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Fonds & Wertpapiere Aktive Fonds bringen mehr als ETFs

Gastautor: Dieter Fromm
06.07.2017, 17:25  |  5297   |   |   

Immer mehr Anleger investieren in börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Doch der Ertrag fällt oft niedriger aus als bei aktiven Fonds, zeigen US-Studien. Vier Punkte, die ETF-Anleger kennen sollten.


In vielen Fällen erwirtschaften aktiv gemanagte Fonds eine höhere Rendite als ETFs. (© kasto)

Allein in den USA wurden rund 2,9 Billionen US-Dollar in börsengehandelten Indexfonds (ETFs) investiert. Damit ist das Volumen etwa gleich hoch wie bei aktiven Fonds. Doch zwei neue US-Studien zeigen: Anleger fahren mit aktiven Investments besser.

Jeder hat inzwischen davon gehört: Passives Investieren mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) bringt mehr als aktive Fonds zu kaufen. Die Bild-Zeitung propagiert daher ETFs, finanztest erfindet das ETF-basierte "Pantoffel-Portfolio" und auch immer mehr Regionalzeitungen springen auf diesen Trend auf.

Das ist in den USA nicht anders. Spätestens seit dort der Starinvestor Warren Buffett den Kauf von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) empfohlen hat, erreicht der Absatz dieser Papiere immer neue Dimensionen. Denn bei aktiven Fonds, die mit einer geschickten Auswahl von Wertpapieren besser abschneiden wollen als vergleichbare Indizes, sind Analysten und Fondsmanager zu bezahlen. Daher sind die Gebühren deutlich höher als bei ETFs. Und nur einer Minderheit von Fondsmanagern gelingt es langfristig, den Index zu schlagen, trommeln die Befürworter immer wieder.

Kurz- und langfristig: Höhere Renditen mit aktiven Fonds
 

Doch zwei neue Studien lassen aufhorchen. So schreibt Goldman Sachs, dass in diesem Jahr aktiv gemanagte US-Aktienfonds, die auf Titel mit großem Börsenwert spezialisiert sind, höhere Renditen erzielt haben ab als ETFS. Von Anfang Januar bis Ende Mai haben mehr als die Hälfte der Produkte den Vergleichsindex S&P 500 geschlagen, heißt es in einem Bericht der US- Investmentbank. Das sei das beste Ergebnis seit dem Jahr 2009. Im März 2009 hatte eine bis heute anhaltende Hausse begonnen, in der passive Aktienfonds Jahr um Jahr vorne lagen.

Eine Trendwende oder nur ein Strohfeuer, das der Markt bald wieder korrigieren wird? - Weder noch, zeigt eine weitere Studie des US-Research-Institutes Dalbar: Investoren mit aktiven US-Aktienfonds erzielten in einem 15 Jahres-Zeitraum, der am 31.12.2016 endete, im Schnitt vier Prozent Plus per annum und lagen damit im Mittel um knapp einen Prozentpunkt schlechter als der Vergleichsindex S&P 500. Doch Investoren mit passiven Fonds, also ETFs, hätten im selben Zeitraum nur durchschnittlich 2,9 Prozent jährlich geschafft. Beim Drei- und Ein-Jahres-Zeitraum hatten allerdings die passiven Anleger die Nase vorn.
 

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Aber wie kann das sein? - Als Grund für das schlechte Abschneiden der ETF-Investoren im Langfristvergleich nannten die Autoren vor allem das weniger diszipliniertere Anlageverhalten der ETF-Anleger, wenn Märkte korrigieren. Was steckt dahinter?

1. In Krisenzeiten haben ETFs Schwächen
 

Greg Meier, Vice President US Capital Markets Research & Strategy bei Allianz Global Investors, hat bereits Anfang des Jahres in einem Kapitalmarktkommentar des Hauses bei US-Aktien eindringlich zum Umschichten in Fonds mit aktivem Fondsmanagement geraten. „Gerade in Krisenzeiten zeigen aktive Fonds ihre Stärken,“ begründete Meier seine Skepsis. Und an der Wallstreet habe der Bullenmarkt bereits mehr als sieben Jahre gedauert. Das macht eine Baissephase wahrscheinlicher. Zudem sei die Rückführung der geldpolitischen Stützungsmaßnahmen kritisch für die Aktienbörsen. 

Und dass aktive Fonds in Krisenzeiten besser abschneiden als ETFs, zeigt auch die Statistik: Denn nach dem Platzen der Technologieblase von 2000 bis 2002 und während der Finanzkrise 2008 bis 2009 aktive Fondsmanager lagen aktive Portfolios bei US-Standardaktien um 471 beziehungsweise 100 Basispunkte besser als der Vergleichsindex. 

