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goldinvest.de Silber – Industrienachfrage könnte 2017 die Preise treiben

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Gastautor: Björn Junker
22.12.2016, 10:30  |  8061   |   

Edelmetalle haben es derzeit schwer. Vor allem der Goldpreis ist seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA unter die Räder gekommen. Der Silberpreis hingegen hat sich etwas besser gehalten – und einigen Analysten zufolge könnte Silber 2017 auf Grund eines Anstiegs der Industrienachfrage deutlich zulegen, sollten sich die US- und die Weltwirtschaft tatsächlich erholen.

Auf Jahressicht gesehen ist Silber mit einem Plus von bisher rund 16% der zweitbeste Performer unter den Edelmetallen. Nur der Palladiumpreis lief mit einem Anstieg von 21% noch besser. Mehrere Analystenhäuser glauben nun, dass sich dieser Trend auch im kommenden Jahr fortsetzen könnte – vor allem auf Grund der Verwendung von Silber in der Industrie. Und insbesondere angesichts der Aussagen des designierten US-Präsidenten Donald Trump, dass er plane, über einen Zeitraum von zehn Jahren, 1 Billion Dollar zu investieren.

Die industrielle Nachfrage macht mehr als die Hälfte des Silbermarktes aus, während der Großteil der restlichen Nachfrage aus den Bereichen Schmuck, Barren/Münzen und börsennotierten Fonds (ETFs) stammt. Was bedeutet, dass jeder Anstieg der Infrastrukturausgaben in den USA, wie er sich angesichts der Wahlversprechen des künftigen Präsidenten andeutet, gut für die Industrienachfrage nach Silber wäre, erläutern die Analysten von CIBC in einem aktuellen Bericht.

Die Experten der UBS, denen zufolge Silber 2016 fast komplett im Schatten des großen Bruders Gold stand, sind ebenfalls der Ansicht, dass die industrielle Seite des Metalls 2017 an Bedeutung gewinnen wird. Die Schweizer Großbank glaubt, dass dies in Zeiten, da die Märkte in Bezug auf Wachstum und Risiken optimistisch seien, der Performance des Silberpreises im Vergleich zu Gold auf die Sprünge helfen sollte.

Bei der HSBC erwartet man für das kommende Jahr einen durchschnittlichen Silberpreis von 18,75 USD pro Unze, während die Analysten der Commerzbank zu Ende 2017 einen Silberpreis von 19 USD pro Unze erwarten und einen Durchschnittspreis von 18 USD pro Unze annehmen. Und die UBS rechnet für das kommende Jahr mit einem durchschnittlichen Preis von 18,80 USD pro Unze Silber. Damit liegen alle Prognosen klar über dem aktuellen Preis der aktuell 15,91 USD pro Unze beträgt.

Insbesondere in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres erwartet die HSBC stärkere Silberpreise. Die fundamentale Lage sei solide, so die Analysten, da das Angebot aus der Minenproduktion voraussichtlich sinken werde, während Industrie- und Schmucknachfrage steigen dürften. Besonderes Potenzial sehen die Experten im Bereich der Solarenergie, da die Kosten sinken würde, während der Energiebedarf steige. Und der Solarsektor sei eine wichtige neue Quelle der Silbernachfrage, erläutert die HSBC.

Die Analysten erwarten jedenfalls für 2017 eine Silbernachfrage von 1,159 Mrd. Unzen, was einen leichten Anstieg gegenüber den 1,148 Mrd. Unzen, mit denen man dieses Jahr rechnet, bedeuten würde. Gleichzeitig dürfte den Berechnungen der HSBC zufolge das Angebot 2017 von jetzt 1,032 auf dann 1,027 Mrd. Unzen sinken. Das wäre das fünfte Defizit nacheinander im Silbermarkt.

Allerdings glauben nicht alle Analysten, dass dieses Ungleichgewicht im Silbermarkt 2017 ein wichtiger Faktor sein wird. Auch die Commerzbank geht zwar von einem Angebotsdefizit im kommenden Jahr aus, erwartet aber, dass dies nur geringe Auswirkungen auf den Markt haben wird. Die Experten weisen darauf hin, dass sie 2017 nur moderate Nachfrage nach dem Edelmetall erwarten.

Die Commerzbanker gehen von einem Defizit von nur 50 Mio. Unzen aus, was ihnen zufolge das niedrigste Defizit seit dem letzten Überschuss aus dem Jahr 2012 wäre. Die Analysten erwarten zudem nur eine schwache Industrienachfrage nach Silber, da immer mehr Unternehmen Möglichkeiten finden würden, weniger Silber in den Elektronikkomponenten ihrer Produkte zu verwenden. Die Commerzbank rechnet unter anderem deshalb damit, dass die Industrienachfrage im kommenden Jahr auf das niedrigste Niveau seit 2009 fallen wird.

Nach Ansicht der Experten müsste die Investmentnachfrage nach börsennotierten Produkten sowie die physische Nachfrage nach Schmuck sowie Barren und Münzen steigen, damit der Silberpreis 2017 wieder über die Marke von 20 USD pro Unze steigen könnte.

Weitere Berichte rund um das Thema Rohstoffe und Edelmetalle unter: www.goldinvest.de


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