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Altersvorsorge Warum Endvierziger ein Sparziel brauchen!

Gastautor: Dieter Fromm
13.07.2017, 17:09  |  2566   |   |   

Die Bertelsmann-Stiftung warnt die Jahrgänge ab 1969 vor Altersarmut. Die Rentenpläne der Bundesregierung würden die Probleme kaum abschwächen. Wie Betroffene systematisch eine Altersvorsorge aufbauen.


Wer seinen Ruhestand klug plant, der braucht sich im Alter keine Sorgen um das finanzielle Auskommen zu machen. (© Halfpoint)

Die Bertelsmann-Stiftung schlägt Alarm: Den geburtenstarken Jahrgängen, die Ende des nächsten Jahrzehnts in Rente gehen, droht verstärkt Altersarmut. So werden 2036 zwanzig Prozent der Neurentner weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zum Leben haben. Das sind nach heutigem Kaufwert 935 Euro im Monat.

Die Ursachen sehen die Experten vor allem bei Rentenkürzungen, dem oft späten Berufseinstieg in dieser Generation, in der Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse und in Unterbrechungen im Lebenslauf. Die geplanten Änderungen der Bundesregierung würden an dieser Situation kaum etwas ändern, zeigt eine aufwendige Szenarioanalyse der Experten.

Vor allem Menschen der Jahrgänge ab 1969 sollten daher dringend checken, ob sie eine Rentenlücke haben und inwieweit sie diese stopfen können. Immerhin haben sie bis zur Rente noch knapp 20 Jahre Zeit. 

Doch handeln Sie so schnell wie möglich. Dann kann der Zinseszinseffekt seine Wirkung noch entfalten. 

Aus 100 Euro pro Monat werden...



Denn Zeit ist bei der Geldanlage bares Geld wert. So ist beispielsweise bei einer Durchschnittsrendite von drei Prozent jährlich der Endbetrag nach 20 Jahren Laufzeit im oberen Beispiel nicht einfach doppelt so hoch wie nach zehn Jahren Laufzeit. Denn nach und nach sammelt sich immer mehr Guthaben an, dass sich dann immer wieder verzinst.

Geben Sie sich also einen Ruck, schnappen Sie sich Ihre Renteninformation und gehen Sie das Thema Altersvorsorge systematisch an.
 

1. Checken Sie Ihre Renteninformation!
 

Jeder gesetzlich Rentenversicherte, der älter als 27 Jahre ist, erhält jedes Jahr eine Schätzung von der Deutschen Rentenversicherung, wie hoch seine Bezüge im Rentenalter voraussichtlich ausfallen werden. Nehmen Sie Ihre aktuellste Renteninformation und Ihren Lohnzettel zur Hand und notieren Sie: Wann können Sie in Rente gehen? Wie hoch wird Ihre Rente ausfallen, wenn Sie weiter einzahlen wie bisher? Und wie viel verdienen Sie jetzt brutto und netto?
 

2. Wie viel Geld brauchen Sie im Alter?
 

Die meisten Experten gehen davon aus, dass nach dem Eintritt ins Rentenalter rund 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens benötigt werden, um den persönlichen Lebensstandard zu sichern. Denn einige Ausgaben fallen im Alter meist weg, so ist bestenfalls das Eigenheim abbezahlt und keine Mietzahlung mehr fällig, wohingegen andere Posten hinzukommen wie beispielsweise Gesundheitskosten. Stellen  Sie sich vor, Sie müssten mit 75 Prozent ihres Nettoeinkommens zurechtkommen. Könnten Sie sich dann noch ihre Wohnung leisten, ihr Auto oder worauf Sie sonst noch wert legen? Schreiben Sie den Wert auf, den Sie brauchen.

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3. Berechnen Sie Ihre Rentenlücke!
 

Wer vom erwarteten letzten Nettoeinkommen die prognostizierte Rente aus der Renteninformation und eventuelle Zusatzeinnahmen im Alter aus Lebensversicherungen, betrieblicher Vorsorge oder anderen Quellen abzieht, erhält die Versorgungs- oder Rentenlücke. Listen Sie also alle Einkünfte auf, die Sie als Rentner voraussichtlich haben werden. 


Mit der richtigen Vorsorge haben Sie auch im Alter viel zu lachen. (© oneinchpunch)


4. Berücksichtigen Sie die Steuern!
 

Viele Experten warnen,  Kaufkraftverluste nicht zu vergessen. Doch in den vergangenen zehn Jahren war die Gefahr übersichtlich: Die Inflation stieg im Schnitt um 1,4 Prozent jährlich. Die Renten wurden im selben Zeitraum im Westen um durchschnittlich 1,55 Prozent angepasst. Viel schlimmer ist für künftige Rentner, dass Sozialausgaben und Steuern in der Rente zahlen müssen, sofern das Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt. Auch viele geförderte Zusatzrenten sind im Alter abgabenpflichtig.

Für eine erste Kalkulation hilft ein Besteuerungsrechner.
 

5. Bestimmen Sie Ihr Sparziel!
 

Sie kennen jetzt Ihre voraussichtlichen Nettoeinnahmen im Alter. Sie haben zudem Ihre voraussichtlichen Ausgaben veranschlagt. Bilden Sie die Differenz und Sie kennen den Betrag, der voraussichtlich monatlich fehlt. Damit können Sie Ihr Sparziel bestimmen.

Für 100 Euro Sofortrente, die ab Renteneintritt lebenslang gezahlt wird, müssen Sie derzeit einen Betrag von etwa 30.000 Euro veranschlagen. Und um 30.000 Euro anzusparen, ist abhängig von Zinserwartung und Laufzeit monatlich folgender Betrag anzulegen:

Und wenn Ihnen beispielsweise 400 Euro Rente fehlen? Dann sind vier Mal 30.000 Euro anzusparen, um mit einer Sofortrente die Rente auf das gewünschte Niveau zu bringen – insgesamt also rund 120.000 Euro. Sie multiplizieren den notwendigen Betrag also mit vier.
 

6. Mit welchen Produkten erreichen Sie Ihr Ziel?
 

Das Rechnen ist das eine. Die entsprechenden Erträge tatsächlich zu erzielen, erfordert eine Strategie. Sie brauchen also Anlageprodukte, die ihnen entsprechende Chancen bieten. Für jahrzehntelange Sparprojekte ist bei Tages- und Festgeld derzeit wenig zu holen. Selbst wer bereit ist, einen festen Betrag zehn Jahre lang zu binden, bleibt derzeit selbst im besten Fall bei unter zwei Prozent Effektivzins, zeigt ein Vergleich der fmh-finanzberatung. Auch klassische Lebensversicherungen sind mit 0,9 Prozent Garantiezinsen auf den Sparanteil für Neueinsteiger wenig interessant. Mit Sparplänen auf Fonds oder ETFs lassen sich hingegen höhere Renditen erreichen, wie die Zahlen des deutschen Fondsverbandes BVI zeigen:

Historische Sparplanrenditen verschiedener Anlageklassen (Angaben in Prozent pro Jahr)


Quelle: BVI, Stand: 31.12.2016
 

7. Und was ist mit Förderungen und Zuschüssen?
 

Es gibt einige Möglichkeiten steuerbegünstigt zu sparen, staatliche Förderungen zu erhalten und Arbeitgeber einzuspannen.
 

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