DAX
Jahreshoch im Schatten von Mubarak
Wer hat mit einem Jahreshoch zum Wochenende gerechnet? Sicherlich nicht alle Marktteilnehmer, aber gerade von beiden Meinungen lebt die Börse und der Austausch zwischen Daytradern. Lesen Sie nachfolgend alle Details.
Ausblick am Morgen
Nach der Enttäuschung am Vorabend aus Ägypten tendierten die US-Futures bereits in der Nachbörse USA leichter. In Tokio nutzte der Nikkei diese Vorgaben für eine Verschnaufpause, verteidigte jedoch zum Handelsschluss die Marke von 10.600 Punkten. Etwas positiver interpretierten die Händler in Hongkong die globale Lage. Der Hang Seng stieg um 0,5 Prozent auf über 22.800 Punkte. Leicht negativ gemischte Vorgaben somit für die Markteröffnung in Deutschland.
Die US-Handelsbilanz von minus 40,6 Milliarden US-Dollar (Prognose -40,7 Milliarden) hatte ebenso wenig Einfluss auf den weiteren Handelsverlauf wie der mit 75,1 Punkten (Prognose 75,5) leicht schwächer ausgefallene US-Verbraucherstimmungsindex der Universität Michigan. Einen deutlichen Einfluss auf die internationalen Kursentwicklungen hatte allerdings der Rücktritt von Ägyptens Präsident Mubarak am späten Nachmittag. Nicht nur die Bevölkerung in Ägypten und internationale Beobachter jubelten in einer ersten Euphoriewelle, sondern auch die Börsianer. In der Spitze erreichte der DAX 7.390 Punkte und markierte somit eine Tagesrange von genau 100 Zählern. Der XETRA-Handel endete mit 7.371 Punkten auf einem neuem Jahreshoch.
Unsicherheit vor und nach Mubarak
Wie bereits in den vergangenen Tagen veröffentlichte in den frühen Morgenstunden des Handelstages IgetMoney seine Prognose für fallende Kurse. Dies erschien am Morgen sogar wahrscheinlicher als sonst, da am Vorabend keine erhoffte Entspannung aus Ägypten eingetreten war. Slay nutzte dies umgehend für eine entsprechende Positionierung aus und vermisste nach einer euphorischen Nacht am Morgen im DAX-Future immer noch „30-40 Punkte“ gegenüber der Dow Jones Indikation. Mit nur leicht erhöhtem Blutdruck versuchte Standuhr die politische Lage und deren Verarbeitung am Kapitalmarkt auf den Punkt zu bringen: „Das Mubarakgespinne geht mir auf den Sack. Das hat sicher die Daxmafia inszeniert um ihre Betrügereien zu vertuschen“. Davon verunsichert nahmen erste Trader ihre Nachtgewinne mit, wie beispielsweise fremderohnenamen. Für Harley_D war dies natürlich ein tolles Umfeld. Konnte er doch parallel den Chinesischen, Amerikanischen und Deutschen Aktienindex handeln und sich so vom Devisen-Trading etwas ablenken. Für Putin79 bedeutete die Volatilität nach einer tollen Wochenperformance von 9,7 Prozent auf das Handelskonto eher die Gefahr eines Rückschlages. Konsequent hielt er sich deshalb dem Markt zum Wochenausklang hin fern.

