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Aurora Cannabis: Bemerkenswerte Fakten aus den neuesten Finanzergebnissen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.02.2018, 12:28  |  731   |   |   

Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) gab am 8. Februar die Finanzergebnisse für das zweite Quartal (Q2 2018) bekannt und meldete ein starkes Umsatzwachstum. Das Gesamtbild ist jedoch gemischt, insbesondere da die Gewinntreiber in den letzten beiden Quartalen nicht nachhaltig sind.

Der gemeldete Umsatz im zweiten Quartal lag mit 11,7 Mio. US-Dollar 201,2 % über dem Wert des Vorjahresquartals und 41,8 % über dem Wert des Vorquartals von 8,25 Mio. US-Dollar, unterstützt durch ein starkes Umsatzwachstum von 101 % durch Exporte nach Deutschland.

Zum hervorragenden Umsatzwachstum trugen auch ein Anstieg der kanadischen Verkäufe von getrocknetem Cannabis um 23,9 % bei sowie die Einführung eines neuen Segments „Sonstige Erträge“ aus kürzlich akquirierten Geschäften und die Konsolidierung der Hempco Food and Fiber.

Aber es gab noch einige andere Verbesserungen.

Bemerkenswerte Verbesserungen

Die Bruttomarge auf intern produziertem Cannabis verbesserte sich von 67,6 % im Vorquartal auf 73,8 %, während die Barkosten für die Produktion eines Gramms Cannabis um 24,60 % auf 1,41 US-Dollar sanken. Es wird erwartet, dass die Kosten pro Gramm weiter sinken werden, da die Automatisierung und Skalierung weiter zunehmen werden, nachdem die neuen Einrichtungen von Aurora Sky und die in Dänemark später im Laufe des Jahres in Betrieb genommen werden.

Das Patientenwachstum blieb stark und verzeichnete bis zum 31. Dezember 2017 ein sequenzielles Wachstum von 12,6 % bei den aktiven registrierten Patienten auf 21.718. Aurora hat jetzt 23.000 registrierte Patienten, und das kombinierte Unternehmen, nach einer Übernahme von CanniMed Therapeutics, könnte mehr als 43.000 aktive Patienten haben – die Anzahl der Patienten ist damit hoch genug, um die Marktführer Canopy Growth und MedReleaf herauszufordern.

Bemerkenswert ist, dass sich der Umsatzmix nach einem rapiden Rückgang des Anteils der Patienten mit Preisnachlass von 48 %  auf 28 % stark verbessert hat. Für die Zukunft ist mit höheren Durchschnittserlösen pro Patient zu rechnen, wenn die Zahl der Patienten mit Rabatt so niedrig bleibt.

Kleine Entlastungen

Die Wachstumsrate der Cannabis-Öl-Verkäufe verlangsamte sich im Laufe des Quartals auf 4,79 %, verglichen mit 79 % im Vorquartal. Cannabis-Öl-Verkäufe erzielen höhere Margen als getrocknetes Marihuana.

Darüber hinaus führten neue „sonstige Einnahmequellen“ zu operativen Verlusten in Höhe von 1,57 Mio. US-Dollar bei einem Umsatz von 1,05 Mio. US-Dollar. Da es noch zu früh ist, die neuen Projekte als Verlustbringer abzuhaken, sollten die Investoren genau beobachten, wie sich dieses Segment in Zukunft entwickelt und ob es neben der Diversifizierung der Einnahmen auch noch etwas Wesentliches zum Endergebnis beitragen wird.

Die größeren Sorgen

Aurora verlor wieder Geld im operativen Kerngeschäft.

Die vierteljährlichen Betriebsausgaben stiegen im Vergleich zu früheren Messungen deutlich an und verlangsamten das Umsatzwachstum. Die allgemeinen und Verwaltungskosten stiegen um 152 % gegenüber dem Vorquartal, die Vertriebs- und Marketingaufwendungen lagen um 40 % höher als im Vorquartal, obwohl die aktienbasierten Vergütungen gegenüber dem Vorquartal um 200 % auf massive 7,46 Mio. US-Dollar anstiegen.

Aurora verdoppelte technisch gesehen seinen Reingewinn von 3,56 Mio. US-Dollar im Vorquartal auf 7,19 Mio. US-Dollar im letzten Quartal, doch die operativen Verluste betrugen massive 16 Mio. US-Dollar bei einem Umsatz von 11,7 Mio. US-Dollar im Quartal. Der Reingewinn der letzten sechs Monate wurde wesentlich durch unrealisierte Gewinne aus dem Aurora-Anlageportfolio beeinflusst. Da Aurora kein Vermögensverwaltungsunternehmen ist, wollen die Investoren eher Verbesserungen im Kerngeschäft sehen.

Darüber hinaus besteht nach einer massiven Übernahmenreihe im vergangenen Jahr ein wachsendes Integrationsrisiko. Das Management könnte von der gewaltigen Aufgabe überwältigt sein, die erworbenen Vermögenswerte effizient zu einem synergistischen Einzelbetrieb zusammenzufassen. Jedoch könnten kürzliche Berufungen von hochrangigen Mitarbeitern die gewünschten Ergebnisse liefern.

Allerdings steht Aurora vor einem anderen finanziellen Problem, da die neuen Wandelanleihen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar mit 5 % Verzinsung zwei Jahre lang jeweils etwa 5 Millionen US-Dollar an halbjährlichen Zinszahlungen mit sich bringen.

Die neue Zinsbelastung könnte sich auf 2,5 Millionen US-Dollar pro Quartal oder 21,4 % der Einnahmen des letzten Quartals belaufen!

Das könnte zu viel für ein Unternehmen sein, das rote Zahlen schreibt.

Unterm Strich

Aurora generiert das gewünschte Umsatzwachstum, und der jugendliche Elan dieses vielversprechenden Marihuanastars könnte seinen Platz unter den Weltmarktführern im Cannabis-Bereich festigen.

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