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Steht die Vermögenspreisinflation vor einem deflationären Schock?

Gastautor: Robert Halver
21.07.2021, 10:00  |  1554   |   |   

Steht die Vermögenspreisinflation vor einem deflationären Schock?

Aktionäre haben keinen Grund, die Fed oder die EZB zu kritisieren. Als Gewinner ihrer beispiellosen Rettungspolitik müssten sie die Damen Yellen und Lagarde bzw. die Herren Powell und Draghi eigentlich sogar wie Heilige verehren. Aber hat sich die Super-Aktienhausse mittlerweile nicht von jeder Bodenhaftung abgehoben? Stehen die dramatisch inflationierten Aktienmärkte also vor einer saftigen Korrektur? Gerade im umsatzschwachen Sommerloch können doch schon kleine Umsätze merkliche Kursverluste auslösen. 

Der Aktienmarkt steht weit über den fundamentalen Dingen

Die internationale Bruderschaft des billigen und umfangreichen Geldes macht Aktionäre reich, reicher, am reichsten. Wenn der Begriff Vermögenspreisinflation jemals passte, dann passt er jetzt wie die Faust aufs Auge. Die Abkopplung der Aktienmärkte von der Wirtschaftsentwicklung ist auf absolutem Rekordstand. Während z.B. die amerikanische Wirtschaftsleistung nur wieder das irdische Vor-Corona-Krisenniveau zurückerobert hat, dringt der US-Aktienleitindex S&P 500 - wie Richard Branson und Jeff Bezos - in den Weltraum vor. 

Die Notenbanker setzen weiter auf Vollkaskoversicherung

Früher platzten ungedeckte Finanzblasen wie ungedeckte Schecks. Sie waren transitorisch. Die Nadelstiche verabreichten die Notenbanken, die sich am Buch Hiob in der Bibel orientierten: „Der Herr hat es gegeben (die Zinssenkungen und üppige Liquidität), der Herr hat es genommen“.

Leider jedoch mussten die Notenbanker feststellen, dass ihre Umkehr von anti- auf autoritär jeweils nicht nur die hässliche Fliege auf der teuren Vase eliminierte, sondern das gute Stück gleich mit. Tatsächlich löste das Bersten der Dotcom-Blase 2000 bzw. der Immobilienblase 2008 scharfe Rezessionen aus. Das Platzen der Haus-Bubble hätte unser Finanzsystem sogar fast das Leben gekostet.

Solche Gefahren wollen Fed, EZB & Co. - und natürlich auch die mit ihnen inzwischen freundlich verbundenen Finanzpolitiker - nie mehr riskieren. Sie wissen sehr genau, dass die heutigen Anlageblasen zahlreicher und noch viel größer als 2000 und 2008 sind. Würden Immobilien-, Aktien- und vor allem die Anleiheblase zusammen platzen, wäre dies mit dem zeitgleichen Ausbruch aller großen Vulkane auf der Erde zu vergleichen. Die Wunden für Konjunktur sowie die öffentliche und soziale Ordnung wären nicht mehr zu heilen. 

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