Swiss Re setzt in Corona-Krise auf Wachstum und steigende Preise

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
20.11.2020, 08:58  |  102   |   |   

ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Rückversicherer Swiss Re sieht sich auf Kurs zu seinen Finanzzielen und wittert verbesserte Marktbedingungen. Der Konzern bestätigte am Freitag vor dem Investorentag die Finanzziele und Prioritäten im Kapitalmanagement. Im Fokus stehe eine erstklassige Kapitalausstattung und eine konstante oder höhere Dividende, teilte die Swiss Re vor dem Onlinetreffen mit den Investoren mit. "Wir sind für die Zukunft aller unserer Geschäftsbereiche zuversichtlich, denn die zugrunde liegende Ertragskraft der Gruppe entwickelt sich positiv", erklärte Konzernchef Christian Mumenthaler.

Nach den vorgenommenen Rückstellungen für die Corona-Schäden geht das Management davon aus, dass sich die Pandemie nur auf die Ertragskraft und nicht auf die Kapitalstärke der Gruppe auswirkt. Die Risikoexponierungen würden sich künftig verringern, sagte Mumenthaler: "Wir fokussieren uns darauf, unsere Finanzziele zu erreichen."

Die Swiss Re misst ihre Leistung anhand mittelfristiger Ziele, an denen sie festhält. Sie will über den Versicherungszyklus mit der Eigenkapitalrendite den risikofreien Zinssatz zehnjähriger US-Staatsanleihen um mindestens sieben Prozentpunkte übertreffen und das ökonomische Eigenkapital je Aktie jährlich um 10 Prozent steigern.

In ihrer größten Sparte, der Sach-Rückversicherung, verfolge die Swiss Re gezielte Wachstumsmöglichkeiten in einem sich verbessernden Markt. Von den Prämieneinnahmen soll nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb mehr Geld übrigbleiben. Die normalisierte Schaden-Kosten-Quote solle sich im Jahr 2021 voraussichtlich auf 96 Prozent oder tiefer verbessern. Je weiter diese Quote unter 100 Prozent liegt, desto höher fällt der sogenannte versicherungstechnische Gewinn aus. Bei Werten über 100 Prozent legt der Rückversicherer Geld drauf.

In den ersten neun Monaten 2020 befand sich das versicherungtechnische Ergebnis in den roten Zahlen. Der Schaden-Kosten-Satz verschlechterte sich wegen der Versicherungsschäden durch die Pandemie in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar auf 110,3 Prozent. Schon im Vorjahreszeitraum hatte er mit 101,4 Prozent im roten Bereich gelegen. Ohne die Corona-Schäden hätte er bei 100,1 Prozent gelegen.

Auch im Erstversicherungsgeschäft für Großunternehmen will die Swiss Re unter 100 Prozent kommen. Die Sparte gilt als Sorgenkind des Konzerns. Im kommenden Jahr soll der Bereich aber einen normalisierten Schaden-Kosten-Satz von 98 Prozent oder tiefer erreichen. In den ersten neun Monaten lag er bei 118,7 Prozent. Ohne Corona wären es 96,0 Prozent gewesen.

Steigende Preise für Rückversicherungsschutz bieten aus Sicht der Swiss Re Chancen für profitables Wachstum in Bereichen, in denen diese Sparte Wettbewerbsvorteile habe.

Unterdessen sieht das Management die Leben- und Kranken-Rückversicherung trotz der Corona-Seuche in der Erfolgsspur. Das Segment habe in großem Umfang Neugeschäft generiert, vor allem in Asien. Zusammen mit dem Management des Bestandsgeschäfts bilde dies die Basis für Ertragswachstum in der Zukunft.

Bei der Digitalversicherungsplattform für andere Versicherer, Iptiq, verzeichnet die Swiss Re den Angaben zufolge weiteres Wachstum. Das Kerngeschäft von Iptiq habe inzwischen 40 Vertriebspartner, mehr als 500 000 Kunden und gebuchte Bruttoprämien in Höhe von 300 Millionen Dollar. Der implizite Marktwert von Iptiq sei mittlerweile auf rund 2 Milliarden Dollar gestiegen, schrieb die Swiss Re./jb/mk/AWP/stw/jha/

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