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Unter Druck Brent C.O. - Setzt sich der Ausverkauf fort?

15.03.2017, 10:10  |  2055   |   |   

Der  Rohölmarkt befindet sich in diesen Tagen in Aufruhr. Die schlechten Nachrichten - zumindest für diejenigen, die auf steigende Ölpreise setz(t)en - reißen nicht ab. Die Enttäuschung bricht sich Bahn. Die Ölpreise sind in den freien Fall übergegangen. Eine Bestandsaufnahme...

Die Anzeichen verdichteten sich zuletzt, dass es innerhalb der OPEC Unstimmigkeiten immer deutlicher zu Tage treten. Es geht - wie kann es anders sein - um die Förderbegrenzung. Mit dem Jahreswechsel griff eine Vereinbarung, nach der die OPEC ihre Produktionsmenge auf 32,5 Mio. Barrel pro Tag begrenzen will. Dieses wurde auf der OPEC-Sitzung Ende November beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden für die Mitglieder Quoten festgelegt. Bereits damals setzte ob dieser Quoten Murren ein. Einige Ausnahmen wurden ebenfalls gestattet (beispielsweise für den Iran, der nach den Sanktionen dabei war und ist, seine Rohölproduktion wieder hochzufahren).


Im OPEC-Bericht für Januar wurde deutlich, dass die Quotenkürzung zu Lasten Saudi-Arabiens ging. Selbst, wenn man berücksichtigt, dass ja Saudi-Arabien für etwa ein Drittel der OPEC-Produktion verantwortlich zeichnet, war die durch Saudi-Arabien vorgenommene Kürzung überproportional. Wenn man so will, ging Saudi-Arabien damals in Vorleistung und glich mit seiner Kürzung die Produktionsmengen einiger OPEC-Staaten aus, die ihrerseits offenkundig nicht Willens waren, die ihnen zugewiesenen Quotenbegrenzung zu erfüllen.  

Gestern (14.03.) veröffentlichte dann die OPEC ihren Februar-Bericht und dieser sorgte für weitere Verwirrung. Die OPEC veröffentlicht in ihren Monatsberichten zum einen die Produktionswerte, die sie aus Sekundärquellen ableitet und zum anderen Produktionswerte, die ihr von dem Mitgliedsstaaten selbst gemeldet werden. Bei Saudi-Arabien gab es dann eine deutliche Diskrepanz für Februar. Die OPEC schätzte die Produktion des Landes auf 9,797 Mio. bpd, was in etwa dem Niveau vom Januar entsprechen würde. Saudi-Arabien seinerseits meldete der OPEC eine durchschnittliche Produktion von 10,011 Mio. bpd im Februar, was wiederum einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vormonat bedeuten würde. Diese widersprüchlichen Angaben sorgten nun für weitere Verunsicherung des eh schon nervösen Ölmarktes und befeuerten den Preisrückgang.

Seit dem Preissprung von Ende November / Anfang Dezember begleiten wir den Ölmarkt mit großer Skepsis. Aus unserer Sicht überwogen schon damals die Risiken. Vor allem stellten wir bereits damals die Förderdisziplin der OPEC-Staaten in Frage, die ja schon in der Vergangenheit zu wünschen übrig ließ. Gleiches galt und gilt im Übrigen auch für weitere Protagonisten und Nicht-OPEC-Staaten wie Russland.

Aus charttechnischer Sicht nähert sich Brent C.O. der 50 US-Dollar-Marke. Diese hat eine große Bedeutung. So könnte es sein, dass ausgehend von dieser Marke eine technisch motivierte Gegenbewegung einsetzen könnte. Mögliche Ziele dieser Erholung sehen wir zunächst bei 52,5 bis 53,5 US-Dollar. Hält die 50er Marke hingegen nicht, könnte es noch einmal nach unten gehen. Unterhalb von 50 US-Dollar würde sich ein Kursziel von 46 bis 45 US-Dollar aktivieren. Mehr als eine technische Erholung erwarten wir bis auf Weiteres nicht. Die Risiken überwiegen aus unserer Sicht nach wie vor.


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