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Marktkommentar: Andreas Lesniewicz (CONREN): Delta-Variante verlängert Ausnahmezustand
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Marktkommentar Andreas Lesniewicz (CONREN): Delta-Variante verlängert Ausnahmezustand

Gastautor: Asset Standard
21.09.2021, 14:15  |  129   |   |   

Das Ende aus dem Tunnel bewegt sich weiter, aber es bleibt in Sicht.

14.09.2021 - Die Delta-Variante verlängert den Ausnahmezustand. Das Ende aus dem Tunnel bewegt sich weiter, aber es bleibt in Sicht.

Damit verlängert sich diese ungewöhnliche Zeit für Unternehmen und Konsumenten. Gleichzeitig sehen wir (COVID)-Goldilocks: Enttäuschen die Zahlen in Ökonomie und/oder in Bezug auf COVID-19, dann eskomptiert der Markt länger niedrige Zinsen, länger hohe Überschussliquidität – ein NewNormal2.0 (das New Normal nach der Finanzkrise 2007/8 auf einem neuen Level).

Die Mengen von Investments suchendem Geld nehmen weiter zu – das sehen wir nicht zuletzt an den massiven Geldzuflüssen im Private Equity Sektor im CONREN Universum von Familienunternehmen. Am Ende könnte wohl nur eine doch nicht hauptsächlich transitorische Inflation, diesem, nun seit Jahren erprobten Mechanismus, einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Stimmung und der Aufschwung in China und den USA flacht sich in den letzten Wochen weiter ab. Europäische Frühindikatoren sind noch positiver. Die Markterwartungen für die Q3-Report-Saison für unsere Unternehmen im Portfolio sind aber vielerorts nicht zu optimistisch – nach unserer Ansicht ist oft das Gegenteil der Fall.

Einige Branchen bewegen sich dabei nun fast wieder in einer, zugegebenermaßen veränderten, Normalität. Andere Branchen und Regionen (zumeist parallel zu COVID-19-Wellen) sind, meist aufgrund der Delta-Variante, noch im Ausnahmezustand.

Poltische Risiken für Wirtschaft und Märkte haben, wie erwartet, in den letzten Wochen weiter Schlagzeilen gemacht: seien es Steuerpläne in den USA oder in Großbritannien, sei es ein China, das unter anderem seine Tech-Riesen mehr und mehr an die Kette nimmt, Kindern unter 18 Jahren verbietet länger als 3 Stunden die Woche Computer zu spielen oder generell ankündigt die große wirtschaftliche Ungleichheit im Land stärker bekämpfen zu wollen.

Das hat Investoren verschreckt, da China für zahlreiche Branchen die Lokomotive des Wachstums ist. Das gilt nicht zuletzt für Luxus-Konsumgüter. In diesem Sektor finden sich Europas größte Familienunternehmen (nach Marktkapitalisierung): LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy), Christian Dior, Hermes oder Kering (Eigentümer von Gucci).

Xi Jinping verwendet vermehrt den Begriff der „Common Prosperity“ („Gemeinsamer Wohlstands“). Ein ur-kommunistischer Begriff, der schon von Mao Zedong benutzt wurde. Ein Begriff, der unter dem großen marktwirtschaftlichen Reformer Deng Xiaoping etwas in den Hintergrund geraten war. China nahm unter Deng „vorübergehend“ bewusst „größere Ungleichheit in Kauf“, um marktwirtschaftliche Kräfte, marktwirtschaftliches Wachstum, zu nutzen, Millionen von Chinesen aus der Armut zu helfen.

Das Ziel einer „Gesellschaft mit mäßigem Wohlstand“ wurde im Vorfeld des 100-jährigen Bestehen der Kommunistischen Partei als erreicht erklärt. Das macht Platz für neue Ziele. Allerdings benötigt China nach wie vor hohes Wachstum – ca. 600 Millionen Chinesen verdienen immer noch lediglich um die 1.000 Yuan im Monat (ca. 130 Euro). Dazu ist China immer noch China.

Der oft populistisch ausgeschlachtete Handelskrieg vor allem zwischen den USA und China gilt für viele als ein weiteres zentrales Risiko für Wirtschaft und Märkte. Bisher spiegelt sich diese Auseinandersetzung, ebenso wie gestiegene Logistikkosten, knappe Container oder Probleme in Häfen, nur wenig in den Gesamtzahlen wider: Chinesische Exporte steigen weiter und liegen ein ganzes Stück über Pre-COVID19-Zeiten. Natürlich gibt es aber auch hier, wie überall in COVID-19-Zeiten, Sondereffekte.

Trotz der steigenden Risiken bleiben wir, vor allem mittel- und langfristig, sehr positiv was die weitere Entwicklung von ausgewählten Aktien europäischer Familienunternehmen angeht. Die Wahrscheinlichkeit und vielleicht auch die Notwendigkeit von Korrekturen an den Aktienmärkten nimmt kurzfristig aber natürlich zu. Vieles spricht allerdings weiter für Goldene 2020ger. 



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