gewehrt. Sie hatte erklärt, dass es das Unternehmen zu niedrig bewerte und nicht angemessen sei. Zugleich fürchtete sie, dass die eigene operative Flexibilität und die strategische Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden könnten, da Kretinsky die Übernahme zu einem guten Teil mit Krediten finanzieren wollte.

Nicht nur das Management um den scheidenden Konzernchef Olaf Koch, sondern auch die beiden anderen Großaktionäre Beisheim und Meridian hatten sich gegen den Übernahmeversuch gestellt. Die beiden Gründer bündelten ihre Beteiligungen und bauten sie zu einer faktischen Sperrminorität aus. Gemeinsam kommen die beiden Gesellschaften auf gut 23 Prozent an Metro. Kretinskys Holding ist mit knapp 30 Prozent mittlerweile größter Aktionär.

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