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Aktien und Bonds: Immer mehr Warnsignale

Gastautor: Klaus Singer
13.12.2015, 15:45  |  3602   |   |   

Der S&P 500 hat die schlechteste Woche seit Ende August hinter sich. Jetzt werden auch die Aktien etwa von Amazon abgestossen, die bisher einen guten Jahresverlauf hatten. Die großen Akteure geben offenbar den Versuch auf, das Jahr mit möglichst hohen Kursen zu beschließen und schalten um in die defensive Haltung, möglichst viel Gewinn im eigenen Portfolio zu realisieren.

Im Kursverlauf der S&P 500 zeigt sich schon längere Zeit Schwäche. Das in der zweiten Mai-Hälfte im S&P 500 markierte Allzeithoch wurde am 20. Juli knapp verfehlt. Am 3. November war der Abstand des lokalen Maximums zum Allzeithoch mit 20 Punkten schon deutlicher, der nächste Rekordversuch endete am 1. Dezember 27 Punkte unter dem Allzeithoch. Von da an ging es bergab bis auf jetzt 2013.

Die sich verschlechternde Lage spiegelt sich z.B. in der Auswertung der Volumenverteilung wider. Sie hat am 4. November auf Distribution umgeschaltet. Ab dem 24. November gab es wiederholt die Möglichkeit für eine erneute Akkumulationsphase. Bis jetzt geht die Distribution aber weiter. Die Advance-Decline-Linie, die das tägliche Verhältnis der Zahl steigender und fallender Aktien im S&P 500 zeigt, kippt seit 2. Dezember ab und ist mittlerweile in der bärischen Zone angekommen.

Der VIX, der Angstmesser an Wall Street, hat am 8. Dezember erstmalig wieder über seiner EMA50 geschlossen und am gestrigen Freitag ein Gap-up ausgebildet (zur Auswertung des VIX siehe u.a. hier!). Die Auswertung des Verhältnisses von S&P 500 und VIX hatte Anfang November kurz einen bullischen Zustand angebommen, seit 8. Dezember ist er bärisch. Das VIX-„Klima“ zeigt nun „Fear“. Die Auswertung des Verlaufs des Put/Call-Verhältnisse an der CBoE zeigte zwischen Mitte Oktober und Anfang November zwar noch bullische Verhältnisse an, seitdem verstärken sich aber die Anzeichen bärischer Ausrichtung.

Die Möglichkeit kurzfristiger Gegenbewegungen besteht durchaus, insbesondere dann, wenn im S&P 500 jetzt das 50er-Retracement des Anstiegs seit Ende September bei 1996, bzw. der wichtige statische Support bei 1991 hält. Um aber das längerfristige Bild positiv zu drehen, müsste die seit Jahresmitte übergeordnet zunehmende Schwäche im Index überwunden werden (Chartquelle).

In reifen Bullmärkten findet eine Konzentration auf Marktschwergewichte statt. Sie weisen eine höhere Liquidität auf und erleichtern großen Akteuren den kursschonenden Ausstieg. Das wiederum ist nichts anderes als eine abnehmende Marktbreite, in der immer weniger Titel die Indexentwicklung tragen. Wenn in einer solchen Phase gleichzeitig das Marktvolumen steigt, weist das auf eine zunehmend Abgaben-orientierte Einstellung hin. Dies ist gegeben.

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