Nikola-Aktie nach Trevor Miltons Rücktritt: Jetzt günstig kaufen?!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
23.09.2020, 10:46  |  1831   |   |   

Zehn Tage, nachdem die Leerverkäufer von Hindenburg Research ihren vernichtenden Report über den Elektro-Truckhersteller Nikola (WKN: A2P4A9) veröffentlicht haben, gibt es ernste personelle Konsequenzen bei dem Start-up aus Arizona: Mitgründer, Vorsitzender und Gesicht des Unternehmens Trevor Milton tritt zurück.

Die Nikola-Aktie steht infolge des Rücktritts so tief wie noch nie zuvor (Stand: 22. September 2020). Ist das eine einmalige Kaufchance, um günstig in dieses Batterie- und Wasserstoffunternehmen zu investieren?

Die Vorwürfe von Hindenburg

Die Quintessenz des ausführlichen Berichts lautet: Die Nikola-Aktie ist ein Betrugsfall und in dieser Hinsicht vergleichbar mit der Wirecard-Aktie. Nikola soll Produktdemonstrationen gefaked, seine technologischen Fähigkeiten viel zu positiv dargestellt und über Meilensteine des Unternehmens gelogen haben. Besonders anschaulich: In einem Werbevideo, das den Wasserstoff-Lkw Nikola One auf der Straße zeigt, sei dieser nicht mit eigenem Antrieb unterwegs gewesen, sondern wurde nur einen Berg hinuntergerollt.

Trevor Miltons Antwort ließ damals nicht lange auf sich warten. Er werde den Rest des Tages an einem detaillierten Bericht arbeiten, um die einseitigen Anschuldigungen zu entkräften. Und: „Feiglinge flüchten, Anführer bleiben und kämpfen für Integrität.“

Elf Tage später ist aus dem einstigen Anführer ein Feigling geworden, und Nikola hat in einem am 14. September erschienenen Statement zugegeben, dass der Nikola One in der Tat nur einen Hügel heruntergerollt ist – mit dem Hinweis darauf, man habe ja nie explizit behauptet, der Truck fahre mit seinem eigenen Antrieb.

Ist Nikola ein Betrugsfall?!

Mein größtes Problem mit der Nikola-Aktie war seit Beginn – neben der immensen Bewertung – die nicht vorhandene Historie. Abgesehen von ein paar schicken Präsentationen hat Nikola nicht viel vorzuweisen: kein verkauftes Produkt, keine Erfahrungsberichte von Kunden, keinen Beweis darüber, dass das Geschäftsmodell funktioniert.

Aktuell sieht es so aus, als wäre Nikolas Technologie in manchen Fällen tatsächlich nicht so ausgereift, wie das Unternehmen behauptete. Das können wir auch an der kürzlich verkündeten Kooperation mit General Motors (WKN: A1C9CM) erkennen. Laut dieser wird Nikolas Pick-up-Truck Badger nicht die oft beworbene, erstklassige Batterietechnologie Nikolas nutzen, sondern die von GM. Weiterhin übernimmt GM die gesamte Entwicklung und Produktion des Fahrzeugs.

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