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Ero fondsxpress Das Robo-Advisor-Sterben geht los

Gastautor: Jörn Kränicke
12.05.2017, 14:40  |  2242   |   |   

Mit Cashboard musste nun einer der Pioniere der Robo-Advisor-Szene den Gang zum Amtsgericht antreten und Antrag auf Eröffnung der Insolvenz stellen. Bei der im August 2014 gestarteten  digitalen Geldanlageplattform hat jetzt der Insolvenzverwalter das Sagen. Dabei war Cashboard einer der Großen auf dem Markt. Nach eigenen Angaben hatte das Unternehmen über 10 000 Kunden, der Kundenstamm wuchs monatlich um 10 bis 20 Prozent. Zudem waren nicht nur Venture-Capital-Geber am Unternehmen beteiligt, sondern seit 2014 auch ProSiebenSat.1 Media. Dort lief einiges an Werbung für Cashboard über den Bildschirm. Und im November 2016 konnte das Unternehmen nochmals drei Millionen Euro bei einer Finanzierungsrunde einsammeln.

Doch der Robo-Markt krankt unter dem nach wie vor mageren Volumen. Schätzungen zufolge dürfte der Gesamtmarkt etwa 700 Millionen Euro schwer sein — verteilt auf 13 Anbieter. Unterstellt man jetzt durchschnittliche Erträge von 0,5 Prozent kommt man auf 3,5 Millionen Euro Einnahmen aller Anbieter! Wo der Break-even liegt, dürfte je nach Anbieter unterschiedlich sein. Aber unter einer Milliarde Euro Bestand dürfte keiner Geld verdienen. 

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende
Jörn Kränicke
Chefredakteur

 



3 Kommentare

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Kommentare

Das ist für mich kein Robo-Advisor, sondern einfach eine Portfolio-Theorie die wie die heilige Wohlmichsau gefeiert und als Zukunftsmodell angepriesen wird. Das ist es aber nicht.

Ein paar Banken sind auf diesen Zug aufgesprungen. Alle haben in etwa die gleiche Strategie. Schauen wir wo es hing geht.

Ein Robot Advisor ist für mich ein Handelssystem (cTrader, metatrader) das auf einen VPS Server läuft und Strategien inklusive Money-Management umsetzt. Diese Strategien funktionieren aber auch nur bei den wenigsten, weil eben dazu Systeme entwickelt werden müssen die auch nachhaltig funktionieren. Da gibt es kaum Angebote. Die bekannten stellen keine klare Strategie vor. Nur eine kleine VAR "Value at Risk" Methode. Also Stop Los Signale. Was soll man davon halten?

Wer ein gutes System hat, wird sich das Risiko Kunde und Klagen ersparen und es einfach für sich laufen lassen. Vielleicht ein paar Anleger wie in einen Anleger-Verein suchen, so oder so ähnlich stelle ich mir das vor.

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