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     457  0 Kommentare Avemio AG: CEO Ralf P. Pfeffer über eine neue Grösse an der Börse. „In der Pole Position im Rennen um die europäische Marktführerschaft“

    Interviewpartner: Vorsitzender des Vorstands der Avemio AG, Ralf P. Pfeffer Avemio AG: „In der Pole Position im Rennen um die europäische Marktführerschaft“

    Zuletzt gab es wenig frisches Blut am deutschen Kapitalmarkt. Mit der Avemio AG (ISIN: DE000A2LQ1P6) notiert seit Kurzem jedoch ein spannender Wert an der Börse Düsseldorf: Mit ihrer 100-prozentigen Tochtergesellschaft Teltec AG ist Avemio die umsatzstärkste Handelsgruppe für professionelle Film- und Fernsehtechnik im deutschsprachigen Markt mit einem Umsatz von über 100 Mio. Euro. Und die weitere Expansion ist vorgezeichnet.  

     Wer mit Bewegtbild direkt oder indirekt Geld verdient, kommt in Deutschland und Österreich derzeit nicht an uns als der führenden Technik-Gruppe vorbei“, sagt Ralf P. Pfeffer, Vorsitzender des Vorstands der Avemio AG, im Exklusivinterview mit dem Nebenwerte-Magazin, und ergänzt: „Wir wollen in drei bis fünf Jahren unsere Transformation zum Medientechnologie-Konzern abgeschlossen haben und einen nicht unbeachtlichen Teil unserer Erträge im Rahmen von wiederkehrenden Umsätzen durch digitale Dienste generieren.“ Im Rahmen der Buy-and-Build-Strategie will Avemio weiter zukaufen, derzeit stehen 15 Unternehmen auf der Targetlist der Gesellschaft.

    Herr Pfeffer, die Avemio AG ist im Freiverkehr der Börse Düsseldorf gelistet. Könnten Sie unseren Lesern die Gesellschaft bitte kurz vorstellen?

    Ralf P. Pfeffer: Die Avemio Group ist der mit Abstand größte Anbieter professioneller Film- und Fernsehtechnik im deutschsprachigen B2B-Retail. Als wir vor 30 Jahren gestartet sind, waren nur Fernsehsender, deren Zulieferer und Film-Produzenten unsere Kunden. Heute beraten und beliefern wir vom YouTuber bis zum Hollywood-Kameramann jeden, der mit Video Geld verdient, mit der Technologie, die man für die Herstellung, Bearbeitung, Archivierung und Ausstrahlung von professionellem Bewegtbild benötigt. Unser Angebot richtet sich aktuell ausschließlich an gewerbliche Kunden. In den vergangenen zehn Jahren ist unser Konzernumsatz um durchschnittlich 23 Prozent pro Jahr auf über 100 Mio. Euro gestiegen – dabei ist es uns gelungen, seit 2017 alle wesentlichen Wettbewerber in Deutschland und Österreich unter dem Dach der 100-prozentigen Avemio-Beteiligung Teltec AG zu vereinen.

    Welche Expertise bringen Sie persönlich mit?

    Ralf P. Pfeffer: Bereits während meines Studiums der Wirtschaftswissenschaften in Mainz hat sich mir die Gelegenheit geboten, als Unternehmensberater zu arbeiten. Neben meinem kaufmännischen Know-how und einem profunden Verständnis für Marktentwicklungen verfüge ich auch über einen ausgeprägten unternehmerischen Gestaltungswillen, den ich beim Aufbau der Teltec AG konsequent umsetzen konnte.

    Wie genau sah diese Umsetzung aus?

