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„Erwarten eine weiter steigende Nachfrage nach Öl und Gas“ – Interview mit Dr. Thomas Gutschlag, Deutsche Rohstoff AG


Während der Corona-Krise war der Ölpreis regelrecht eingebrochen und lag lange Zeit deutlich unter 50 USD – erst im Laufe des vergangenen Jahres entwickelte sich der Preis für den Rohstoff wieder deutlich nach oben. Jetzt im Januar 2022 liegt der Preis je Barrel Öl sogar wieder über 80 USD. Davon profitiert auch die Deutsche Rohstoff AG, die über ihre Beteiligungen, Öl- und Gasfelder in den USA erschließt. Aufgrund der gegenwärtigen Entwicklung hat das Unternehmen in der vergangenen Woche seine Prognose für das Geschäftsjahr 2022 erneut angehoben. Darüber und über die weiteren Unternehmensziele haben wir mit dem CEO der Deutsche Rohstoff AG, Dr. Thomas Gutschlag, gesprochen.

Anleihen Finder: Hallo Herr Gutschlag, der Ölmarkt präsentierte sich in den letzten beiden Jahren im Zuge der Corona-Krise äußerst volatil – wie war es vor allem in 2020 um Ihr Nervenkostüm bestellt?

Thomas Gutschlag: 2020 war ein absolutes Ausnahmejahr. Nicht nur für die Deutsche Rohstoff, sondern für weite Teile der globalen Wirtschaft. Zunächst gab es ja den Streit in der OPEC und dann kam Corona hinzu. Die Nachfrage nach Öl und Gas stürzte nahezu ins Bodenlose. Das war schon ein herber Schlag für viele Unternehmen. Der Preis für WTI drehte sogar ins Negative. Wir haben damals unsere Produktion radikal gedrosselt, um Reserven zu schonen, und das Marktumfeld genutzt, um zu günstigen Preisen neue Bohrfelder zu kaufen. Wir wussten, dass es ja nicht ewig so weiter gehen kann und die Nachfrage nach Öl und Gas früher oder später wieder ansteigen wird. Und so kam es dann ja auch. Zum Glück hatten wir auch eine große Hedging-Position, die uns 12 Mio. EUR Ertrag in 2020 gebracht hat. Zudem haben wir uns ein Portfolio aus Anleihen und Aktien von Unternehmen aus der Öl-, Gas- und Bergbaubranche aufgebaut, das sich sehr positiv entwickelt hat. So ist die Deutsche Rohstoff vergleichsweise solide durch das Krisenjahr 2020 gekommen.

Anleihen Finder: Inwiefern hat sich die Markt-Situation im Laufe des Jahres 2021 normalisiert/verbessert?  Was erwarten Sie für eine Entwicklung in den kommenden Jahren?

„Einen Ölpreis von 100 USD oder mehr je Barrel halte ich durchaus für möglich“

Thomas Gutschlag: Mit dem Durchbruch in der Entwicklung eines Impfstoffs kehrte zunehmend wieder das Vertrauen in die Märkte zurück. Die Konjunktur gewann weltweit wieder an Fahrt und Corona-Beschränkungen wurden schrittweise aufgehoben. Die Nachfrage nach Öl und Gas stieg spürbar. Entsprechend ging es auch wieder für den Ölpreis aufwärts. Wir haben unsere Produktion deutlich hochgefahren und weitere Ölfelder hinzugekauft. Wir haben in der Industrie und Wirtschaft einen erheblichen Nachholbedarf nach der Pandemie, entsprechend erwarten wir eine weiter stark steigende Nachfrage nach Öl und Gas bei einem vergleichsweise geringen Angebot am Markt. Die OPEC schafft es im Augenblick nicht, ihre selbstgesteckten Produktionsziele zu erreichen. Die aktuelle Situation in Kasachstan und der Ukraine sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Verbraucher können sich also auf tendenziell eher steigende als fallende Ölpreise einstellen. Einen Ölpreis von 100 USD (WTI) oder mehr je Barrel halte ich durchaus in den kommenden Monaten für möglich.

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Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
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