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Exklusiv-Interview Focus Minerals „Die Fusion mit Crescent bietet den Aktionären signifikante Vorteile.“

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Gastautor: Björn Junker
20.07.2011, 09:33  |  1892   |   

Der Abschluss der geplanten Übernahme des australischen Goldproduzenten Crescent Gold (WKN A0B5UM) durch den Konkurrenten Focus Minerals (WKN A0F610) rückt näher. Wir hatten Gelegenheit mit Campell Baird von Focus zu sprechen. Er erläuterte uns, welche Vorteile er sich aus dem Zusammenschluss erhofft und warum er die Transaktion für „fair“ hält.

GI: Bitte erläutern Sie, warum der Zusammenschluss von Focus und Crescent Ihrer Ansicht nach sinnvoll ist. Welche Synergien erwarten Sie sich?

CB: Diese Transaktion wird Focus unter die fünf größten australischen Goldproduzenten vorstoßen lassen und es uns erlauben, für 2012 eine Goldproduktion von 230.000 Unzen anzustreben. Damit wird Focus signifikanten Cashflow generieren. Für die aktuellen Aktionäre von Focus bietet der Deal eine sehr gute Chance, eine substanzielle Neubewertung der Aktie von Focus Minerals zu erzielen.

Das fusionierte Unternehmen wird über Goldressourcen von 4,5 Mio. Unzen verfügen. Crescents aktuelle Ressource liegt bei 2,25 Mio. Unzen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 2,1 Gramm Gold pro Tonne. Der weitaus größte Teil der Ressourcen ist in flachen oxidischen Tagebaugruben enthalten. Focus’ aktuelle Ressource liegt ebenfalls bei 2,25 Mio. Unzen bei einem etwas höheren Goldgehalt von 2,6 Gramm pro Tonne, da wir über einige hochgradigere Untertageressourcen verfügen.

Die kombinierten Reserven würden nach der Fusion bei rund 746.000 Unzen bei einem Gehalt von 2,1 Gramm Gold pro Tonne liegen. Nach dem Zusammenschluss würde Focus’ Unternehmenswert pro Ressourcenunze bei 62 USD pro Unze liegen, was einen erheblichen Abschlag gegenüber der durchschnittlichen Bewertung der Peer Group bedeutet, die bei 115 USD pro Unze liegt – was eine Chance zur Neubewertung des Unternehmens bietet. Der Transaktionspreis (Crescent: 5,9 Cent pro Aktie, Focus 7 Cent je Aktie) entspricht rund 35 USD pro Unze.

Auf dem Papier macht dieser Deal also für die Aktionäre absolut Sinn – eine höhere Cashgenerierung und einen attraktiven Grund zu einer Neubewertung.

Aber auch für uns ist dies eine große Chance, da das Timing perfekt ist. Wir haben dieses Jahr 40 Mio. Dollar aufgenommen, sodass wir die nötigen Mittel zur Beschleunigung des Wachstums unserer Aktivitäten auf The Mount und Open Pits sowie für die Ausdehnung unserer Explorationsaktivitäten auf Greater Coolgardie und Treasure Island zur Verfügung haben. Diese Programme sind jetzt gut finanziert und die Teams sind heiß darauf, ihre Ziele zu erreichen.

Wir werden zudem in der Lage sein, viel von unserer auf diesen Projekten gewonnenen Expertise dem Management-Team von Crescent bei der Entwicklung seiner Assets zur Verfügung zu stellen. Wir haben uns Crescent sehr genau angesehen und glauben erhebliche Möglichkeiten für Wachstum und Kosteneinsparungen erkannt zu haben.

Wir werden Crescent wir eine weitere Geschäftsdivision betreiben und deren Hauptsitz in unseren in Perth integrieren. Die beiden Unternehmen verfügen über eine Menge sich ergänzender Fähigkeiten und, was am wichtigsten ist, wir werden über die Ressourcen verfügen, um sicherzustellen, dass alle Projekte – sowohl die von Crescent als auch die von Focus – über die nötigen Mittel und Arbeitskräfte verfügen, die sie brauchen, um an der Erreichung ihrer Ziele zu arbeiten.

GI: Viele deutsche Aktionäre glauben, dass sich Crescent zu billig verkauft hat. Bitte erklären Sie, warum Sie glauben, dass Ihr Angebot fair ist.

CB: Das Angebot erlaubt es den Aktionären von Crescent, weiterhin am Portfolio des Unternehmens beteiligt zu sein und gleichzeitig eine attraktive Prämie für ihren Aktienbesitz zu erhalten sowie Teil eines neuen australischen Goldproduzenten zu sein, in dem sie eine Focus-Aktie für alle 1,18 Crescent-Aktien erhalten.

Focus glaubt, dass das Angebot für die Crescent-Aktionäre attraktiv ist, das es ihnen die Möglichkeit gibt, einen implizierten Kurs von 6,53 Cent pro Crescent Aktie zu realisieren (basierend auf dem Schlusskurs der Focus-Aktien am Tag vor der Ankündigung der Transaktion von 7,7 Cent pro Aktie. Das bedeutet:

- einen Aufschlag von 30,5% zum Schlusskurs der Crescent-Aktien vom 17. Juni 2011 (dem letzten Handelstag der Focus-Aktien vor Verkündigung des Deals) von 5 Cent pro Aktie;

- einen Aufschlag von 29,1% zum mit dem Handelsvolumen gewichteten Durchschnittskurs der Crescent-Aktien von 5,1 Cent pro Aktie der fünf Tage bis einschließlich 17. Juni 2011; und

- einen Aufschlag von 20,8% zum mit dem Handelsvolumen gewichteten Durchschnittskurs der Crescent-Aktien von 5,4 Cent pro Aktie in den 30 Tagen bis einschließlich 17. Juni 2011.