    Ralf P. Pfeffer: Zum Start der Teltec im Jahr 1993 war meine Erkenntnis, dass wir in einem Verkäufermarkt tätig waren, der damals von sehr wenigen Herstellern weltweit dominiert wurde. Durch die Digitalisierung auf der Angebotsseite und das Aufkeimen von immer mehr Produktionsunternehmen auf der Nachfrageseite war zu erwarten, dass sich unsere Branche in einen Käufermarkt verwandeln würde. Dies führte zu der Idee, ein herstellerunabhängiges Geschäftsmodell zu entwickeln und zu etablieren. So etwas gab es zuvor in der Branche nicht. Unsere Herstellerunabhängigkeit ist ein Alleinstellungsmerkmal, das bis heute, auch im europäischen Kontext, kaum vorhanden und sehr schwer kopierbar ist.

    Sie sprechen die Teltec AG an, die im Zuge eines Reverse-IPOs in den Börsenmantel der Palgon AG „geschlüpft“ ist, der nun unter Avemio AG firmiert. Warum haben Sie dieses Vorgehen gewählt?

    Ralf P. Pfeffer: Wir haben es aus eigner Kraft von einem Start-up zum führenden Händler für professionelle Film- und Fernsehtechnik im deutschsprachigen Markt geschafft. Dies erfolgte im Rahmen einer Buy-and-Build-Strategie. Uns geht es mit dem Gang an die Börse nicht darum, Kasse zu machen, d. h. Anteile zu verkaufen oder um einen schnellen Exit. Im Gegenteil, wir sind offen für Anleger und Investoren, die unsere einzigartige Marktpositionierung, deren Potenzial sowie unsere Strategie verstehen und gemeinsam mit uns erfolgreich sein wollen.

    Wir hatten vor dem Börsengang andere Finanzierungsoptionen geprüft und uns schließlich für die Börse entschieden. Ein normaler IPO verschlingt viel Zeit und Geld. Er bindet Kapazitäten im Unternehmen, um dann nach ein bis zwei Jahren eventuell festzustellen, dass der Markt nicht offen für IPOs ist. Das wollten wir anders machen. Mit dem gelungenen Reverse-IPO haben wir das erste Kapitel unserer Börsengeschichte geschrieben und wollen dem viele weitere positive Kapitel hinzufügen.

    Sie haben den Aufstieg der Teltec AG zum Marktführer im deutschsprachigen Raum beschrieben. Wie hat sich Ihr Kundenkreis in dieser Zeit verändert?

    Ralf P. Pfeffer: In den 1990er Jahren war Film- und Fernsehtechnik eine analoge Hightech-Branche. Dieser hohe technologische Anspruch besteht bis heute. Vieles ist durch die Digitalisierung einfacher geworden ist. Die Komplexität ist allerdings aus den Geräten in die Produktionssysteme und die Arbeitsabläufe gewandert. Anfänglich waren unsere Kunden ausschließlich große Rundfunkanstalten – wie ZDF, HR, Sat.1 – sowie deren Dienstleister, Content-Zulieferer und Produktionsunternehmen von Kino-, Fernseh- und Dokumentarfilmen. Der Markt hat sich über die Jahre immer mehr verbreitert, auch weil die Technik erschwinglicher wurde.

    Und heute?

    Ralf P. Pfeffer: Heute beliefern wir im Rahmen einer Multibrandstrategie jeden, der mit Bewegtbild sein Geld verdient. Mehr als 35.000 Kunden kommen aus den Bereichen Broadcast (öffentlich-rechtliche und private Rundfunkanstalten), deren Content-Lieferanten sowie Dienstleister für große Streaming-Dienste wie Netflix, Apple TV, Amazon und Disney Plus über Social Media, Influencer, Youtuber, Twitch, E-Learning bis zu den Unternehmen, die zwischenzeitlich eigenen Content produzieren (z. B. Schenker, Greenpeace, Lufthansa, Turtle Entertainment Gaming u. v. a.). Kurzum, wer mit Bewegtbild direkt oder indirekt Geld verdient, kommt in Deutschland und Österreich derzeit nicht an uns als der führenden Technik-Gruppe vorbei.

    Sie haben die Buy-and-Build-Strategie angesprochen. Welche Unternehmen haben Sie bisher übernommen?

