169 Aufrufe 169 0 Kommentare 0 Kommentare

Aktienrente nur für Reiche?

Die FDP möchte das deutsche Rentensystem mit einer Aktienrente aufbessern. Einfach ist dieser Ansatz nicht. Denn in Deutschland liegen nicht nur Milliarden über Milliarden Euro unverzinst auf Sparbüchern herum, sondern auch in der Berichterstattung wird es mitunter abenteuerlich dünn. So argumentiert die linke taz gegen die Aktienrente damit, dass „das Geld ja in die Aktien fließen soll, nicht in die Renten“. Und „wenn der Staat in die Aktienmärkte drängt, werden die Papiere automatisch teurer. Davon profitieren die Reichen, die diese Aktien besitzen“. Entweder die taz verfügt über noch weniger ökonomischen Sachverstand und Grundkenntnisse des Aktienmarktes als man ohnehin schon vermutet, oder ihre Argumente sind bewusst so schwachsinnig wie böswillig. Wir haben mit Thomas Soltau vom Smartbroker und Vanyo Walter von RoboMarkets gesprochen, wo wirklich Vor- oder Nachteile liegen oder wie Funktionsweisen sind.

Thomas Soltau, Vorstand der Smartbroker AG

Thomas Soltau – was versteht man unter dem „Altersvorsorgedepot“?

Soltau:Das Altersvorsorgedepot soll Menschen helfen, ihr Geld in Fonds, ETFs, Aktien und Anleihen für die Altersvorsorge zu investieren. Diese Idee, die im Wahlkampf 2021 „Aktienrente“ genannt wurde, ist eine Revolution in der privaten Altersvorsorge. soll eine Alternative zur Riester-Rente werden. Wer staatlich gefördert anlegen möchte, muss seine Renditen nicht durch teure Garantien, wie bei der gescheiterten Riester Rente, schmälern lassen und er soll künftig eine große Auswahl an Wertpapieren haben. Interessierte dürfen gemäß dem Vorschlag in Fonds und ETFs, Aktien und Anleihen investieren. Für jeden Euro, den man einzahlt, möchte der Staat 20 Cent beisteuern. Bis zu einem jährlichen Eigenbetrag von 3.000 Euro.

Vanyo Walter – wer profitiert denn?

Vanyo Walter ist seit Juni 2023 Managing Director bei der RoboMarkets Deutschland GmbH.

Walter: Der Bund fördert Bürger mit maximal 600 Euro pro Jahr. Hat man Kinder, legt der Bund sogar noch bis zu 300 EUR oben drauf. Und das Charmanteste an dem Vorhaben: alle Gewinne im Depot bleiben steuerfrei. Interessierte können also das Geld im Depot beliebig umschichten und müssen die Gewinne nicht versteuern, so kann der volle Gewinn reinvestiert werden, was zu einem enormen Zinseszinseffekt führt.

Ab wann ist das neue Altersvorsorgedepot gültig?

Soltau:Bislang ist die Umsetzung der Idee noch nicht unter Dach und Dach. Derzeit liegt ein entsprechender Gesetzesentwurf vor, der derzeit öffentlich diskutiert wird. Das Bundesfinanzministerium befindet sich in regierungsinternen Abstimmungen zum Gesetzesentwurf und plant kurzfristig das Gesetz beschließen zu lassen.

Seite 1 von 2




Daniel Saurenz
0 Follower
Autor folgen
Mehr anzeigen
Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.
Mehr anzeigen
Verfasst von Daniel Saurenz
Aktienrente nur für Reiche? Die FDP möchte das deutsche Rentensystem mit einer Aktienrente aufbessern. Einfach ist dieser Ansatz nicht. Denn in Deutschland liegen nicht nur Milliarden über Milliarden Euro unverzinst auf Sparbüchern herum, sondern auch in der Berichterstattung …