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DAX & Co. Hausse-Sturm in good old Germany

Gastautor: Thomas Hellener
23.01.2015, 07:37  |  8321   |   |   

Da braut sich was zusammen am deutschen Aktienmarkt: kein böses Gewitter und keine Giftmischung, sondern ein perfekter Hausse-Sturm - bestehend aus fallenden Rohstoffkosten, fallendem Euro, pulverisierten Kreditkosten und EZB-Geldschwemme. Die globale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure explodiert in diesem Umfeld – ebenso wie ihre Gewinne.

Die Deutsche Bank brachte jüngst eine Studie heraus, die Deutschland heute mit der Situation in Japan vergleicht – allerdings mit der von 1980. Nicht die USA sind demnach der Leuchtturm unter den westlichen Volkswirtschaften, sondern „Good Old Germany“. Deutsche Unternehmen zählen zu den wettbewerbsfähigsten der Welt, und das schon vor dem Nullzinsumfeld, der Energiekosten-Halbierung und der beschleunigten Euroverbilligung. Unser Chefökonom Hannes Zipfel meint gar, dass es für deutsche Unternehmen ein derart stimulierendes Umfeld seit der Wiedervereinigung nicht mehr gab.

Kostenfaktor Energie

Allein der Rückgang der Energiepreise wird nach Schätzungen des Bundeswirtschaftsministeriums den Effekt eines 20 Mrd. Euro Konjunkturprogramms für Deutschland haben. Diese Summe entspricht dem 2002 als gigantisch groß empfundenen Konjunkturprogramm Gerhard Schröders zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der „Jahrhundertflut“ an Elbe und Donau.

Noch entscheidender für die Unternehmensgewinne ist jedoch der Währungseffekt. 60 Prozent der deutschen Güter und Dienstleistungen werden außerhalb Europas verkauft, meist in US-Dollar oder chinesischen Yuan. Die drastische Abwertung des Euro gegen diese beiden Handelspartner-Währungen - auch beflügelt durch die neue EZB-Geldschwämme - wird zu unerwartet hohen Gewinnen bei den Exporteuren führen. Im Durchschnitt geschätzte neun Prozent Gewinnsteigerung werden DAX-Unternehmen für 2014 bekanntgeben – statt einer noch vor Kurzem erwarteten Gewinnstagnation. Für 2015 wird nun mit einer Gewinnsteigerungsrate von 12 Prozent gerechnet. Außerdem werden deutsche Aktiengesellschaften in diesem Jahr die Rekordsumme von ca. 37 Mrd. Euro Dividende ausschütten. Die Dividendenrendite der DAX-Unternehmen liegt aktuell sechs Mal höher als der Kapitalmarktzins.

Schweizer Franken beflügelt Deutsche Exporte

Als würden deutsche Unternehmen nicht schon genug von der aktuellen Gemengelage profitieren, erhalten sie von den Eidgenossen zum Jahresauftakt ein weiteres unerwartetes Geschenk. Durch die Aufhebung der Währungskopplung des Schweizer Franken an den Euro durch die Schweizer Nationalbank werden die Produkte und Dienstleistungen der alpenländischen Konkurrenz auf dem Weltmarkt auf einen Schlag um rund 15 Prozent teurer.

Schaut man sich die Konsensprognosen der Finanzmarktanalysten für den Stand des DAX zum Jahresultimo 2015 an, so passen die Zielmarken nicht zum Umfeld. Unsere Jahresendprognose fällt zwar nach oben hin etwas aus dem Rahmen, ist in Anbetracht des Bewertungspotenzials und der zu erwartenden Geldschwemme der EZB dennoch nicht aus der Luft gegriffen. Ein DAX-Stand von 12.500 Punkten zum Jahresende ist daher auch nicht das Ende der Fahnenstange. Diese kommt frühestens 2016.

Haupttreiber der gerade stattfindenden Jahrhundertrallye bei deutschen Aktien ist und bleibt jedoch ihre Funktion als solides Sachwertinvestment in Zeiten von unkontrollierter Geldschwemme und Schuldenexplosion. Eine Aktie bleibt eine Aktie, auch wenn die EZB demnächst über ein Billion Euro zusätzlich in Umlauf bringt. Diese Erkenntnis reift langsam aber stetig bei Vermögenden und normalen Anlegern und wird im Laufe der kommenden Monate und Quartale zu regelrechten Panikkäufen führen. Ein Umstand, der auch unseren Fonds PRIMA – Globale Werte und PRIMA – Top 20 zu Gute kommen sollte.

 

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