    Ralf P. Pfeffer: 2017 haben wir in München mit der Videocation einen der größten Wettbewerber übernommen und anschließend in Wien und Salzburg erste Auslandniederlassungen eröffnet. Im Jahr 2018 haben wir die Video Data-Gruppe in Hamburg und in 2021 den letzten in Deutschland verbliebenen großen Wettbewerber BPM in Hamburg gekauft. Mit der PVP in Warschau haben wir vor wenigen Wochen zudem das erste fremdsprachige Auslandsunternehmen in unsere Gruppe geholt.

    Welche Strategie steckt dahinter?

    Ralf P. Pfeffer: Bei allen Akquisitionen wurden bisher vorhandene Management-Ressourcen übernommen. Mit dem Personal wird zusätzliches Know-how gewonnen. Vor allem aber gewährte es uns den Zugang zum jeweils regionalen bzw. nationalen Markt. Die gesammelten Erfahrungen übertragen wir nun auf unsere internationalen Wachstumsstrategie.

    Ende März haben Sie die Aufstockung der Beteiligung an PVP in Polen gemeldet. Welche Bedeutung hat der polnische Markt für Sie? Und welche weiteren europäischen Märkte haben Sie im Fokus?

    Ralf P. Pfeffer: Polen ist wichtigste Markt in Osteuropa. Wir haben hier ganz gezielt nach einem Partner gesucht, der nicht nur für uns den polnischen Markt bearbeitet, sondern auch der Schlüssel für weitere Expansion im Osten ist. Wir wollen die PVP in Warschau zum Marktführer machen. Grundsätzlich wollen wir mittelfristig in jedem EU-Land vertreten sein. Die Targets müssen zu uns passen, diesbezüglich haben wir keine Präferenzen. Wir wägen selbstverständlich in unseren Entscheidungen ab, wieviel Managementressourcen jede Übernahme bindet.

    Wie könnten die nächsten Schritte der Buy-and-Build-Strategie aussehen und wie wollen Sie diese finanzieren?

    Ralf P. Pfeffer: Auf unserer Target-Shortlist stehen für dieses Jahr drei Unternehmen. Bei jeder Akquisition gilt für uns die Maxime: Die Übernahme muss sich positiv auf unseren Unternehmenswert auswirken. Diese drei Akquisitionen können wir aus eigener Kraft stemmen, so dass wir nicht auf den Kapitalmarkt angewiesen sind. Mittelfristig eröffnet uns der Zugang zum Kapitalmarkt darüber hinaus jedoch auch zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, die wir in dieser Form bisher nicht hatten.

    Und welche Ziele haben Sie sich beim anorganischen Wachstum gesetzt?

    Ralf P. Pfeffer: Auf unserer Targetlist stehen insgesamt 15 Unternehmen, einige der Zielunternehmen sind sogar größer als wir. Als größter Händler in der EU sehen wir uns in der Pole Position im Rennen um die europäische Marktführerschaft. Der amerikanische Markt ist uns diesbezüglich weit voraus. B&H in New York ist der weltweit größte Händler der Branche. Das Unternehmen generiert in Nordamerika, einem ähnlich großen Markt wie die Europäische Union, einen Jahresumsatz von über vier Milliarden Euro. Sie setzen die Benchmark für einen europäischen Marktführer.

    Das Handelsgeschäft ist in der Regel eher niedrigmargig. Wie sieht es bei Ihnen aus? Und wie wollen Sie die Profitabilität steigern?

    Ralf P. Pfeffer: Wir müssen als Handelsunternehmen mit überschaubaren Rohmargen zurechtkommen. Aber der Erfolg liegt im Wachstum, der Generierung von Skaleneffekten und der mit der Größe verbundenen Relevanz im Markt. Hierdurch wird sich die Profitabilität erhöhen. Wir streben in den nächsten Jahren an, die Rohmarge um 3 Prozentpunkte zu erhöhen. Jeder Prozentpunkt Margenverbesserung erhöht bei einem Umsatz von einhundert Millionen Euro die Rentabilität um eine Million Euro. Wichtige Ergebnishebel sind der verstärkte Einsatz von Eigenmarken und auch von digitalen Diensten. Und ein weiterer wichtiger Rentabilitätstrigger liegt darin, mit dem Wachstum Gemeinkostendegressionen zu erwirtschaften. Es können die relativen Kosten im Verhältnis zum Umsatz deutlich optimiert werden, in dem man Unternehmensprozesse zentralisiert.