Focus hat eine starke Bilanz und ist frei von Bankverbindlichkeiten. Im aktuellen Goldpreisumfeld generiert Focus signifikanten operativen Cashflow aus seinen Bergbauaktivitäten. Diese finanzielle Stärke bringt das fusionierte Unternehmen in eine bessere Position für die Entwicklung seiner Projekte und sollte das Unternehmen in die Lage versetzen, aussichtsreiche Explorationsprogramme durchzuführen, während man gleichzeitig angemessenes Betriebskapital für den Betrieb mehrerer Minen vorhält.

Crescent sah sich in den vergangenen 12 Monaten aus einer Vielzahl von Gründen erheblichem Finanzierungsbedarf gegenüber. Nicht zuletzt auf Grund des 50-tägigen Aktivitätszyklus, in dem das Erz zur Verarbeitung an die Granny Smith-Mühle von Barrick Gold geliefert wird.

Crescent hat in den letzten zwölf Monaten eine Reihe von Kapitalerhöhungen durchgeführt. Zuletzt nahm man im Januar 2011 48,1 Mio. Dollar und im Mai 2011 weitere 8,84 Mio. Dollar auf. Darüber hinaus hatte Crescent angekündigt, dass man dabei sei eine langfristige Finanzierung einzurichten, um weitere nötige Investitionskosten für die Tagebaugruben in der Region zu finanzieren.

Es ist äußerst wahrscheinlich, dass Crescent ohne die Unterstützung von Focus weiteres Kapital über Kredite oder Aktienausgaben aufnehmen müsste. Es ist möglich, dass diese weiteren Ausgaben für die Aktionäre von Crescent verwässernd wären und zu niedrigeren Kursen vollzogen würden als dem des Angebots von Focus. Hätte Crescent Kredite aufgenommen, um sein Betriebskapital zu stärken, hätte Crescent strengen Bestimmungen und Rückzahlungsverpflichtungen unterlegen.

GI: Sollten Sie die nötigen 90% der Stimmen für den Zusammenschluss erhalten: Was sind die nächsten Schritte, die Sie unternehmen willen. Wie wollen Sie Crescents Projekte voranbringen und worauf werden Sie sich konzentrieren?

CB: Ich war in den vergangenen Monaten mehrere Male auf der Laverton-Liegenschaft, da ich unser Due Diligence-Team geleitet habe. Ich war sehr beeindruckt vom aktuellen Team auf Laverton.

Sie haben einen neuen COO installiert, der über eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte verfügt. Sie haben ein großartiges Team zur Entwicklung des Projekts, das sich dem Ziel verschrieben hat, dass das Projekt funktioniert. Auch das engagierte Bergbauunternehmen MACA ist exzellent und sie verfügen über ein Explorationsteam, dass es kaum abwarten kann, loszulegen und eine Reihe neuer Ziele zu untersuchen, die in den vergangenen 12 Monaten generiert wurden.

Den Turnaround bei Crescent zu schaffen, beruht vor allem auf Konzentration, Planung, Disziplin und Management. Das Geschäft existiert, um Erz abzubauen und dieses zu der Mühle zu liefern. Das muss der Fokus all unserer Aktivitäten sein. Mit der richtigen Planung und Durchführung sind wir sehr zuversichtlich über die dort bestehenden Wachstumschancen. Wir haben ähnliches bereist auf Coolgardie erreicht.

Zusätzlich wird das fusionierte Unternehmen an der Explorationsfront über signifikanten Landbesitz und Explorationsgelegenheiten in den Distrikten Coolgardie und Laverton verfügen. Crescent verfügt über Landbesitz mit einer Fläche von rund 1.400 Quadratkilometern in der Region Laverton. Angesichts des sehr knappen operativen Budgets und einer Reihe von operativen Problemen, konnte Crescent keine signifikanten Explorationsbohrungen unternehmen und musste sich stattdessen auf Entwicklungsbohrungen in der Nähe bestehender Minen konzentrieren, um die Erzversorgung sicherzustellen.

Die größeren finanziellen Kapazitäten und der höhere operative Cashflow von Focus ermöglichen sofortigen Zugriff auf Finanzmittel zur Beschleunigung der Explorationsaktivitäten. Focus plant signifikante Bohrprogramme auf Crescents Laverton-Projekten durchzuführen, um das Minenleben zu verlängern und neue Lagerstätten zu erschließen.

GI: Sowohl Focus als auch Crescent haben eine Menge Aktien ausstehen. Sehen Sie darin ein Problem?

CB: Nein. Eigentlich ist dies ein weiterer Vorteil, den Focus Crescents Aktionären bringt. Denn die Focus-Aktie ist sehr liquide. In den sechs Monaten vor Ankündigung der Transaktion wurden an der ASX 4,41 Mrd. Focus-Aktien gehandelt – mit einem Gesamthandelsvolumen von 335 Mio. Dollar. Im Vergleich dazu wurden im gleichen Zeitraum 0,97 Mrd. Crescent-Aktien an der ASX gehandelt, was einem Wert von 48 Mio. Dollar entspricht. Die höhere Liquidität der Focus-Aktien ist ein signifikanter finanzieller Vorteil davon Focus-Aktien zu halten im Gegensatz zu Crescent-Aktien.

 

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