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DAX Scharfe Rücksetzer sind jederzeit möglich

Gastautor: Jens Chrzanowski
26.02.2018, 08:00  |  835   |   |   

Der Dax ging am Montagmorgen der vergangenen Handelswoche bei 12.513 Punkten in den vorbörslichen Handel. Er startete 228 Punkte über der ersten vorbörslichen Notierung am Montagmorgen der Vorwoche und 26 Punkte über dem Wochenschluss am Freitagabend der Vorwoche. Der Index kam am Montag aber nicht wirklich weiter. Mit Aufnahme des Xetra-Handels ging es bis in den späteren Handel unter die 12.400 Punkte. Zwar konnte sich der Dax stabilisieren und wieder erholen, er kam am Dienstag aber nicht über die 12.500 Punkte hinaus. Von hier ging es wieder leicht zurück, wobei es der Dax schaffte, sich übergeordnet über der 12.400 Punkte Marke zu halten. Am Mittwoch erfolgte dann der erneute Angriff auf die 12.500 Punkte, der aber erneut scheiterte. Der Dax gab im Nachgang dessen am Donnerstag bis in den Bereich der 12.280 Punkte nach. Die Bullen griffen hier ein und schoben den Index dann in dynamischen Impulsen an die 12.500 Punkte. Der Dax eröffnete am Freitag zwar über der 12.500 Punkte-Marke, konnte sich aber hier nicht festsetzen. Die Range am Freitag war vergleichsweise gering. Der Dax fiel nicht mehr unter die 12.420 Punkte, konnte sich aber nachbörslich noch deutlich über die 12.500 Punkte schieben.

Das Wochenhoch im Betrachtungszeitraum lag auf dem Niveau der Vorwoche. Der Index hat es Freitag nachbörslich geschafft, sich über der 12.500 Punkte-Marke festzusetzen. Das Wochentief lag über dem Level der Vorwoche. Die Range war erheblich kleiner als in der Handelswoche zuvor. Der Dax hat sich damit auf das Level des Jahresdurchschnitts des Vorjahres eingependelt. Der Index konnte erneut einen Wochengewinn ausweisen, wenn gleich dieser auch geringer war als in der Vorwoche war. Damit hat der Dax in vier Handelswochen in diesem Jahr einen Gewinn gemacht, in vier Handelswochen einen Verlust ausgewiesen. Er notiert aktuell ca. 800 Punkte unter dem Wochenschluss der KW1/2018

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der Dax mit dem Überschreiten der 12.540/42 Punkte weiter bis an die 12.550/52 Punkte laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde exakt getroffen, dass Setup hat damit perfekt gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 12.313/11 Punkte knapp unter unsere nächste Anlaufmarke bei 12.290/88 Punkten. Hier hat das Setup nicht optimal gepasst.

KW 08/2018 07/2018 06/2018 05/2018 04/2018
Wochenhoch 12.550 12.534 12.754 13.372 13.601
Wochentief 12.281 12.071 11.907 12.695 13.220
Wochenschluss 12.543 12.487 12.216 12.712 13.387
Wochenergebnis 56 271 -496 - 675 -77
Wochen-Range 269 463 847 677 381



Wie könnte es weitergehen?

  • DAX-WS: 12.558/89.....12.613/40/86.....12.719/59.....12.806/44/96
  • DAX-US: 12.522/03....12.470/54/31/19......12.398/72/35......12.294/73.....12.190

daxweeksetup800-26-02-2018.jpg

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden.



DAX-Chartcheck:

Das Chartbild beim Dax hat sich in den letzten Tagen etwas aufgehellt, bleibt aber angeschlagen. An der Aussage im letzten Setup hat sich nicht geändert. Der Dax hat sich nicht wesentlich nach oben schieben können - er hat in der letzten Handelswoche gerade einmal 56 Punkte Gewinn gemacht. Damit bleibt alles beim Alten. Der Dax hat zwar nach wie vor noch etwas Luft nach oben, wobei das Potential von der 12.650 Punkte-Marke bis maximal 12.750 Punkte-Marke reicht. Zwar hat sich der Dax im 4h-Chart über die EMA50/20 schieben und etablieren können, er hat daraus aber bisher wenig bzw. nichts gemacht. Er hat sich im späteren Handel am Freitag über die 12.500 Punkte schieben und auch festsetzen können, es bleibt aber abzuwarten, ob dies zu Wochenanfang auch von den Bullen genutzt wird. Solange es nicht über die 12.550/70 Punkte (auf Tagesschlussbasis mit Bestätigung am Folgetag) geht, solange kann es erneut zu einem dynamischen Abriss kommen, der die Monatstiefs erneut erreichen könnte. Auffangbecken für Rücksetzer sind aktuell die 12.400/395 und die 12.260/40 bzw. die 12.200 Punkte. Über der 12.750 Punkte-Marke könnte der Dax noch bis in den Bereich der 12.940/60 Punkte laufen.

Fazit: solange es der Dax nicht schafft, sich per Tagesschluss über die 12.550/70 Punkte zu schieben (mit Bestätigung am Folgetag), solange besteht jederzeit die Möglichkeit, dass es erneute scharfe Rücksetzer geben könnte. Insbesondere ein Tagesschluss unter der 12.200 Punkte könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich weitere Rücksetzer unter die 12.000 Punkte-Marke einstellen könnten.



DAX - Das große Bild:

In der kommenden Handelswoche werden eine Reihe von wichtigen Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Zum einen sind dies die Verbraucherpreise in einigen europäischen Ländern, u.a. in Deutschland (Dienstag), zum anderen werden am Freitag die Daten zum Arbeitsmarkt als auch zur Lohnentwicklung veröffentlicht. Wir erwarten von Seiten der Arbeitsmarktdaten keine positiven Überraschungen, es herrscht in den USA praktisch Vollbeschäftigung, wenn auch das Stellenwachstum auf die Stellen mit geringen Stundenlöhnen fällt. Somit haben diese Daten in den nächsten Monaten immer das Potential für „negative Überraschungen“ zu sorgen. Die geringe Arbeitslosigkeit in den USA wird mittelfristig auch dazu beitragen, dass insbesondere die Löhne stärker steigen werden. Das haben die Daten im Januar bereits gezeigt; dies könnte sich jetzt weiter fortsetzen. Sollte Löhne und in der Folge auch die Inflation weiter steigen, so würde das die FED in Zugzwang bringen. Die kurzfristigen Zinsen haben in den letzten Monaten bereits angezogen, so kann davon ausgegangen werden, dass sich dies kurzfristig weiter fortsetzen wird.

Ob die Preise auch in Europa weiter steigen werden, bleibt abzuwarten. Zwar hat die Inflation in Deutschland in den letzten Monaten etwas zugelegt, ist aber in ihrer Dynamik zuletzt nicht mehr weiter gestiegen. Somit könnte sich diese jetzt zwischen 1,5% und 2% einpendeln. Von Seiten der EZB erwarten wir kurzfristig nichts Neues. Beachtung sollte auch den Wahlen in Italien Anfang März geschenkt werden. Sollten sich hier die Europakritischen Parteien durchsetzen, könnten sich kurzfristig neue Krisen ergeben, zumal die Krise in Griechenland noch lange nicht ausgestanden ist.

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