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Die Party geht weiter

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Gastautor: Raimund Brichta
08.01.2018, 08:10  |  1001   |   

Wie wird sich der Dax in diesem Jahr entwickeln? Telebörse-Moderator Raimund Brichta verzichtet bei seiner Prognose auf die Glaskugel und empfiehlt: Tanzen Sie in der Nähe des Ausgangs.

Wer Prognosen macht, sollte sich an seinen früheren Vorhersagen messen lassen. Deshalb zuerst ein kurzer Blick in den Rückspiegel. Vor einem Jahr schrieb ich:
 

"In den vergangenen Jahrzehnten brauchte man in keiner zweiten Hälfte eines 7er-Jahres durchgängig investiert zu sein. Dafür aber umso mehr in den ersten sechs Monaten. 2017 könnte diesem Muster gerecht werden, zumindest in der ersten Hälfte. Soll heißen: Ich rechne mindestens bis in den März hinein, vermutlich aber bis zum Sommer mit steigenden Kursen. Das alte Dax-Hoch bei knapp 12.400 Punkten sollte dabei nur eine vorübergehende Hürde darstellen."

Tatsächlich stieg der Dax bis Ende Juni auf knapp 13.000 Punkte. Und genau dort lag er auch am Jahresende. Wer also in der zweiten Jahreshälfte nicht investiert war, hat wie erwartet nicht viel verpasst. Das zeigt, dass man nicht immer eine Glaskugel braucht, um die Zukunft einigermaßen zuverlässig einschätzen zu können.

Für die 8er-Jahre gibt es eine solche Gesetzmäßigkeit nicht. Trotzdem dürften auch 2018 die ersten sechs Monate für den Dax wieder die eindeutig bessere Jahreshälfte werden. Wie im Vorjahr rechne ich damit, dass bis in den März hinein, möglicherweise auch bis zum Sommer, die Börsenampeln auf grün stehen.

Allerdings könnte sich die zweite Jahreshälfte von der des vergangenen Jahres deutlich unterscheiden. Die Gefahr, dass es im zweiten Halbjahr heftiger rappelt, schätze ich 2018 nämlich größer ein als 2017. Warum? Ganz einfach: Das Ende einer Party rückt stets umso näher, je länger diese schon dauert. In diesem Jahrzehnt sollte es deshalb mindestens noch einen heftigen Kursrutsch geben - wenn nicht in diesem, dann vermutlich im nächsten Jahr. Ein Anlass dafür lässt sich immer finden.

Positiv ist dagegen, dass die Börse bis jetzt nicht exzessiv, sondern eher verhalten feiert. Das erkennt man zum Beispiel daran, dass der Dax am Jahresende etwa genauso hoch stand wie schon zur Jahresmitte. Von Überhitzung ist also keine Spur. Und selbst der amerikanische Dow-Jones-Index hat noch nicht so starke Kursgewinne hinter sich, wie sie vor heftigen Einbrüchen in früheren Jahrzehnten üblich waren. Auch dort ist also noch Luft nach oben.

Genau deshalb wird die Party - von vorübergehenden Rücksetzern abgesehen - vermutlich noch ein Weilchen weitergehen. Feiern Sie also mit, achten Sie aber stets darauf, in der Nähe des Ausgangs zu tanzen,

meint Ihr

Raimund Brichta

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