In Bärenmärkten schneiden aktiv gemanagte Fonds meist besser ab. (© Kasto)

2. ETF-Anleger sind keine passiven Investoren!
 

John Bogle hat 1975 den ersten Indexfonds aufgelegt. Seine Devise: Der Mehrwert, der durch aktives Management bei einem gut recherchierten Aktienmarkt wie der Wallstreet erzielt werden kann, ist geringer als die Rendite, die erzielbar ist, wenn Investoren einfach dem Markt folgen. Heutige ETF-Anleger sehen das offenbar anders. Zahlen des Flossbach von Storch Research Institutes zeigen, dass ETF-Anleger offenbar noch häufiger umschichten als Aktionäre. Während 0,42 Prozent der Dax-Aktien zwischen dem 1.1.2014 und dem 31.3.2017 täglich gehandelt wurden, waren es 1,55 Prozent der Dax-ETFs. ETFs auf den S&P 500 wurden in diesem Zeitraum sogar fünf Mal so oft gehandelt wie die zugrundeliegenden Aktien.

Besonders ausgeprägt ist der Aktionismus von ETF-Anlegern bei besonderen Ereignissen, so die Autoren der Flossbach-Studie Agnieszka Gehringer und Kai Lehmann. Als etwa am 9. November 2016 Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, lag das Volumen von Dax-Aktien bei 101 Prozent des durchschnittlichen Handelsvolumens. Dax-ETFs erreichten 262 Prozent. In den USA lag das Volumen der Aktien nur bei 55 Prozent, Der Handel mit ETFs erreichte aber 177 Prozent des Durchschnittswerts.

3. Horrorszenario Flash-Crash
 

Warum dieses Anlegerverhalten gefährlich werden kann, zeigt folgendes Beispiel: Auch am 24.August 2015 war der Handel mit ETFs besonders ausgeprägt. Es kam sogar zu einem Flash-Crash an der New Yorker Wall Street: Kurz nachdem die Börsenglocke den Handel eröffnet hatte, rutschte der Dow-Jones Industrial binnen weniger Minuten um etwa 1.000 Punkte ab. Dutzende Aktien-ETFs, die diesen Index spiegelten verloren deutlich mehr. Und Papiere, die dasselbe Börsenbarometer abbildeten, notierten zu dieser Phase deutlich unterschiedlich. Noch am selben Tag verflüchtigte sich dieser Spuk dann wieder.

Ereignisse wie diese sind zwar selten. Doch wer etwa zu diesem Zeitpunkt ein Stopp-Loss eingezogen hatte und somit einen automatischen Verkaufsbefehl gegeben hat, sollte der ETF um einen gewissen Prozentsatz sinken, schnitt schlimmstenfalls um 20 Prozentpunkte schlechter ab als der Index. Solche Befehle sind bei ETFs also riskant.

4. Der MSCI World und die Wall Street
 

Euro-Anleger stehen noch vor einem weiteren Risiko. So empfiehlt finanztest das Pantoffel-Portfolio. Das sei eine lang­fristig profitable Geld­anlage, für die Anleger wenig Aufwand betreiben müssten, schreibt das Verbrauchermagazin. Bestückt werde das Depot mit ETFs. Die einfachste Variante bestünde  aus zwei Fonds, einem Aktien-ETF auf den Welt­aktien­index und einem Renten-ETF auf einen Euro-Staats­anleihen­index. Einmal gekauft, müssten sich Anleger kaum mehr kümmern, so die Meinung der Verbraucherschützer.

Wahr ist: Es macht Sinn, langfristige Investments auf Aktien- und Anleihemärkte aufzuteilen. Und eine weltweite Risikostreuung ist bei Aktien deutlich besser, als sich auf den Dax zu beschränken. 

Wahr ist aber auch: Es gibt eine Unwucht beim wichtigsten weltweiten Aktienindex, den MSCI-World, die Euro-Anlegern gefährlich werden kann. So soll dieses Börsenbarometer zwar die Wertentwicklung von Aktien der größten Unternehmen der Welt spiegeln, gemessen an deren Börsenwert und etwa 1.500 Titel beeinflussen den Indexstand. Doch dazu zählen allein 630 US-Aktien mit einem Indexgewicht von 60 Prozent. Europäische Aktien (ohne Großbritannien) machen insgesamt nur 13,6 Prozentpunkte aus. Und Schwellenländer sind gar nicht vertreten. Allein das Währungsrisiko liegt also bei mehr als 80 Prozent, warnen Vermögensberater.


US-Werte machen den Großteil des MSCI-World aus. 

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Kommentare

Dieser Artikel ist zwar in Teilen ganz interessant, aber für einen Investor, vor allem auch wenn dieser eine langfristige Anlage sucht vollkommen ohne gewichtige Information. Und das Goldman Sachs die Studie präsentiert sagt wohl alles. Blackrock käme ganz sicherlich zu einem ganz anderen Ergebnis. Wer wenig Zeit hat braucht daher diesen Artiekl ganz gewiss nicht zu lesen.

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