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Aktien E-Mobilität und „Lollapalooza“-Effekt sorgen für Performanceschub

Gastautor: Thomas Hellener
12.09.2017, 07:10  |  5791   |   |   

Noch ist die Bilanz ernüchternd. Zumindest in Deutschland. Die Rede ist von Elektroautos, die trotz Kaufanreizen und Steuervorteilen noch immer nicht genügend Abnehmer finden. Dabei sind E-Autos gerade aus Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsgründen für die Zukunft ein unbedingtes Muss. Zumindest solange der Strom aus alternativen Energiequellen wie Sonnen- und Windenergie gewonnen wird. Doch die Anschaffungskosten sind noch hoch, es gibt nicht genügend Ladestationen und die Reichweite von Elektroautos ist auch noch zu gering.

Doch das ist der Stand heute. In fünf bis sieben Jahren wird unsere Auto- und Mobilitätswelt ganz anders aussehen. Das Elektroauto wird unsere Welt verändern, ja revolutionieren. Davon ist zumindest Hendrik Leber, Fondsmanager unseres Nachhaltigkeitsaktienfonds PRIMA – Global Challenges überzeugt. Und wie er in der jüngsten Online-Konferenz erläuterte (Link zum Video  https://youtu.be/IwcguC2JeKc), gibt es dafür gute Gründe. Vor allem bei unserem Portfoliotitel Intel sieht er große Wachstumschancen. Schließlich hat Intel im März den israelischen Hersteller für Fahrerassistenzsysteme, Mobileye, übernommen, der als Partner von BMW im Bereich E-Mobilität und selbstfahrende Autos tätig ist. Hier liegt für Leber ein Megatrend der Zukunft.

Megatrend E-Mobilität

 

Aber, wie entstehen Megatrends? Durch einen „Lollapalooza“-Effekt! Diesen Begriff verwendet Charlie Munger, der Partner von Warren Buffet bei Berkshire Hathaway, wenn er solche Trends erklärt. Munger meint damit ein Phänomen, wenn zwei bis drei technologische Fortschritte zusammenkommen, die sich gegenseitig beschleunigen. Bei der E-Mobilität sind dies zum Beispiel künstliche Intelligenz, dann CPU, also die immer effizienter werdende Rechenleistung von Computern, Sensorik und Kameras, günstige Datenspeicher, oder auch immer billiger werdende Batterien, um nur ein paar Bereiche zu nennen. Wenn diese dann auf große Volumina treffen, sprich viele Menschen, Autos oder Smartphones, dann sind die Voraussetzungen für einen Megatrend ideal. Oder anders gesagt: Wenn Technologie, Kostenverfall und Volumen aufeinander treffen, entsteht ein idealer Nährboden für große Trends.

Für den Bereich Kostenverfall sind Batterien ein gutes Beispiel. Hier fallen die Preise seit Jahren dramatisch. So befinden sich in einem Tesla-Auto Hunderte, ja Tausende kleiner Batterien. Diese werden in Pakete zusammengepackt und liefern Energie. Diese ‚Pacs‘ haben 2010 noch 1000 Dollar pro Kilowattstunde gekostet. Heute sind es gerade mal noch 227 Dollar. Das ist ein Minus von sage und schreibe 77 Prozent. Die jüngsten Zahlen von Tesla zeigen, dass nur noch 120 bis 150 Kilowattstunden pro Wagen notwendig sind. Wenn man den obengenannten Preisverfall mal drei, vier Jahre weiterführt – und dieser Preisverfall liegt pro Jahr bei rund  20 Prozent - dann sind Batterien in ein paar Jahren geradezu spottbillig. Dann gibt es auch keinen Grund mehr, an der Reichweite von E-Autos zu zweifeln – elektrisch angetriebene, vielleicht selbstfahrende Autos werden dann günstig mit Energie versorgt. Und ihre Reichweite wird etwa doppelt so hoch sein, wie bei Benzinern. Dann wird man sich fragen: Warum habe ich noch einen Benziner, wo doch das E-Auto billiger ist und auch weiter fährt?

China ist Vorreiter bei Elektroautos

Diese neuen Technologien werden sich nicht über Nacht durchsetzen. Aber es kommt ein Tag, wo es dann schlagartig passiert. Denn der Megatrend Elektromobilität wird von China aus besonders intensiv vorangetrieben. China setzt auf Elektroautos und verfolgt damit zwei wichtige Ziele: Die Reduzierung der gefährlichen Luftverschmutzung – und natürlich das Überholen der westlichen Automobilindustrie. Weil Elektroautos für China extrem wichtig sind, werden gerade dort viele Batteriefabriken gebaut. Dadurch fallen die Preise weiter. Der staatliche chinesische Zwang zu Elektroautos führt schon heute zu riesigen Investitionen in Batteriekapazitäten. Und: Peking hat angeordnet, dass ab dem kommendem Jahr 8 Prozent des Inlandabsatzes E-Autos sein müssen. 8 Prozent von rund 25 Millionen Autos, die in China jedes Jahr zugelassen werden, also umgerechnet rund 2 Millionen Autos – und das jedes Jahr.

Das hat zur Folge, dass Elektroautos ab einem gewissen Punkt sowohl in der Herstellung als auch in der  Anschaffung und im Unterhalt billiger als Autos mit Verbrennungsmotoren sein werden. Sind E-Autos erst einmal billiger, gibt es keinen Grund mehr, konventionelle Autos zu kaufen. Dann ist der Verbrennungsmotor für immer „tot“. Wie das passiert, dafür gibt es aus der Vergangenheit viele Beispiele, die das Aussterben bestimmter Technologien und Produkte zeigen. Etwa: Wann haben Sie Ihren letzten Röhrenfernseher gekauft, die letzte Analog-Kamera oder den letzten Kassettenrekorder? Diese Produkte sind „tot“. So wird es auch den Autos mit Verbrennungsmotoren ergehen.

Solar- und Windenergieunternehmen werden profitieren

Die ganze Entwicklung hat aber auch Rückwirkungen auf andere Industriezweige wie die Windkraft- und Sonnenenergie. Die alten Batterien eines E-Autos werden nämlich weiterbenutzt. Man kann sie mit einem Modul versehen und in die Garage hängen. So können sie in der Mittagszeit den Überschussstrom durch die Sonnenenergie oder bei Windspitzen aufnehmen und zwischenspeichern. So hat man im Haus einen Elektroenergiespeicher, Das heißt: Windenergie, Sonnenenergie, Elektroautos und Batterien sind eng miteinander verwandt. Das sollte dann auch unseren Portfoliounternehmen wie SunPower, Nordex oder Vestas Wind Systems zugutekommen.

Aber davon abgesehen: Mit der E-Mobilität entsteht eine neue Welt, die wir uns heute besser schon mal vorstellen, bevor wir von ihr überrannt werden.

 

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