    Wie ist es aktuell um die finanzielle Situation der Gesellschaft bestellt und wie planen Sie die Finanzierung der nächsten Wachstumsschritte?

    Ralf P. Pfeffer: Wir sind derzeit mit einem Eigenkapital von rund 40 Prozent sowie einer Liquidität im zweistelligen Millionenbereich sehr stabil und einem starken Cashflow aus dem operativen Geschäft finanziell solide aufgestellt. Für die nächsten Schritte in der Umsetzung unserer Buy-and-Build-Strategie und der damit verbundenen Expansion ins europäische Ausland benötigen wir keine Kapitalrunden durch Ausgabe neuer Aktien.

    Kommen wir abschließend auf Ihre mittelfristigen Ziele zu sprechen. Wo sehen Sie die Avemio AG in fünf Jahren?

    Ralf P. Pfeffer: Wir wollen in drei bis fünf Jahren unsere Transformation zum Medientechnologie-Konzern abgeschlossen haben und einen nicht unbeachtlichen Teil unserer Erträge im Rahmen von wiederkehrenden Umsätzen durch digitale Dienste generieren. Wenn sich alles halbwegs so entwickelt, wie wir uns dies vorstellen, dann wird die Avemio im Jahr 2028 der mit Abstand führende europäische Handelskonzern für professionelle Film- und Fernsehtechnik sein. Avemio wird dann immer noch nichts von ihrer Wachstumsdynamik verloren haben und weiter einen Umsatz von über einer Milliarde Euro in den Folgejahren anstreben.

    Herr Pfeffer, vielen Dank für das Gespräch!
    Avemio AG: CEO Ralf P. PfefferRalf P. Pfeffer | CEO der Avemio AG

    Jahrgang: 1967
    Nationalität: Deutsch
    Erstbestellung: 18. November 2022
    Bestellt bis: 18. November 2027

    Ralf P. Pfeffer ist Vorsitzender des Vorstands (CEO). Er hat Volks- und Betriebswirtschaftslehre studiert. Parallel zu seinem Hauptstudium arbeitete er bereits als Unternehmensberater und erwarb im Alter von 25 Jahren das erste Unternehmen. Er hat eine strategische, unternehmerische Denkweise. Seine Expertise liegt in den Bereichen Unternehmens(re)organisation und Finanzierung. Er ist der Visionär der Gruppe und Spiritus Rector des Teltec-Geschäftsmodells.

    Über die Avemio AG

    Die Avemio AG ist mit ihrer 100-prozentigen Tochtergesellschaft Teltec AG die umsatzstärkste Handelsgruppe für professionelle Film- und Fernsehtechnik im deutschsprachigen Markt. Das Grundkapital der Avemio AG ist in 3.432.150 Inhaberaktien aufgeteilt, die im Freiverkehr der Börse Düsseldorf notiert sind. Gegenstand der Unternehmensgruppe ist der Handel mit professionellem Film- und Fernsehequipment, zugehöriger Verbrauchsmaterialien und Zubehör. Hierzu zählt auch die Beratung und technische Betreuung von kompletten Produktions-, Postproduktions- und Sendesystemen. Die Teltec AG hält jeweils 100 % der Geschäftsanteile an den folgenden Gesellschaften VCT Videocation Creative Tools GmbH, VDH Video Data Handels GmbH, VDT Video Data Technik GmbH, BPM Broadcast & Professional Media GmbH und erzielt in der Gruppe einen Umsatz von über 100 Mio. Euro.


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