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Schweizer Aktienmarkt nimmt Kursgipfel ins Visier

Gastautor: Daniel Saurenz
12.05.2017, 08:00  |  618   |   |   

schweizDer Schweizer Aktienmarkt ist seit Mitte 2016 deutlich schlechter gelaufen als der DAX. Nun warten Investoren auf den 21. Mai, wenn die Eidgenossen eine Volksabstimmung über das Energiegesetz durchführen. Könnte in dem Umfeld der SMI auf die Überholspur wechseln? Bullen empfehlen wir den Turbo Bull (Hebel 3,5) mit der WKN DX39US oder den Turbo VT2URS (Hebel 2,5) aus unserer ISIN-Liste.

Aber auch auf den DAX haben wir viele neue interessante Produktideen, wie zum Beispiel einen Inline-Optionsschein mit der WKN SC2KBS oder einen  Discount Optionsschein mit der WKN DL6H94. Während wir unsere ISIN-Liste also weiter fleißig mit Produkten füllen, geht nun der Wahlkampf in der Schweiz zusehends in die heiße Phase.

Am 21. Mai stimmen die Wahlberechtigten über die Änderung des Energiegesetzes ab, weshalb Befürworter und Gegner kräftig die Werbetrommel rühren. Ziel der „Energiestrategie 2050“ des Bundesrats, also der Bundesregierung, ist es, den Energieverbrauch zu senken, die erneuerbaren Energien zu fördern, und den Bau neuer Kernkraftwerke zu verbieten. Der Bundesrat und das Parlament wollen mit dem Gesetz zudem die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern verringern und Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen.

Börse_WindradImmerhin deckt die Schweiz 75 Prozent ihres Energieverbrauchs durch Einfuhren aus dem Ausland. Durch das Gesetz soll beispielsweise die energetische Sanierung von Gebäuden gefördert und der Energieverbrauch von Autos kräftig gesenkt werden. Die Regierung will die Maßnahmen durch einen höheren Netzzuschlag finanzieren. Laut den Berechnungen kommen dadurch auf einen Haushalt mir vier Personen zusätzliche Kosten von 40 Franken (37,60 Euro) pro Jahr zu.

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Befürworter setzen auf „Leuthard-Effekt“

Die Schweizerische Volkspartei (SVP) und ein Teil der Wirtschaft lehnen das Energiegesetz allerdings wegen der Sorgen ab, dass die Kosten deutlich höher ausfallen könnten und es mehr Bürokratie geben werde. „Damit nützen die massiven staatlichen Subventionen von Wind- und Sonnenergie nichts und führen zu unnötigen Mehrkosten für die Stromkonsumenten“, sagte Ivo Zimmermann, Leiter Kommunikation von Swissmem, dem Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie.

Dennoch deuten Umfragen darauf hin, dass sich mit rund 60 Prozent eine klare Mehrheit der Wähler für ein „Ja“ zum Energiegesetz entscheiden könnte. Zugpferd des Gesetzes ist Energieministerin Doris Leuthard, die eine hohe Glaubwürdigkeit bei den Schweizern genießt. Leuthard war eine der ersten, die nach dem Atomunglück im japanischen Fukushima im März 2011 gesagt hatte, die Schweiz müsse aus der Kernenergie aussteigen. Die Atomausstiegs-Initiative vom November 2016 hatte Leuthard aber nicht unterstützt, denn sie hatte damals gesagt „Ja, ich bin für den Atomausstieg, aber auf eine andere Art und Weise, nämlich so, wie es das neue Energiegesetz vorschlägt.“ Mit der Devise „sicher, sauber, schweizerisch“ wirbt Leuthard nun für das Gesetz.

SMI war ein Nachzügler

Börse_SchwedenJe näher das Referendum rückt, umso mehr könnte der Schweizer Aktienmarkt in den Fokus der Investoren rücken. Seit Mitte 2016 ist der Swiss Market Index (SMI), der die Kursentwicklung der 20 größten und liquidesten Werte abbildet, nicht nur deutlich schlechter gelaufen als der DAX, der als Performance-Index die Dividendenzahlungen enthält, sondern auch als der „reine“ DAX-Kursindex. Der Grund: Ab Mitte 2016 hatten Investoren verstärkt auf eine Beschleunigung des Wachstums der Weltwirtschaft und damit ein Anheizen der Inflation gesetzt. In dem Umfeld war der DAX gefragt, weil in dem Index der Anteil der Zykliker, also der Unternehmen aus konjunkturabhängigen Sektoren, wie Auto, Chemie und Halbleiter, deutlich höher ist, als in fast jedem anderen Index der Welt.

Da hatte der SMI das Nachsehen, wird er doch von Aktien aus defensiven Branchen dominiert. So kommt der Spitzenreiter Nestlé auf ein Indexgewicht von 22,5 Prozent, vor den Pharmakonzern Novartis (18,7 Prozent) und Roche (17,2 Prozent). Damit bringt das Trio insgesamt knapp 60 Prozent des Gewichts des SMI auf die Waage und bestimmt damit maßgeblich die Richtung des Index. Gleichzeitig hat der allmähliche Anstieg des Franken gegenüber dem Euro den Anstieg des SMI gebremst, weil sich die Perspektiven für die Exportabhängigen Schweizer Unternehmen eintrüben, wenn Schweizer Produkte im Ausland teurer werden, während ausländische Produkte in der Schweiz billiger werden.

SMI klettert auf das Niveau von Januar 2016

Schweiz_SchneeGenau diese defensive Ausrichtung könnte dem SMI in den nächsten Monaten aber zugutekommen und den Index in Richtung des Rekordhochs von Juni 2007 bei mehr als 9.500 Punkten treiben. Denn zuletzt haben sich die Perspektiven für die US-Wirtschaft merklich eingetrübt, wie der deutliche Rückgang der Zinsen für zehnjährige US-Anleihen klar anzeigt. Gleichzeitig hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass die Steuerreform erst am Jahresende verabschiedet werden dürfte, weshalb der schwächelnden US-Wirtschaft auf absehbare Sicht die dringend notwendigen Impulse fehlen werden. Das dämpft nicht nur das Wachstum der US-Wirtschaft, sondern auch das der Weltwirtschaft. Die sinkenden Zinsen für US-Anleihen ziehen auch jene für deutsche und Schweizer Anleihen mit nach unten.

In diesem Umfeld schichten Investoren verstärkt Geld aus Zyklikern in Aktien aus defensiven Sektoren um, weshalb der SMI allmählich auf die Überholspur wechseln dürfte. Unabhängig vom Ausgang der Wahl könnten Investoren in den nächsten Monaten verstärkt auf den SMI setzen und sich der Index damit weiter dem Rekordhoch vom Juni 2007 nähern. Mit diesem Investment profitieren Anleger vom möglichen Angriff auf den Kursgipfel.

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