Die wichtigsten Erlöse erzielt Petrobras im Upstream-Geschäft mit der Förderung von Rohöl und Erdgas. Die Pre-Salt-Felder liefern dabei einen wachsenden Anteil der Gesamtproduktion und zeichnen sich durch vergleichsweise niedrige Förderkosten und hohe Förderraten aus, was die Profitabilität des Konzerns maßgeblich beeinflusst. Ergänzend betreibt Petrobras ein umfangreiches Raffineriesystem im Inland, produziert Treibstoffe, Schmierstoffe und petrochemische Vorprodukte und vertreibt diese über ein dichtes Netz von Großhandels- und Vertriebskanälen. Hinzu kommen Aktivitäten im Gas- und Energiegeschäft, darunter der Verkauf von Erdgas an Industrie- und Kraftwerkskunden sowie Beteiligungen an Stromerzeugungsanlagen, die jedoch im Vergleich zum Kerngeschäft eine untergeordnete Rolle spielen.
Im internationalen Vergleich ist Petrobras vor allem als Spezialist für Offshore-Tiefseeförderung positioniert und konkurriert mit globalen Ölkonzernen und nationalen Gesellschaften um Kapital, Technologie und Absatzmärkte. Die Wettbewerbsfähigkeit hängt stark von Förderkosten je Barrel, Produktionsvolumen, Reservenbasis und der Auslastung der Raffinerien ab. Wichtige wirtschaftliche Treiber sind der globale Ölpreis, die Entwicklung des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar, die Höhe der Investitionen in neue Förderprojekte sowie der Schuldenabbau nach einer Phase hoher Verschuldung. Effizienzprogramme, Portfolio-Bereinigungen und der Fokus auf renditestarke Kernfelder sollen die Kapitalrendite stabilisieren und die Bilanzstruktur robuster machen.
Für Anleger sind neben der operativen Entwicklung vor allem politische und regulatorische Rahmenbedingungen entscheidend. Als staatlich geprägtes Unternehmen unterliegt Petrobras potenziell Eingriffen in die Preisgestaltung für Kraftstoffe im Inland, was Margen und Cashflows beeinflussen kann. Hinzu kommen typische Branchenrisiken wie Ölpreisvolatilität, hohe Investitionszyklen, technische und ökologische Risiken bei Offshore-Projekten sowie mögliche Rechts- und Compliance-Risiken. Die Aktie eignet sich vor allem für Anleger, die die Chancen eines großen, rohstoffbasierten Emerging-Markets-Konzerns mit starker Stellung im Heimatmarkt suchen und bereit sind, erhöhte Schwankungen durch politische Faktoren, Währungsrisiken und konjunkturelle Abhängigkeit von der globalen Ölnachfrage in Kauf zu nehmen.










